Ein Zug raste in eine Menschenmenge

Dutzende Tote bei Bahnunglück in Indien

Freitag, 19. Oktober 2018 | 18:08 Uhr

Das Unglück geschah am Freitag in der Nähe der Stadt Amritsar im Bundesstaat Punjab im äußersten Norden Indiens. Unter den Toten sollen laut Augenzeugen auch Kinder sein. Ein Polizist sprach am Unglücksort von “mehr als 50 bis 60” Toten. “Wir kennen die Umstände nicht, aber viele Leute aus der Menge sind in Richtung Gleise geeilt und wurden von dem Zug zerquetscht”, so ein Sprecher.

Etwa 500 bis 700 gläubige Hindus hatten laut dem Sender “Times Now News” das Fest Dussehra gefeiert. Im Rahmen des Festes werden Bildnisse des Dämonenkönigs Ravana verbrannt. Die Rede war auch von laut explodierenden Knallern, wegen denen Menschen auf die Gleise liefen und den herannahenden Zug nicht hören konnten.

Auf einem von der Nachrichtenagentur Ani verbreiteten Video war ein Zug zu sehen, der schnell an einer Menschenmenge vorbeifährt. Außerdem ist lautes Knallen zu hören. Laut dem Sender NDTV sagte ein Augenzeuge der indischen Nachrichtenagentur Ani: “Die Verwaltung und das Dussehra-Kommitee sind schuld, sie hätten Alarm schlagen sollen, als sich der Zug näherte. Sie hätten dafür sorgen sollen, dass der Zug anhält oder langsamer wird.”

Der indische Premierminister Narendra Modi drückte sein Mitgefühl auf Twitter aus: “Extrem traurig über das Zugsunglück in Amritsar. Die Tragödie ist herzzerreißend. Ich möchte den Familien, die ihre Angehörigen verloren haben, mein tief empfundenes Beileid aussprechen und bete, dass sich die Verletzten schnell erholen. Habe die Beamten gebeten, die erforderliche Soforthilfe zu leisten.”

Der Ministerpräsident des Bundesstaates Punjab, Amarinder Singh sagte, er werde am Samstag an den Unglücksort fahren. “Der Staat ist in höchster Alarmbereitschaft.”

Indien erlebt jedes Jahr zahlreiche Zugunfälle, bei denen in den vergangenen Jahren Tausende Menschen gestorben sind. Viele Züge und Schienen sind sehr alt und werden nicht häufig genug gewartet. Die indische Bahn hatte im vergangenen Jahr angekündigt, die Sicherheitsrichtlinien zu überarbeiten.

Von: APA/dpa

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