In den Straßen türmt sich der Sperrmüll

Deutschland vor neuen Unwettern – Opferzahl gestiegen

Donnerstag, 22. Juli 2021 | 11:03 Uhr

Gut eine Woche nach der Flutkatastrophe blicken die Menschen in den betroffenen westdeutschen Gebieten mit Sorgen auf die Wetteraussichten für das Wochenende. Schauerartiger Regen und Gewitter werden in Rheinland-Pfalz und auch im Saarland erwartet. Es könne erneut Starkregen geben, sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Donnerstag. Unterdessen stieg die Zahl der bestätigten Todesopfer auf 176.

Die extremen Starkregenfälle, die in der vergangenen Woche in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen die Hochwasserkatastrophe auslösten, sind nach Einschätzung von Klimaforschern “mindestens als Jahrhundertereignis” einzustufen. In der am Donnerstag veröffentlichten klimatologischen Einordnung des DWD hieß es, an einer ungewöhnlich großen Zahl von Stationen im Westen Deutschlands seien bisherige Rekorde weit übertroffen wurden.

Im Norden von Rheinland-Pfalz sind bisher 128 Menschen tot geborgen worden. Das teilte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Donnerstag mit. “Wir müssen von der schrecklichen Annahme ausgehen, dass diese Zahl noch steigen wird.” Die Menschen im Katastrophengebiet seien an Leib und Seele verletzt. Insgesamt wurden bisher 176 Todesopfer in den beiden betroffenen Bundesländern bestätigt.

Nach der Sturzflut an der Ahr in Rheinland-Pfalz haben Einsatzkräfte etwa 330 Menschen mit Hubschraubern von Dächern und Bäumen gerettet. Insgesamt seien bis zu 36 Hubschrauber im Einsatz gewesen, sagte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Donnerstag. Zurzeit seien im Kreis Ahrweiler 3.500 Kräfte des Katastrophenschutzes, 1.050 Polizisten und 853 Soldaten im Einsatz. In dem Landkreis wurden 62 Brücken zerstört und 13 weitere beschädigt. Lewentz zeigte sich besorgt, dass der für das Wochenende angekündigte Regen die Situation zusätzlich erschweren könnte.

Die Abfallentsorger müssen Unmengen von Sperrmüll beseitigen. “Der Müll muss weg. Und das schnell, um Hygieneprobleme zu vermeiden und Verkehrshindernisse aus dem Weg zu räumen”, sagte ein Sprecher der für die Anfallwirtschaft zuständigen Stelle. Vieles müsse wohl verbrannt werden. “Möbel und andere Gegenstände, die durch das Hochwasser unbrauchbar geworden sind, eignen sich nicht für ein stoffliches Recycling.” Probleme könnte es bei der Entsorgung des Bauschutts von zerstörten Häusern geben.

Im Katastrophengebiet Erftstadt-Blessem in Nordrhein-Westfalen (NRW) dürfen einige Bewohner voraussichtlich schon von Donnerstag an dauerhaft in ihre Häuser zurück. Voraussetzung sei, dass die Standsicherheit der Gebäude gewährleistet ist. Zuvor hatte der Krisenstab bereits beschlossen, dass viele andere Anrainer am Donnerstag zumindest kurz in ihre Wohnungen und Häuser dürfen, um persönliche Gegenstände zu holen. Dabei sollten sie von Einsatzkräften begleitet werden.

Vergangene Woche hatte ein Unwetter mit Starkregen eine verheerende Flut in Rheinland-Pfalz und NRW ausgelöst: Bei der Hochwasser-Katastrophe kamen nach bisherigen Erkenntnissen mehr als 170 Menschen ums Leben. Teile der Region Ahrweiler haben noch immer weder Wasser noch Strom.

Von: APA/dpa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

13 Kommentare auf "Deutschland vor neuen Unwettern – Opferzahl gestiegen"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Missx
Missx
Kinig
9 Tage 3 h

Furchtbar einfach!
Totalversagen auf ganzer Linie. Katastrophenschutz gleich null. Wie ist das môglich, frage ich mich?
Bleibt optimistisch, Hilfe aus Südtirol ist gesichert!

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
9 Tage 2 h

Das ist End-of-Pipe-Denken. Talsperrenverbände haben auf randvollen Stauseen gepennt.
Und vielen Dank für die Hilfe. Sehr gerne, so lange Südtirol uns nicht seine Trolle schickt. Davon gibt´s hier schon reichlich.

Mikeman
Mikeman
Kinig
9 Tage 2 h

@ Missx
Bitte dich um Entschuldigung aber in diesem Moment sollte man lieber daran denken zu helfen wo immer nur möglich, die Leute dort brauchen Hilfe,Hilfe und nochmals Hilfe.Man weiss nie im Leben sowas kann auch bei uns passieren und solchem Ausmaß ist kein Katastrofenschutz gewachsen.

Offline
Offline
Kinig
8 Tage 8 h

Glaube zwar nicht, dass Sie meine Antwort erreicht, aber ich versuche es zum wiederholten Mal. Das ist einfach nur unverschämt, herz- und empathielos gegenüber den vielen unschuldigen Opfern. Ich hoffe für Sie, dass Sie niemals in eine solche Situation kommen und froh sein müssen, wenn Sie von ausländischen Helfern unterstützt oder gar gerettet werden. Ich erinnere mich noch gut an meine Beteiligung als Bundeswehrsoldat bei der Hilfsaktion nach dem verheerenden Erdbeben 1976 im Friaul.

Offline
Offline
Kinig
8 Tage 8 h

@Hustinettenbaer..👍 “Trolle” habe ich bis jetzt immer auch mit etwas “Lustigem 🤣 im Einfältigen 🤪” verbunden. Davon kann ich hier angesichts der nur unvollständig versteckten Boshaftigkeit Nichts !! erkennen.

Offline
Offline
Kinig
8 Tage 8 h

@Mikeman…ist die “Dame” ihre Chefin, weil Sie sich bei ihr für Ihren eigenen SUPERKOMMENTAR 👏👏 entschuldigen ? Mit 🥚🥚 in der Hose hätten Sie mal “angemessen” antworten sollen…..

Offline
Offline
Kinig
8 Tage 8 h

@Mikeman…es gibt unzählige Ereignisse auf 🇮🇹 Hochheitsgebiet, bei denen ausländische, vorallem 🇩🇪 zivile Hilfsorganisationen und Bundeswehrangehörige sehr gerne geholfen haben und es auch in Zukunft tun würden. Ok, nicht jede “gut gemeinte” Spendenaktion, wie die der Nudelhersteller BIRKEL und GAGGLI war der “Burner”. Aber Hilfsbereitschaft bis zur totalen Erschöpfung, Empathie und Respekt auf der Helferseite und große Dankbarkeit und Erleichterung auf der Betroffenenseite war immer !! vorhanden.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
9 Tage 3 h

Das tut mir in der Seele weh.

Vranz
Vranz
Tratscher
9 Tage 4 h

Im Moment hat hier das Impfen keine Priorität. Da sieht man genau wie wertvoll impfen ist. 

sophie
sophie
Universalgelehrter
9 Tage 4 h

Dieser Sperrmüll könnte bei erneuten Unfluten zum Verhängnis werden

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
9 Tage 2 h

Möbel, Tierkadaver, verdorbene Lebensmittel. 155 (?) Vermisste. Menschen in Notunterkünften. Trinkwasser z.B. in Stolberg aus Behältern. Einige Brücken und Straßen kaputt. A1 und A61 betroffen. Bundeswehr baut Notbrücken, damit Stadtteile erreicht werden können.
Dann konnten/können Müllfahrzeuge aus den Überschwemmungsregionen den Abfall zu den Müllverbrennungsanlagen transportieren. “In Erftstadt-Liblar ist der Brand der Müllsortieranlage bei remondis gelöscht. Stundenlang war von weitem eine hohe Rauchsäule über Erftstadt zu sehen.”
https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/brand-bei-remondis-erftstadt-koettingen-100.html

Faktenchecker
9 Tage 4 h

Seprrmüll ist dringend zu entsorgen.

Porzelona
Porzelona
Grünschnabel
9 Tage 1 h

Porzelona!

wpDiscuz