Nun spielt auch die Wetterlage mit

Einsatz bei Waldbrand in NÖ mindestens bis zum Wochenende

Mittwoch, 03. November 2021 | 16:25 Uhr

Der Einsatz beim Waldbrand in Hirschwang in der Marktgemeinde Reichenau a.d. Rax (Bezirk Neunkirchen) wird mindestens bis zum Wochenende dauern. Darauf haben am Dienstag LHStv. Stephan Pernkopf (ÖVP) und Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner im Gespräch mit der APA verwiesen. Etwa 300 Helfer und neun Hubschrauber waren laut dem Landesvize aufgeboten. Man hoffe, Ende der Woche “Brand aus” geben zu können, sagte LH Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) nach einer Lagebesprechung.

Seit Ausbruch des Brandes seien rund 7.500 Feuerwehrleute im Einsatz gewesen, sagte die Landeshauptfrau laut einer Aussendung. “Es ist unglaublich, was hier von den Einsatzkräften geleistet wurde und wird”, betonte Mikl-Leitner im Anschluss an eine Lagebesprechung am Nachmittag in Hirschwang a.d. Rax, an der neben Pernkopf und Fahrafellner u.a. auch Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) und Bezirksfeuerwehrkommandant Josef Huber als Einsatzleiter teilnahmen.

Die niederösterreichische Feuerwehr habe sich bereits seit mehreren Jahren auf ein derartiges Szenario vorbereitet, etwa bei Brandbekämpfungen in Portugal oder Nordmazedonien, hielt Mikl-Leitner fest: “Diese Erfahrungen werden jetzt auch hier im Rax-Schneeberggebiet eingesetzt”. Die Landeshauptfrau bedankte sich bei den Helfern sowie für die Unterstützung aus der Slowakei, Italien und Deutschland.

Pernkopf wies auch darauf hin, dass bisher 180.000 Mannstunden geleistet worden seien. Und das zum größten Teil freiwillig, fügte er hinzu. Aufgeboten wurden am Dienstag auch Hubschrauber aus Deutschland. Nicht mehr im Einsatz waren die beiden am Samstag aus Italien entsandten Canadair-Maschinen des Typs CL-415. Die Helfer wurden von Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) verabschiedet.

Fahrafellner berichtete u.a. von 150 Quadratmetern, die zuletzt an der Ostseite des Geschehens in Brand gestanden seien. Er verwies darauf, dass das Bundesheer Erkundungsflüge mit Wärmebildkameras durchführe, um Glutnester genau zu lokalisieren. Die entsprechenden Koordinaten würden “für ganz gezielte Abwürfe” in die Cockpits der Löschhubschrauber gespielt. 1,3 bis 1,5 Millionen Liter Wasser würden pro Tag geflogen. An Ort und Stelle waren auch wieder zwei Katastrophenhilfszüge der Feuerwehr aufgeboten.

Bezirksfeuerwehrkommandant Josef Huber hatte zuvor berichtet, dass Regen für Entspannung gesorgt habe. Niederschläge, in höheren Lagen auch in Form von Schnee, hätten am Montag in den Abendstunden eingesetzt, bis Dienstagfrüh jedoch wieder aufgehört.

Der Kommandant verwies auch darauf, dass durch den Regen etwa Steige glitschig geworden seien. Das sei “eine große Gefahr für die Einsatzkräfte”. Die Helfer würden im Gelände weiterhin von Bergrettern gesichert.

Der Waldbrand war am Montag vergangener Woche ausgebrochen. Das Feuer breitete sich extrem rasch aus – innerhalb von zehn Stunden von fünf auf mehr als 100 Hektar. Die Ursache ist weiter unklar, Ermittler gehen von einer “fremden Zündquelle” aus. Festgestellt wurde laut Polizeisprecher Johann Baumschlager u.a. mittels Video-Aufzeichnungen der Rax-Seilbahn, dass die Flammen an einer Stelle entstanden sind, an der in der Vergangenheit immer wieder Lagerfeuer gemacht worden waren.

Von: apa

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