Meteorologen erwarteten "schweren, nassen Schnee"

Eine Tote bei neuem Schneesturm an der US-Ostküste

Donnerstag, 08. März 2018 | 17:51 Uhr

Die Ostküste der USA wird erneut von einem heftigen Wintereinbruch heimgesucht. Nachdem Ende voriger Woche bei einem sogenannten Bombenzyklon in der Region acht Menschen ums Leben gekommen waren, wurden seit Mittwoch neue starke Schneefälle gemeldet. Im US-Staat New York wurde eine 88-jährige Frau von einem umstürzenden Baum erschlagen, wie der Sender CBS News berichtete.

In Teilen New Yorks fielen 30 Zentimeter Schnee, in nahe gelegenen ländlichen Regionen maß der Nationale Wetterdienst bis zu einem halben Meter. Die Meteorologen erwarteten für die Region “schweren, nassen Schnee”, Überflutungen in Küstengebieten und böige Winde.

In New Jersey wurde ein Lehrer von einem Blitz getroffen, überlebte aber. Die Gouverneure der US-Staaten New York, New Jersey und Massachusetts riefen am Mittwoch den Notstand aus. Viele Schulen von Philadelphia bis Boston blieben bereits am Mittwoch geschlossen.

Bis zu 50 Millionen Menschen von Maryland bis Maine sind von den Sturmwarnungen betroffen. In der Metropole New York City wurden zwischen 15 und 30 Zentimeter Neuschnee erwartet. Auch mit Überflutungen und Windböen wurde gerechnet. Allein im Staat New Jersey waren am Mittwochabend nach Angaben von Gouverneur Phil Murphy 300.000 Einwohner ohne Strom. Der neue Sturm sollte aber nicht so heftig werden wie derjenige der vergangenen Woche, als viele Küstenzonen überschwemmt und insgesamt zwei Millionen Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten wurden.

Der heftige Wintersturm sorgte neben heftigem Schneefall auch für Stromausfälle und Verkehrschaos. Wegen des Unwetters wurden am Mittwoch laut der Website FlightAware mehr als 2.500 Flüge in der Region gestrichen. Zehntausende Reisende saßen fest. Betroffen waren unter anderem die Airports in New York, Philadelphia und Boston. Allein am New Yorker Großflughafen John F. Kennedy wurden rund 550 Flüge gestrichen und damit 42 Prozent aller vorgesehenen Verbindungen. Die für die Flughäfen zuständige Behörde Port Authority erklärte, jeder Flughafen halte vorsorglich Klappbetten, Decken sowie Windeln und Babymilch bereit. In Boston und Philadelphia wurden fast 20 Prozent der Flüge abgesagt.

In Boston warnte der Wetterdienst am Donnerstagmorgen (Ortszeit) noch vor Überflutungen und Windböen. Insgesamt sollte der Sturm aber nicht so heftig werden wie der in der vergangenen Woche, als viele Küstenzonen überschwemmt und insgesamt zwei Millionen Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten waren.

Am vergangenen Freitag waren an der US-Ostküste fünf Menschen von umstürzenden Bäumen oder abgerissenen Ästen erschlagen worden, als der Wintersturm “Riley” große Teile der Region mit Schnee- und Regenfällen sowie starken Windböen überzog. Mehr als 3.000 Flüge wurden wegen des Sturms gestrichen. In mehr als 100.000 Haushalten fiel der Strom aus. Tausende von ihnen waren am Mittwoch noch immer ohne Elektrizität, neue Stromausfälle vor allem in Pennsylvania und New Jersey kamen hinzu.

Von: APA/dpa/ag.