Die beiden Männer werden als selbstlose Retter gefeiert

Duo half Verletzten bei Anschlag in Wien: Netz feiert Männer

Dienstag, 03. November 2020 | 20:48 Uhr

Zwei junge Männer werden nach den verheerenden Attentaten in der Wiener Innenstadt auf diversen Social-Media-Kanälen als selbstlose Retter gefeiert. Die beiden türkischstämmigen Kampfsportler sollen einer älteren Frau und einem angeschossenen Polizisten geholfen haben. Wie einer der beiden in einem Instagram-Video schildert, hätten sie noch einen “letzten Kaffee vor den Ausgangssperren” trinken wollen, dabei seien sie “mitten im Gefecht gelandet”.

Zunächst hätten sie einer älteren Dame geholfen, sich in Sicherheit zu bringen. Danach entdeckten sie einen verwundeten Polizisten, der augenscheinlich “schwer getroffen” worden war. “Wir konnten nicht zuschauen”, sagte der junge Mann in dem Video. Daher habe er ihn gemeinsam mit seinem Begleiter geschultert und zum Krankenwagen gebracht. Selbst hätten sie leichte Verletzungen davongetragen.

Am Ende der Schilderung betonte der Mann: “Wir türkisch-stämmige Muslime verabscheuen jegliche Art von Terror, wir stehen zu Österreich, wir stehen für Wien. Wir respektieren Österreich.” Egal was passiere, “wir sind jederzeit zu Hilfe bereit”.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan rief die beiden “Helden” per Videocall an und dankte ihnen für ihre Zivilcourage. “Ich bin mir sicher, dass ihr den Frieden und das Schöne repräsentieren werdet”, sagte Erdogan laut einem Tweet des türkischen Staatssenders TRT. Der Sender berichtete, wie die beiden Männer den Videocall mit Erdogan per Handy gemeinsam mit anderen Männern führten. “Wie lange bist du schon in Österreich?”, ist die Stimme des Präsidenten samt deutscher Untertitelung auf dem Video zu erkennen. “Seit 31 Jahren. Als Sie in Haft waren, habe ich (meinen Sohn, Anm.) Recep Tayyip nach Ihnen benannt”, antwortet einer der Versammelten. Die Geehrten zeigten sich sehr erfreut über den Anruf des türkischen Präsidenten.

Vielfach kommentiert wurde in sozialen Medien auch der Ausruf eines Mannes, der dem Attentäter in einem der zahlreichen Montagnacht veröffentlichten Videos nachruft: “Schleich di, du Oaschloch!”. Unter anderem wurde diese Aussage als typisch wienerisch gewürdigt.

Ein Augenzeuge, der den Anschlag hautnah miterlebte, hat nur einen Täter gesehen. “Als er tot war, war es auch vorbei”, sagte der Mann gegenüber der APA. Das Geschehen selbst war anfangs nur schwer als Anschlag einzuordnen, berichtete er. Der Zeuge befand sich am Tatort, weil er sein Touristik-Geschäft in der Innenstadt für den Lockdown schließen wollte. “Plötzlich fielen Schüsse, erst so 20, dann acht und dann wieder 20”, schilderte der Mann. Er habe das Geschehen anfangs gar nicht einordnen können. “Wer denkt denn in Wien an einen Anschlag? Und es war auch lange keine Polizei da”, meinte der Mann. Erst als er den Verdächtigen tot am Boden gesehen habe, wusste er, was passiert war, so seine Schilderung.

Von: apa

Kommentare

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5 Kommentare auf "Duo half Verletzten bei Anschlag in Wien: Netz feiert Männer"


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Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

A Lob an olle Einsatzkräfte und Helfern, mein Beileid an die Hinterbliebenen

Server
Server
Superredner
1 Monat 2 Tage

👌👌👌👌👌 Zivilcourage und Nächstenhilfe kennt keinen Terrorismus, keinen Hass und keine Angst.

sunshine
sunshine
Superredner
1 Monat 2 Tage

Bravo Männer! Da hätten sich mehrere eine Scheibe davon abschneiden können statt zahlreiche Videos aufnehmen und ins Netz zu stellen!!!!

Tattamolnia426
Tattamolnia426
Tratscher
1 Monat 2 Tage

Bravo..! Ein Lob den zwoa mutign Türken..! 👍.. Es brauchat viel mehr setta Heldn.. Heint wert viel zu viel weckgschaug und ignoriert.. Niamond will irgendwia in irgendeppas vowicklt wern.. Schode.. 😷

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Superredner
1 Monat 1 Tag

@Tattamolina
Die Heldenmedaille hat zwei Seiten:
“Doch auch die Wiener Helden stehen nun in der Kritik. In den sozialen Medien kursieren Screenshots von ihren früheren Äußerungen auf Facebook oder Instagram, die sie als glühende türkische Nationalisten, womöglich gar als Anhänger der rechtsextremistischen Grauen Wölfe zeigen. Die verstörendste Äußerung soll von Recep Tayyip Gültekin stammen – ein Facebook-Eintrag vom 19. Dezember 2016 nämlich, dem Abend also, als der islamistische Attentäter Anis Amri auf dem Breitscheidplatz in Berlin zwölf Menschen ermordete: „Mir tut es überhaupt ned leid, was in Berlin passiert ist.“

https://www.welt.de/politik/ausland/article219300710/Terror-in-Wien-Erdogan-und-seine-Helden.html

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