Auf den Straßen brach Panik aus

Erdbeben der Stärke 7,3 erschütterte Venezuela

Mittwoch, 22. August 2018 | 12:13 Uhr

Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,3 hat am Dienstag Venezuela erschüttert. In der Bevölkerung brach Panik aus, Berichte über Verletzte oder Todesopfer lagen aber zunächst nicht vor. Auf Fotos in örtlichen Medien und Online-Netzwerken waren Schäden an Gebäuden zu sehen.

Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS ereignete sich das Beben in dem südamerikanischen Land gegen 17.30 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt waren viele Menschen auf dem Rückweg von der Arbeit. Das Epizentrum lag demnach im Nordosten nahe der Küste des Bundesstaates Sucre in 123 Kilometern Tiefe.

Die venezolanische Erdbebenwarte Funvisis gab die Stärke des Bebens zunächst mit 6,3 an, korrigierte diesen Wert später jedoch auf 6,9. Das Epizentrum lag nach ihren Angaben in der Nähe des Ortes Yaguaraparo im Bundesstaat Sucre in einer Tiefe von lediglich hundert Metern.

Der Erdstoß dauerte mehrere Sekunden und war auch in der rund 400 Kilometer entfernten Hauptstadt Caracas zu spüren, insbesondere in mehrstöckigen Gebäuden. Viele der Gebäude wurden geräumt. In den Online-Netzwerken gab es zahlreiche Alarmmeldungen, vor allem von Bewohnern der Region von Caracas, die kaum an Erdbeben gewöhnt sind. Im Großraum Caracas leben rund vier Millionen Menschen.

“Das ganze Gebäude wankte, das ganze Gebäude hat sich bewegt”, sagte Eduardo Zambrano, der im elften Stock eines Gebäudes in Caracas lebt. In der Hauptstadt war ein verlassenes Hochhaus zu sehen, das sich nach dem Beben gefährlich zur Seite neigte. Innenminister Nestor Reverol sagte, Schäden würden derzeit geprüft, das nationale “Risikobewertungsteam” sei im Einsatz.

Reverol zufolge war das Beben in mehreren Bundesstaaten zu spüren. Er rief in einer Ansprache im Fernsehen zur Ruhe auf. “Menschen rannten auf die Straße, vielerorts ging das Licht aus”, sagte Jose Nevada aus dem östlichen Bundesstaat Delta Amacuro. Das Mobilfunknetz brach infolge der zahlreichen Anrufe nach dem Beben zeitweise zusammen.

Das Pazifische Tsunami-Warnzentrum erklärte, es gebe keine Warnung für eine Sturmflut. Die Lage nahe dem Epizentrum sei ruhig, sagte der örtliche Gouverneur Edwin Rojas. Gerüchte in den Online-Netzwerken über einen Tsunami bezeichnete er als “Psychoterror”.

Auch in Trinidad und Tobago vor der Küste Venezuelas waren die Erdstöße zu spüren. Von dort wurden kleinere Schäden gemeldet, Opfer gab es offiziellen Angaben zufolge nicht.

Zwei starke Beben ereigneten sich in Venezuela zuletzt im Juli 1967 und im Juli 1997. Das Beben von 1967 in Caracas hatte eine Stärke von 6,7 – mehr als 200 Menschen kamen damals ums Leben. Das Beben von 1997 hatte eine Stärke von 7,0 und ereignete sich in Cariaco im Bundesstaat Sucre; dabei kamen 73 Menschen ums Leben.

Venezuela leidet seit Jahren unter einer schweren Wirtschaftskrise. Angesichts gravierender Versorgungsengpässe flüchteten nach UNO-Angaben bereits mehr als zwei Millionen Menschen außer Landes.

Von: APA/dpa

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