Messerattacke im Hamburger Stadtteil Barmbek

Ein Toter bei Messerattacke in Hamburg

Freitag, 28. Juli 2017 | 22:27 Uhr

Bei der Messerattacke in einem Hamburger Supermarkt sind nach neuen Angaben der Polizei ein Mann getötet und sechs weitere Menschen verletzt worden. Zunächst war von vier Verletzten die Rede gewesen. Der Täter ist nach Polizeiangaben 26 Jahre alt und in den Vereinigten Arabischen Emiraten geboren. Ein terroristischer Hintergrund wird von den Ermittlern nicht ausgeschlossen.

Bei dem Toten geht die Polizei aufgrund von Ausweispapieren davon aus, dass es um einen 50-jährigen Deutschen handelt. Eine 50-Jährige sowie vier Männer im Alter von 64, 57, 56 und 19 Jahren erlitten demnach Messerstichverletzungen. Ein 35-Jähriger sei nach derzeitigem Stand beim Überwältigen des Tatverdächtigen verletzt worden. Die Verletzungen seien teilweise schwer.

Der Täter ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten geboren worden. Er sei 26 Jahre alt, teilte die Polizei am Freitag weiter mit. Die Staatsangehörigkeit des nach der Tat Festgenommenen werde noch geklärt. Der Mann hatte am Freitagnachmittag in Hamburg-Barmbek mit einem Messer um sich gestochen.

Nach Angaben von Bürgermeister Olaf Scholz handelt es sich bei dem Täter “offensichtlich um einen Ausländer, der ausreisepflichtig war”. Er habe aber nicht abgeschoben werden können, weil er keine Papiere hatte, teilte Scholz am Freitagabend mit.

“Zusätzlich wütend macht mich, dass es sich bei dem Täter offenbar um jemanden handelt, der Schutz bei uns in Deutschland beansprucht und dann seinen Hass gegen uns gerichtet hat” Scholz sprach von einem “bösartigen Anschlag”. Den Opfern und Angehörigen drückte er sein Mitgefühl aus.

Die Polizei bildete eine Sonderkommission unter Beteiligung der Mordkommission und des Staatsschutzes. Letzterer ist für politisch motivierte Delikte zuständig. “Weiterhin wird in alle Richtungen ermittelt. Dies schließt Ermittlungen des Staatsschutzes ausdrücklich ein”, erklärte die Polizei.

Der Messerstecher ist einem Bericht des “Tagesspiegels” zufolge den deutschen Behörden als Islamist bekannt. Die Zeitung berief sich dabei auf Sicherheitskreise. Er sei als Flüchtling nach Deutschland gekommen und habe in Hamburg eine einfache Beschäftigung gehabt. “Auch wenn das Motiv noch nicht ganz klar ist, müssen wir offenbar von einem Anschlag ausgehen”, zitierte die Zeitung einen Sicherheitsexperten.

Augenzeugen berichteten, der Täter habe auf seiner Flucht mehrfach “Allahu Akbar” gerufen, das bedeutet übersetzt “Gott ist groß”. Es gab in der Vergangenheit mehrfach Terroranschläge islamistischer Extremisten, bei denen die Täter diesen Ausruf verwendeten.

Der Mann sei mit dem Messer in der Hand die Straße entlanggelaufen. “Dann hat er mal das Messer kurz hochgehalten und “Allahu Akbar” geschrien, das hat er zweimal gemacht”, sagte Anrainer Remo Pollio der Deutschen Presse-Agentur. “Er hat das Messer in die Luft gehalten und dann ‘Allahu Akbar’ gerufen – so habe ich das verstanden”, sagte auch der Augenzeuge Ralph Woyna.

Bei der Messerattacke in einem Hamburger Supermarkt sind nach neuen Angaben der Polizei ein Mann getötet und sechs weitere Menschen verletzt worden. Zunächst war von vier Verletzten die Rede gewesen. Bei dem Toten geht die Polizei aufgrund von Ausweispapieren davon aus, dass es um einen 50-jährigen Deutschen handelt.

Wie bereits beim letzten Terrorangriff in London geschehen, sind die Bürger nicht mehr bereit, den Anschlägen tatenlos zuzusehen. In Hamburg wehrten sich mehrere Männer gegen den Angreifer und bewarfen ihn mit Stühlen.

Von: APA/dpa