Vordertüren von Öffi-Bussen bleiben zum Schutz der Lenker geschlossen

Coronavirus: Zahl der bestätigten Falle in Salzburg auf 20 gestiegen

Donnerstag, 12. März 2020 | 17:35 Uhr

Im Bundesland Salzburg ist die Zahl der bestätigten Corona-Fälle am Donnerstag von 13 auf 20 gestiegen. Bei drei Männern im Pinzgau (43, 42 und 45 Jahre) sowie zwei Frauen (33, 79) und zwei Männern (83, 78) in der Stadt Salzburg fielen die Tests positiv aus. Zum Schutz der Lenker von öffentlichen Bussen bleiben ab Freitag die Vordertüren geschlossen, in den Bussen gibt es keinen Ticketverkauf mehr.

Bei einem der positiv getesteten Männer im Pinzgau handelt es sich bereits um das fünfte Mitglied einer britischen Reisegruppe, die sich seit Tagen in Piesendorf in Quarantäne befindet. Die beiden anderen Männer im Pinzgau stammen aus Maria Alm und Saalbach-Hinterglemm, wo ursprünglich auch die Briten einquartiert waren.

Die 33-jährige Frau aus der Stadt Salzburg war länger auf Reisen und hielt sich zuletzt in Italien auf. Sie befindet sich laut Landesmedienzentrum in häuslicher Quarantäne, ebenso die anderen drei Personen aus der Stadt Salzburg, die ebenfalls positiv auf das SARS-CoV-2 Virus getestet wurden.

Die Besitzerfamilie des Kurhotels in Bad Gastein, das gestern, Mittwoch, am Abend wegen eines am Coronavirus erkrankten 59-jährigen Gastes für die kommenden 14 Tage geschlossen wurde, muss nun doch nicht in Quarantäne. Einige unmittelbare Kontaktpersonen sind in häuslicher Quarantäne, für den Großteil des Personals wurden Auflagen wie Verkehrsbeschränkungen erteilt, informierte das Landesmedienzentrum.

Mit den zunehmenden Erkrankungsfällen steigen auch die präventiven Maßnahmen im öffentlichen Leben. Der öffentliche Verkehr bleibt aufrecht, allerdings werden zum Schutz der Lenker von Öffi-Bussen im gesamten Gebiet des Salzburger Verkehrsverbundes die Vordertüren geschlossen. Die Fahrkarten können in den Vorverkaufsstellen, an Ticketautomaten oder online gekauft werden. Die Busse werden verstärkt desinfiziert, teilte der Verkehrsverbund mit. Den Kunden wurde empfohlen, nur notwendige Fahrten anzutreten.

Auch die Salzburg AG setzt im Verkehrsbereich auf Schutz- und Hygienemaßnahmen. Davon betroffen sind auch die Festungsbahn und Mönchsbergaufzug. Die Fahrgastanzahl wird pro Kabine reduziert. Beim Ein- und Aussteigen wird den Fahrgästen Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt.

Der Betrieb der Seilbahn auf den Salzburger Untersberg wird laut Informationen der Stadt Salzburg am kommenden Mittwoch, 18. März, zum Schutz der Gäste und Mitarbeiter vorläufig eingestellt. Letzte Fahrten sind am Dienstag möglich. Sollte es die Situation erforderlich machen, wird der Betrieb auch früher geschlossen.

In einigen Salzburger Krankenhäusern und Seniorenheimen wurden Besuchsverbote erlassen. Davon betroffen sind die Häuser des Tauernklinikums. Ab Freitag gilt auch ein Besuchs-Stopp in den sechs Seniorenwohnhäusern der Stadt Salzburg sowie in den privat geführten Seniorenwohnhäusern in der Stadt Salzburg. Das Verbot gilt vorerst bis 3. April.

Der Betrieb in Kindergärten und Betreuungseinrichtungen im Land bleibt aufrecht, “solange es bei Kindern und Betreuern nicht zu einem bestätigten Corona-Fall kommt oder ein Verdachtsfall auftritt”, erklärte am Donnerstag die zuständige Landesrätin Andrea Klambauer (NEOS). Sie appellierte an die Eltern, ihre Kinder wenn möglich bis Ostern zu Hause zu betreuen. “Dies reduziert die sozialen Kontakte der Kinder und der Eltern und ist damit eine wichtige Maßnahme, um die Ausbreitung zu verlangsamen.”

In Stadt und Land Salzburg wurden zahlreiche Veranstaltungen abgesagt. Davon betroffen sind auch die 32. Europäischen Notarentage, die von 23. bis 24 April in der Stadt Salzburg stattgefunden hätten. Sie wurden auf 22. bis 23. April 2021 verschoben. Die Antiquitätenmesse ART&ANTIQUE Residenz Salzburg, die von 4. bis 13. April 2020 geplant war, findet nun von 27. März bis 5. April 2021 statt.

Von: apa