Die Zahl der heißen Tage ist heuer ungewöhnlich hoch

Drittwärmster Sommer seit Messbeginn im Jahr 1767

Dienstag, 29. August 2017 | 13:18 Uhr

Was viele schon geahnt haben, hat die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) nun bestätigt. Der Sommer 2017 ist der drittwärmste seit Messbeginn im Jahr 1767. Heißer war es nur in den Jahren 2003 und 2015, so die ZAMG am Dienstag. Juni, Juli und August 2017 reihen sich in den Rekordlisten ganz weit vorne. Sie lagen um zwei Grad Celsius über dem vieljährigen Mittel.

“Wärmer waren in der 251-jährigen Messgeschichte nur der Sommer 2003 mit 2,9 Grad Celsius über dem Mittel und der Sommer 2015 mit 2,4 Grad Celsius über dem Mittel”, sagte ZAMG-Klimatologe Alexander Orlik. “Somit erlebte Österreich elf der wärmsten Sommer der 251-jährigen Messgeschichte im Zeitraum 2000 bis 2017.” Auch die Zahl der heißen Tage ist heuer ungewöhnlich hoch. “In einigen Regionen sind wir sogar nahe an den Rekorden und einige heiße Tage kommen ja noch”, meinte Orlik.

“An der Spitze der Hitze-Hitliste liegt derzeit Andau im Seewinkel mit 46 Tagen von mindestens 30 Grad. Der Rekord stammt hier aus dem Jahr 2003 mit 52 Hitzetagen. In Hohenau an der March gab es bisher 45 Hitzetage, der Rekord liegt hier bei 47 Tagen mit mindestens 30 Grad.” Der österreichweite Rekord an heißen Tagen wurde allerdings bisher nicht gebrochen. 2003 gab es in Leibnitz 56 Tage mit mindestens 30 Grad.

Für Hitzegeplagte besonders unangenehm waren die heißen Nächte – vor allem in den österreichischen Städten, allen voran die Wiener Innenstadt. Denn heuer war die Zahl der sogenannten Tropennächte (Tiefsttemperatur nicht unter 20 Grad) beachtlich hoch und durchwegs über dem Mittel. In den Landeshauptstädten gab es größtenteils zwischen zwei Tropennächte in Innsbruck, Salzburg und Klagenfurt und neun in Eisenstadt und Wien Hohe Warte. An der ZAMG-Wetterstation Wien-Innere Stadt wurden heuer sogar schon 28 Tropennächte registriert. In einem durchschnittlichen Sommer sind 16 Tropennächte zu erwarten.

Nicht nur Hitze, sondern auch heftige Unwetter plagten vor allem die österreichische Landwirtschaft. Im Lauf des Sommers zogen Gewitter mit Sturmböen, Starkregen und Hagel über das Land. So wurden am 30. Juli am Innsbrucker Flughafen während eines Gewitters Sturmböen bis 165 km/h erreicht. Das ist einer der höchsten Werte, die jemals in Österreich in tiefen Lagen gemessen wurden.

Auch in der Nacht auf 11. August wurden bei Gewittern im Gebiet vom Burgenland über das Wiener Becken bis zum Weinviertel verbreitet Sturmböen um 100 km/h gemessen, in Bruckneudorf knapp 130 km/h. An der ZAMG-Wetterstation Eichberg regnete es innerhalb von 45 Minuten 40 Millimeter. Am 18. August wurden in Reichersberg in Oberösterreich in Verbindung mit einer Gewitterlinie Sturmböen bis zu 126 km/h gemessen. Dort hat eine Orkanboe in St. Johann am Walde die Aluminiumkonstruktion eines Festzeltes umgerissen, zwei Menschen starben.

Heuer gab es auch einige Blitzeinschläge. Das Österreichische Blitzortungssystem ALDIS registrierte bisher rund 137.500 Blitzeinschläge (Wolke-Erde-Blitze) in Österreich. Dieser Wert entspricht in etwa dem vieljährigen Mittel. In den Jahren 2013 bis 2016 gab es im gleichen Zeitraum weniger Blitzeinschläge als heuer (zwischen 83.000 und 132.000), allerdings im Jahr 2012 deutlich mehr als heuer (rund 195.400).

Zählt man auch andere Blitzentladungen dazu (wie z.B. Impulse innerhalb der Wolken), blitzte es heuer in Österreich bereits etwas mehr als 1.083.000 Mal. Auch dieser Wert ist im Bereich des vieljährigen Mittelwerts. Der Tag mit den meisten Blitzeinschlägen in Österreich war in diesem Jahr bisher der 9. Juli mit rund 7.600 Wolke-Erde-Blitzen. Die meisten Blitzeinschläge wurden in diesem Jahr im Bereich der Niederen Tauern geortet.

Seit Beginn des Sommers 2017 wurde die Informationsschwelle für Ozon (180 Mikrogramm pro Kubikmeter als Einstundenmittelwert) an zehn Tagen an insgesamt 22 Messstellen überschritten (30. Mai, 20., 22. und 23. Juni., 20. und 31. Juli sowie 3., 4., 9. und 18. August). Die meisten Überschreitungen der Informationsschwelle verzeichnete das Umweltbundesamt (UBA) an den Messstellen Kittsee im Burgenland und Hainburg in Niederösterreich mit jeweils drei Tagen.

Von: apa