In Wien gibt es derzeit vier schwere Coronavirusfälle

Drei Coronavirus-Intensivpatienten in Wien

Mittwoch, 11. März 2020 | 23:22 Uhr

Am Mittwochabend (Stand: 18.00 Uhr) haben sich in der Bundeshauptstadt sieben an Covid-19 Erkrankte in Spitalsbehandlung befunden. Drei Patienten mussten intensivmedizinisch versorgt werden. Das gab ein Sprecher der Stadt Wien bekannt. Das Land Tirol sprach indes ein generelles Besuchsverbot in Krankenhäusern aus. In Österreich haben sich bisher knapp 250 Personen mit dem Coronavirus infiziert.

Vier an Covid-19 Erkrankte sind inzwischen wieder genesen, gab das Gesundheitsministerium bekannt. Insgesamt wurden bisher knapp 5.400 Personen im Land auf eine mögliche Ansteckung getestet.

Das Besuchsverbot in Tirol gelte für alle Spitäler, sagte Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP) Mittwochabend in Innsbruck. Ausnahmen soll es nur etwa für Besuche bei Kindern und in der Palliativbetreuung geben. Es handle sich um eine “wichtige Maßnahme”, die der Wunsch von allen Spitälern gewesen sei.

In Wien befinden sich laut Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) aktuell zwölf Coronavirus-Patienten in diversen Krankenhäusern in Wien. Rund 40 Erkrankte sind in häuslicher Behandlung, ergänzte Hacker. Rund 400 Personen seien isoliert.

Die Stadt Wien ist intensiv um die Umsetzung der am Dienstag vom Bund erlassenen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus bemüht. Auch die Museen der Stadt Wien bleiben bis auf weiteres geschlossen. Diese Maßnahme erfolge “analog zu den Bundesmuseen”, sagte Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) . Flohmärkte finden vorerst ebenfalls nicht mehr statt. Bäder hingegen bleiben offen, “sofern bei ihnen eine Besucherzahl von 100 nicht überschritten wird”. Ob Büchereien offen bleiben, wird dem Bürgermeister zufolge derzeit abgeklärt. Gemeinderatssitzungen werden abgehalten. “Wir werden sie so kurz wie möglich halten, aber prinzipiell finden sie statt”, betonte Ludwig.

Ludwig sagte, es gebe derzeit keine allgemeine Urlaubssperre für Angestellte der Stadt Wien. “Die Serviceleistungen der Stadt bleiben voll aufrecht.” Der Bürgermeister empfahl aber, so weit wie möglich Behördenwege elektronisch abzuwickeln. Außerdem appellierte Ludwig, einerseits nicht sich selbst zu gefährden, andererseits sich um andere zu kümmern. “Zum Beispiel einmal bei der Nachbarin oder dem Nachbarn nachzufragen, ob man ihnen was einkaufen gehen kann”, nannte der Bürgermeister ein Beispiel.

Ludwig kündigte an, dass die Stadt eine Million Euro für die Erforschung des Coronavirus bereitstellen wird. Man habe in Wien bei der Life Science sehr gute Voraussetzungen. Am Freitag wird es außerdem einen Gipfel der Stadt mit den Sozialpartnern in Wien geben, bei der es um die Unterstützung der Wirtschaft gehen wird.

In Salzburg wurde am Mittwoch in Bad Gastein (Pongau) ein Kurhotel mit angeschlossener Therapiestation wegen Quarantäne geschlossen. Ein 59-jähriger Gast des Gesundheitszentrums war heute positiv auf das SARS-CoV-2-Virus getestet worden. Wie das Land informierte, werden die 140 Gäste am Donnerstag unter strengen Auflagen mit dem eigenen Auto nach Hause reisen und sich dort in Quarantäne begeben.

Wie Norbert Paßrucker von der Bezirkshauptmannschaft St. Johann im Pongau erklärte, bleiben auch die Hoteliersfamilie und die 50 Mitarbeiter für die nächsten 14 Tage in häuslicher Quarantäne. Der erkrankte Österreicher dürfte sich ersten Informationen zufolge schon etliche Tage in dem Hotel zur Behandlung befunden haben.

In Tirol sind Mittwochabend 18 neue Fälle von Coronavirus-Erkrankungen bekanntgeworden. So wurde etwa in Innsbruck ein 32-Jähriger positiv getestet, nachdem er sich in Venedig aufgehalten hatte – ebenso wie ein 22-Jähriger. Bei einer weiteren positiven Corona-Testung handelt es sich um einen 37-jährigen italienischen Staatsbürger, der als Arzt in der Innsbrucker Klinik arbeitet.

Damit lag die Zahl der derzeit positive Fälle im Bundesland laut Land bei 73. Mittwochabend waren es noch 31 Erkrankte gewesen. Der Arzt war vor seiner Erkrankung in seiner Heimat. Als wenige Tage nach seiner Rückkehr erste Symptome auftraten, sonderte er sich sofort ab und ging nicht mehr zur Arbeit. Der Mann befindet sich seither in Quarantäne, ebenso seine Frau und seine Tochter. Zudem erkrankte im Bezirk Landeck ein 36-Jähriger. Eine 56-jährige Britin wurde ebenfalls positiv in Innsbruck getestet.

Außerdem laufen nach Angaben des Landes derzeit die behördlichen Abklärungen bei 13 weiteren positiv getesteten Personen. Darunter drei Personen aus St. Anton am Arlberg, drei Personen aus Innsbruck, zwei aus Pettneu am Arlberg sowie jeweils eine Person aus Ischgl, Seefeld, Haiming, Völs und Hall in Tirol.

Bei einem schon am Nachmittag bekannt gewordenen Corona-Erkrankten handelt es sich indes um einen praktischen Arzt aus Mieming. Dieser wurde bereits abgesondert. Die Gesundheitsbehörden nehmen mit den Kontaktpersonen des Arztes Verbindung auf und informieren über die weiteren Maßnahmen, die auch in diesem Falle routinemäßig getroffen werden, hieß es.

Von: apa