Das Meerwasser erwärmt sich immer stärker, weniger Eis ist die Folge

Eisbedeckung des Nordpolarmeers schwankt saisonal immer mehr

Mittwoch, 05. Juli 2017 | 12:44 Uhr

Das Meereis in der Arktis verändert sich schneller als bisher angenommen. Die stärksten Veränderungen werden sich jetzt und in den kommenden zehn Jahren abspielen, berichten Wissenschafter vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel und der US-amerikanischen Johns Hopkins University in Baltimore.

Beobachtungen zeigten einen raschen Wandel von einer ganzjährigen Meereisbedeckung zu einem im Sommer bereits in weiten Teilen eisfreien Arktischen Ozean innerhalb weniger Jahrzehnte. Die Forscher stellen ihre Studie in der Fachzeitschrift “Scientific Reports”.

Bisherige Klimamodelle sagten eine vollständige Meereisfreiheit in den Sommermonaten erst für die zweite Hälfte dieses Jahrhunderts voraus. Die jetzt vorgestellte Studie beruht auf Analysen von Beobachtungsdaten und Modellrechnungen, wie das Helmholtz-Zentrum am Mittwoch mitteilte. Sie zeigen, dass die Meereisbedeckung saisonaler wird. “Das arktische Meereis ist nun genauso saisonal, wie wir es vom antarktischen seit Beginn von Beobachtungen kennen”, erläutert Thomas Haine, einer der beteiligten Forscher.

In Teilen der Arktis war es im letzten Herbst und Winter so warm wie nie zuvor. An manchen Tagen seien bis zu 16 Grad höhere Temperaturen als im langjährigen Mittel registriert. “Dies liegt auch an der immer geringer werdenden Meereisbedeckung, die jedes Jahr im September auf der Nordhalbkugel ihr Minimum erreicht”, heißt es in der Mitteilung. Dieser Rückgang ermögliche eine immer stärkere Erwärmung des Meerwassers im Sommer und verzögere damit den Beginn der Eisbildung im Herbst. Das führt dann wieder zu dünnerem Eis zu Beginn des nächsten Sommers, das damit schneller und früher schmilzt: Ein Teufelskreis.

Von: APA/dpa

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