Darknet wird von Kinderschändern missbraucht

Deutsches BKA deckte Missbrauchsfall mittels Opfer-Foto auf

Montag, 09. Oktober 2017 | 22:29 Uhr

Nur Stunden nach einer aufsehenerregenden Fahndung mit Fotos eines missbrauchten kleinen Mädchens haben die Ermittler nach eigenen Worten Opfer und Täter identifiziert. Das teilte das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) am Montagabend über Facebook mit. Die Fahndung im Fall des schweren sexuellen Missbrauchs des zuvor unbekannten Kindes sei erfolgreich beendet.

Die Ermittler waren am Montag mit Fotos eines Mädchens an die Öffentlichkeit gegangen, das sie auf ein Alter von vier bis fünf Jahren schätzten. Der Täter soll das Kind von Oktober 2016 bis Juli 2017 mehrfach schwer sexuell missbraucht, den Missbrauch gefilmt und auf einer Kinderporno-Plattform im sogenannten Darknet verbreitet haben.

Die Kinderporno-Szene spielt sich nach Einschätzung von Ermittlern mittlerweile überwiegend im Darknet, dem verborgenen Teil des Internets, ab. Dort können sich Internetnutzer fast komplett anonym bewegen. Dieser Bereich des Internets wird von Menschen genutzt, die viel Wert auf Privatsphäre legen oder in einem repressiven politischen System leben – aber auch von Kriminellen.

In einem anderen Fall waren Ermittler in Wien über ein Foto eines Missbrauchsopfers auf die Spur von Kinderschändern gekommen – eine Lehrerin hatte im Mai das sieben Jahre alte Mädchen aus Wien-Favoriten erkannt. Der Vater soll in dem Fall seine Tochter und ihren zwei Jahre jüngeren Bruder über Jahre schwer sexuell missbraucht und dies auch gefilmt haben. Außerdem soll er seine Kinder über eine Darknet-Plattform mindestens an zwei andere Männer vermittelt haben.

Von: APA/dpa