Werden zwischen Ost- und Nordtirol aufgeteilt

Coronavirus – Tirol nimmt fünf Südtiroler Intensivpatienten auf

Dienstag, 24. März 2020 | 16:40 Uhr

Das Land Tirol hat am Dienstag angekündigt, fünf Intensivpatienten seines südlichen Nachbars, Südtirol, bei sich aufzunehmen. Drei Patienten werden im Osttiroler Lienz untergebracht, zwei dagegen in der Innsbrucker Klinik. Im Gegenzug erhält Tirol Schutzmasken und Schutzanzüge aus Südtirol, sagten die Landeshauptmänner aus Tirol und Südtirol bei einer Videopressekonferenz.

Nord- und Südtirol seien von der Coronakrise “gleich betroffen”, erklärte Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP). Südtirol sei zeitlich der Entwicklung aber voraus. Südtirol musste bereits 44 Todesopfer mit Coronavirus-Bezug beklagen, in Nordtirol starben laut Land Tirol vier Menschen. Während in Nordtirol derzeit 19 Menschen eine intensivmedizinische Betreuung brauchen, sind es in Südtirol 48, hieß es bei der Pressekonferenz. Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Personen ist in Nordtirol dagegen um einiges höher. Rund 1.260 Menschen infizierten sich hier, in Südtirol sind es 789.

“Ich denke, so sieht Tiroler Partnerschaft aus”, meinte Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP). Nordtirol werde im Austausch 300.000 Schutzmasken und 3.000 Schutzanzüge aus einer erst eingetroffenen Lieferung aus China von den Südtirolern erhalten, da die Ankunft des Schutzmaterials für Nordtirol am Dienstag noch auf sich warten ließ. Platter meinte, dass dies im Laufe der Woche ankommen werde.

Derzeit gibt es auf den Tiroler Intensivstationen noch Platz für weitere Patienten, da man über 184 Intensivbetten und 358 Beatmungsgeräte verfüge, sagte Platter. Er könne derzeit aber nicht prognostizieren, wie sich die Situation noch verändern werde. Platter wies darauf hin, dass es in Tirols Intensivstationen ja nicht nur Personen gebe, die am Coronavirus erkrankt seien. Er räumte zudem ein, dass man in Zukunft “eher” mit weiteren Todesfällen rechnen müsse.

Von: apa

Bezirk: Bozen

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