Temperaturen über 30 Grad sind im Mai eher selten

Der Mai war sehr warm, sonnig und trocken

Dienstag, 30. Mai 2017 | 13:50 Uhr

Nach vier Jahren mit kaltem Maiwetter war der Wonnemonat 2017 sehr warm, sonnig und trocken. Der heißeste Tag ist zugleich der letzte des Monats, die höchsten Temperaturen wurden für Dienstagnachmittag erwartet. Dennoch erreicht der Mai in der Messgeschichte der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) lediglich den 25. Platz seit Beginn der Messungen im Jahr 1757.

Mit Berücksichtigung der Prognosen für die letzten beiden Maitage liegt dieses Monat “um 1,2 Grad über dem vieljährigen Mittel”, sagte ZAMG-Meteorologe Alexander Orlik. Beachtlich war die teils frühe und extreme Hitze. Bereits am 19. Mai wurden zum ersten Mal in diesem Jahr Temperaturen über 30 Grad gemessen: Wieselburg, Waidhofen/Ybbs und Oberndorf an der Melk 30,5 Grad, Bad Ischl 30,3 Grad, Amstetten 30,1 Grad, Schärding und Weyer 30,0 Grad. Das ist je nach Standort um zehn bis 20 Tage früher als in einem durchschnittlichen Mai.

Höchstwerte über 33 Grad, wie sie für Dienstagnachmittag erwartet wurden, sind im Mai sehr selten und kamen in den letzten Jahren nur ganz vereinzelt vor. Häufiger waren Werte über 33 Grad nur im Mai 2005 und 2008. Von 1970 bis 1992 gab es in Österreich kein einziges Mal im Mai Höchsttemperaturen über 33 Grad.

In den vergangenen vier Jahren waren die Mai-Monate durchwegs zu trüb und zu feucht. “Der Mai 2017 brachte uns dagegen österreichweit gesehen 15 Prozent mehr Sonnenstunden und 40 Prozent weniger Niederschlag als im vieljährigen Mittel”, sagte Klimatologe Orlik, “so trocken war es in einem Mai schon lange nicht mehr, zuletzt im Jahr 2001.”

Die Blüte vieler Pflanzen war im Mai 2017 trotz der hohen Temperaturen nur ein paar Tage früher als im vieljährigen Mittel. Der Grund dafür sind die massiven Kälteeinbrüche im April, erklärte ZAMG-Phänologe Helfried Scheifinger: “Der Zeitpunkt der Blüte ist ja das Ergebnis des gesamten Witterungsverlaufs der letzten Monate. Im April waren viele Pflanzen in ihrer Entwicklung noch rund zwei Wochen früher dran als in einem durchschnittlichen Jahr, da Februar und März sehr warm waren. Die Frost- und Schneeperioden im April bremsten die Entwicklung dann deutlich. Zum Beispiel endete die Apfelblüte heute im österreichweiten Mittel am 30. April und damit nur fünf Tage früher als im Durchschnitt der letzten Jahrzehnte.”

Im heurigen ersten Maidrittel blieb die Lufttemperatur verbreitet unter dem Mittel. Im zweiten Drittel und zum Monatsende hin gab es immer öfter hochsommerliches Wetter mit Tagesmaxima von 30 Grad und mehr. Diese Wetterlagen führten schließlich zu der doch deutlich überdurchschnittlichen Monatsbilanz.

Die Anomalien zum klimatologischen Mittel waren im Mai 2017 mit 0,5 bis 1,5 Grad relativ einheitlich über das Bundesgebiet verteilt. Punktuell, wie in der Südsteiermark, in Teilen Osttirols und im Rheintal waren die Abweichungen zum Mittel mit plus 1,5 bis 1,8 Grad noch etwa höher.

Der Mai 2017 ist mit einem Defizit von 40 Prozent der trockenste seit dem Jahr 2001. Um 40 bis 60 Prozent weniger Niederschlag summierten sich in Vorarlberg im Tiroler Oberland, von Osttirol bis Kärnten, in Teilen der Steiermark und im Burgenland. Niederösterreich ist mit einem Niederschlagsdefizit von 60 bis 80 Prozent das relativ und absolut trockenste Bundesland in diesem Mai. Ein leichtes Niederschlagsdefizit von fünf bis 20 Prozent gab es im Tiroler Unterland, in Salzburg und in Oberösterreich.

Erstmals seit 2012 gab es mit dem Jahr 2017 wieder einen Mai, der überdurchschnittlich viel Sonnenschein brachte – ein plus von 15 Prozent zum klimatologischen Mittel. Mit positiven Abweichungen zum Mittel von 30 bis 50 Prozent ist die Region um die Gurktaler Alpen die relativ sonnigste Region Österreichs in diesem Mai.

Von: apa