7-Tages-Inzidenz unter 50 drücken

Österreich: Coronavirus-Mutations-Anteile nehmen laut Wissenschafter zu

Dienstag, 09. Februar 2021 | 05:40 Uhr

Der Gesamttrend zur Zunahme der neuen Varianten des SARS-CoV-2-Virus in Österreich hält weiter an, sagte Andreas Bergthaler vom Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) zur APA. Im Osten des Landes scheint die britische “B.1.1.7”-Variante weiter stärker verbreitet zu sein. Aus rein epidemiologischer Sicht seien die am Montag erfolgten Öffnungsschritte problematisch: “Wir haben insgesamt noch viel zu hohe Infektionszahlen.”

In Kläranlagen- und Abwasserproben würden weiter mitunter relativ hohe Anteile der britischen Variante unter den dort jeweils detektierten SARS-CoV-2-Viren festgestellt, so der Forscher. Die Situation um den in Tirol grassierenden, südafrikanischen Mutationscluster B.1.351 sei zwar unübersichtlich, es sei aber klar, dass diese Variante dort ein Problem ist. Insgesamt unterliegt das SARS-CoV-2-Virus einer “kontinuierlichen und dynamischen” Veränderungsrate, weshalb mit weiteren Mutationen zu rechnen ist.

Schon ohne die Lockerungsschritte vor allem im Handel bzw. an den Schulen sei damit zu rechnen gewesen, dass in wenigen Wochen die Zahlen wieder deutlich steigen. Es würde Bergthaler überraschen, wenn diese Dynamik jetzt mit den Öffnungen nicht eintritt. In wenigen Wochen müssten dann voraussichtlich wieder Maßnahmen-Ausweitungen angedacht werden, vermutet der Virologe.

Britische- und Südafrika-Variante hin oder her – man sollte sich daher insgesamt ein ambitionierteres Ziel setzen, als die 7-Tages-Inzidenz unter 50 zu drücken. “Wir müssten eigentlich noch deutlich darunter kommen.” Dafür bräuchte es kurzfristig einen “großen nationalen Kraftakt. Das würde uns in weiterer Folge viel Spielraum geben und uns frei spielen, um dann kontrolliert und mit flankierenden Maßnahmen entsprechend sinnvolle Lockerungen aufzugreifen”, so Bergthaler.

Aus epidemiologischer Sicht gebe es eigentlich keine Argumente für die jetzigen Öffnungen. “Natürlich nicht von der Hand zu weisen” sei, dass nach rund einem Jahr die Bevölkerung “müde und der Pandemie überdrüssig ist”. Möglicherweise helfen nun beispielsweise die Schulöffnungen, die Motivation und das Durchhalten der Maßnahmen zu verbessen, hofft der Wissenschafter: “Wenn das dazu beiträgt, dass die Leute insgesamt die Situation ernst nehmen und konsequent agieren, dann hat man vielleicht sogar etwas gewonnen.”

Gehe man aber mit sehr hohen Infektionszahlen in den Frühling, könne auch die erwartete Dämpfung der Virusverbreitung durch saisonale Effekte womöglich geringer ausfallen. Bergthaler: “Alles Gründe, um die Infektionszahlen jetzt stark zu senken, um im Sommer ein gewisses Durchschnaufen zu ermöglichen.”

Von: apa

Kommentare

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9 Kommentare auf "Österreich: Coronavirus-Mutations-Anteile nehmen laut Wissenschafter zu"


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Lana77
Lana77
Universalgelehrter
24 Tage 11 h

De Inzidenzzohl fe 50 isch letschtes Johr, am Anfang fe den gonzn Getiattere, mol in Raum gschmissn gwordn ober long schun nimmer realistisch. Hot a mit die Zahlen der wirklich Kranken in Kronknhaus nix zu tian. Wielong jedes Lond, jede Region, af seine Weise zählt und sein eigenes Sippl kocht sein de gonzn Zohln und Statistiken sowiso für die Katz !

snip
snip
Tratscher
24 Tage 7 h

Aha, Gruß aus einer Region die unter 50 isch. Finden mir alle super, Kontaktverfolgung fong jetzt an wieder guat zu funktionieren und mir brauchen koanen harten Lockdown, Treffen sein nimmer stressig. Wer Betreuung für Kinder braucht kriag sie.

Smirre15
Smirre15
Tratscher
24 Tage 10 h

Tja nun kommt die Panikmache mit den Mutationen. Hört euch lieber Aussagen von Virologen an, es ist normal das Viren mutieren und bis jetzt ist noch nicht erwiesen das die Mutationen tödlicher sind, vielleicht ansteckender aber das ist normal den auch das Virus versucht sich anzupassen. 
Also mal durchatmen, sich an die Regeln halten und sich nicht immer sofort von jedem narrisch machen lassen, das werden euch auch die meisten Virologen sagen. 
Apropo wer sind eigentlich die Virologen die die LR beraten?

oasterhos
oasterhos
Tratscher
24 Tage 10 h

Wie der Herr Walder im TZ Interview schön sagte, Mutationen sind nichts Ungewöhnliches. Zitat “Coronaviren mutieren nicht besonders schnell, langsamer als das Influenza-Virus beispielsweise. Derzeit gibt es rund 500 beschriebene Mutationen, einige sind bereits ausgestorben und tagtäglich kommen neue dazu.”

Also was soll das am Radgedrehe mit Mutationen eigentlich? Klar es gibt welche die ansteckender sind, aber war das nicht zu erwarten? 

giovanocci
giovanocci
Tratscher
24 Tage 10 h

Mit diesen softy lockdown wird man das nie erreichen!! Und beim wie gezählt wird müsste auch mal überlegt werden…

Faktenchecker
24 Tage 9 h

Ischgl reloaded!

Matze
Matze
Neuling
24 Tage 7 h

Uiiiii und danach kommt der Supermutant wenn wieder keiner hört 😂😂

wellen
wellen
Universalgelehrter
24 Tage 7 h

Wetten dass im Wettlauf Virus- Mutationen und den Maßnahmen zur Kontrolle das Virus gewinnt? Ist einfach schneller.

Storch24
Storch24
Kinig
24 Tage 8 h

Liebe SN, wäre es möglich in Zukunft auf das Land hinzuweisen ? Vielen Dank
Herr Falk (Südtirol) meinte heute in den Medien, nach dem SOFT LOCKDOWN die Positiven auf die Hälfte zu reduzieren und wäre wahrscheinlich glücklich.
Glücklich könnte er sein, wenn die 7 Tage Inzidenz auf unter 100 sinken würde.
Was aber so nie geschehen wird.

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