Verletzung der Sorgfaltspflicht steht im Raum - Staatsanwalt: "Toter hatte Sicherungsseil noch in der Hand"

Deutscher Wanderer in den Tod gestürzt: Ermittlungen in Kärnten

Dienstag, 23. August 2016 | 12:40 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt hat nach dem tödlichen Absturz eines deutschen Wanderers bei Oberdrauburg (Bezirk Spittal) vor einem Monat Ermittlungen wegen grob fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen eingeleitet. Behördensprecher Markus Kitz bestätigte der APA am Dienstag einen entsprechenden Bericht des ORF Kärnten.

Geprüft wird, ob bei der Wegerhaltung möglicherweise die Sorgfaltspflicht verletzt wurde. Der 58-jährige Urlauber war am 22. Juli als letzter einer Gruppe nahe der sogenannten Trögerwand auf einem Steig unterwegs. Seine Frau und ein befreundetes Ehepaar aus Südtirol hörten lediglich einen Schrei hinter sich. Der Deutsche stürzte rund 100 Meter in die Tiefe. Die Gruppe konnte ihm nicht mehr helfen.

Den Verdacht der Ermittler hat ein ursprünglich in dem Bereich des Steigs angebrachtes Sicherungsseil erregt, das der 58-Jährige mit sich in die Tiefe riss. Staatsanwalt Kitz: “Der Tote hatte das Sicherungsseil noch in der Hand.” Möglicherweise war das Seil nicht mehr im erforderlichen Ausmaß belastbar. Infolge einer nicht ordnungsgemäßen Wartung könnte dies nicht aufgefallen sein. Was wirklich passiert ist, soll nun mithilfe zweier Gutachter geklärt werden, sagte Kitz. Ein Gerichtsmediziner und ein Bergführer wurden beauftragt.

Von: apa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz