„Verspüre keine Freude über seinen Tod“

Der Vater von Maxim Zanella verzeiht Kozlowski nicht

Donnerstag, 19. Mai 2022 | 10:42 Uhr

Bozen/Bruneck – Der Tod von Oskar Kozlowski weckt schlimme Erinnerungen bei der Familie des Bozners Maxim Zanella, der im vergangenen Juli vom 23-jährigen Polen getötet worden ist. Trotz allem beweist Carlo Alberto Zanella, der Vater von Maxim, auch in diesem Moment Würde.

„Ich hätte ihm nicht verziehen, denn das was er getan hat, ist für mich schlicht verrückt. Doch die Nachricht seines Todes ist für mich trotzdem keine gute Nachricht“, erklärt der Vater laut einem Bericht des Alto Adige.

Bekanntlich hat Kozlowski am 28. Juli 2021 den 30-jährigen Bademeister Maxim Zanella aus Bozen in seiner Wohnung in Bruneck mit einem einzigen Messerstich in den Hals offenbar völlig unerwartet getötet. Zanella, der selbst nie offen für derartige Themen war, hatte – mehr aus Neugierde – zugestimmt, einem angsteinflößenden Ritual beizuwohnen.

„Sein Leben war ein schwieriges und ich komme nicht umhin, an seine Mutter und an seine Schwester zu denken“, fährt Zanella über Kozlowski fort, „zuerst hat sie das erschüttert, was er gemacht hat. Nun müssen sie mit seinem Tod zurechtkommen.“

Was genau erst kürzlich im Bozner Gefängnis passiert ist, wird derzeit von den Ermittlern überprüft. Oskar Kozlowski war tot im Bad seiner Zelle mit einem kleinen Gasherd aufgefunden worden. So ein Herd wird den Häftlingen zum Kochen von Mahlzeiten zur Verfügung gestellt.

Vermutet wird, dass der 23-Jährige das Gas absichtlich inhaliert hat und dabei ums Leben gekommen ist. In einem ersten Moment war von einem Suizid die Rede. Die Ermittler schließen allerdings auch einen Unfall nicht aus. Auch Kozlowski Anwältin Alessandra D’Ignazio vertritt diese Meinung.

Der junge Mann, der wegen des Mordvorwurfs in Untersuchungshaft saß, könnte das Gas inhaliert haben, um sich eine Art Rausch zu verschaffen und sich zu betäuben. Letztendlich könnte er dann aber die Kontrolle verloren haben. Die Dosis war tödlich.

Im Rahmen des Strafverfahrens sollte unter anderem ein psychiatrisches Gutachten erstellt werden, um Kozlowskis Zurechnungsfähigkeit zum Tatzeitpunkt zu bestimmen. Nach seiner Festnahme soll der 23-Jährige erklärt haben, dass er sich dem Satanismus zugewandt habe, weil er sich von Gott verlassen fühle.

Von: mk

Bezirk: Bozen, Pustertal

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

4 Kommentare auf "Der Vater von Maxim Zanella verzeiht Kozlowski nicht"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 8 Tage

Wirkliche Größe! Als Eltern auch an die Eltern des Täters zu denken ist nobel!
Jeder muss für sich damit fertig werden.
Wenn nicht Verzeihen, nicht zu Hass wird, kann mans verarbeitet.
Ansonsten verständlich!

Tottele
Tottele
Superredner
1 Monat 8 Tage

N.G.
ganz genau
und erst wenn man es verarbeitet hat kann man verzeihen , sich einigermaßen erholen und das Leben weiter leben

Sag mal
Sag mal
Kinig
1 Monat 8 Tage

dass Er Sich aus der Verantwortung gezogen hatt macht die “Sache” nicht leichter.

Wunder
Wunder
Tratscher
1 Monat 8 Tage

Kozlowskis Tat ist unverzeihlich. Der Schmerz eines Vaters unendlich, NG., du hast recht, er beweist Größe und Einfühlungsvermögen. Auch der mutmaßlicheTäter hat eine Familie, die um ihn trauert.
Mögen alle ihren Frieden finden..

wpDiscuz