VZS gibt Tipps

Der Betrug mit den „Einmal-Passwörtern“

Freitag, 13. Mai 2022 | 17:01 Uhr

Bozen – Das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) und die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) haben in letzter Zeit zahlreiche Meldungen zu Betrügereien erhalten, die allesamt eines gemeinsam hatten: Die Betrogenen glaubten alle, mit einer Bank oder einem Kreditkarteninstitut zu tun zu haben.

“Die Bank informiert Sie per SMS, dass Ihr Konto in Gefahr ist, und fordert Sie auf, auf einen Link zu klicken und ein Formular mit Ihren Daten auszufüllen, um die Situation zu überprüfen und zu klären. Und genau damit tappt man in die betrügerische Falle”, so die VZS und das EVZ.

Der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) liegen Meldungen über Fälle vor, in denen Kriminelle Beträge von bis zu 10.000 Euro veruntreut haben. Auch die Polizeidirektion Bozen hat in den vergangenen Tagen diesbezüglich Warnhinweise herausgegeben.

Achtung vor OTP-Betrügereien

Auch Herr Meier (geänderter Name) ist in die Falle getappt: „Ich bekam eine SMS, die angeblich von meiner Bank kam. Darin wurde ich aufmerksam gemacht, dass bei meinem Konto Unregelmäßigkeiten festgestellt wurden. Ich sollte auf einen Link klicken, um die Situation zu überprüfen. Ich füllte das Formular mit meinen Daten aus, daraufhin rief mich ein angeblicher Bankangestellter an, dem ich meine Daten gab, um die Situation in Echtzeit zu überprüfen. So kam es, dass mein Konto leer geräumt wurde.”

Herr Meier wurde Opfer einer von vielen sogenannten “OTP-Betrügereien”. OTP steht für „One-Time-Password” also „Einmal-Passwort“ und bezeichnet einen Code, der häufig bei digitalen Zahlungen per Kreditkarte oder Onlinebanking zum Abschluss der Transaktion benötigt wird. Er wird über SMS zugeschickt oder über andere Systeme erst im Moment der Zahlung generiert. Solche OTPs benötigt man nur, wenn man Geld ausgeben möchte, nicht aber, um etwa Geld zu erhalten oder Überprüfungen durchzuführen.

„In Zusammenhang mit solchen OTPs gibt es einen Grundsatz, den man immer beherzigen sollte, um nicht in eine Falle zu tappen: Diese Passwörter dürfen auf keinen Fall weitergegeben werden“, erklärt Gunde Bauhofer, Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS). „Unabhängig davon, ob sie anscheinend vom Gesprächspartner gesendet wurden und ganz egal, wer anruft oder sich über ein anderes Kommunikationsmittel mit Ihnen in Verbindung setzt: OTPs werden nicht weitergeleitet“, unterstreicht Gunde Bauhofer.

„Keine Bank, kein Kreditkarteninstitut oder sonstige vertrauenserweckende Institution wird danach fragen: der einzige Ort, an dem das OTP verwendet wird, ist die – schon geöffnete – Website für die Zahlung des Onlinekaufs, oder die Seite des Onlinebankings“, bekräftigt Julia Rufinatscha, E-Commerce-Expertin im Europäischen Verbraucherzentrum.

Die Tipps der Verbraucherzentrale

  • Wenn ihr ein Kreditkarteninstitut oder eine Bank kontaktiert, verlasst euch niemals auf die Telefonnummern, die ihr über soziale Medien und Suchmaschinen findet, oder die euch per SMS oder WhatsApp mitgeteilt werden. Überprüft diese immer zuerst und entnehmt alle Kontaktdaten ausschließlich der offiziellen Internetseite des Bank- oder Kreditkarteninstiuts.

  • Klickt niemals auf Links, die angeblich von eurer Bank oder eurem Kreditkarteninstitut kommen: Sie können zu einer betrügerischen Abbuchung führen.

  • Kontrolliert immer den Inhalt der SMS und gebt niemals die mitgeteilte Zahlenkombination ein, ohne die SMS geöffnet zu haben.

  • Geht davon aus, dass Banken und Finanzdienstleister keine vollständigen persönlichen Codes oder Kartennummern per SMS oder telefonisch abfragen.

  • Solltet ihr dennoch Opfer eines OTP-Betrugs geworden sein, erstattet Anzeige und reicht eine Beschwerde bei eurem Finanzdienstleister ein.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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2 Kommentare auf "Der Betrug mit den „Einmal-Passwörtern“"


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hundeseele
hundeseele
Universalgelehrter
14 Tage 16 h

Ich gebe meine Rente immer sofort aus,bei den paar hundert Euro zahlt es sich nicht aus ein Konto zu führen.Den grossen Rest würde ich sowieso in Aktien und Obligationen anlegen-Bargeld aud der Bank ist nie eine gute Idee…..ansonsten bevorzuge ich immer persönliche Treffen u. Gespräche.

N. G.
N. G.
Kinig
14 Tage 10 h

In dem Fall gings nicht um Anlegerbetrug sondern ausspionieren von Passwörtern die freiwillig rausgeben wurden.

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