Die Aufräumarbeiten sind weiter im Gang

Erdbeben in Italien: Renzi verspricht raschen Wiederaufbau

Montag, 29. August 2016 | 16:13 Uhr

Nach dem schweren Erdbeben in Mittelitalien am Mittwoch verspricht Premier Matteo Renzi einen raschen und nachvollziehbaren Wiederaufbau. “Wir werden prüfen, wie jeder Cent für den Wiederaufbau ausgegeben wird”, versicherte Renzi am Montag. Seine Regierung werde einen Plan vorstellen, um die Sicherheit der Immobilien in seismischen Gebieten zu stärken.

“Der Wiederaufbau genügt nicht, wir müssen weiteren Katastrophen dieser Art vorbeugen”, sagte Renzi, der sich beim Wiederaufbau-Plan von Stararchitekten Renzo Piano beraten lassen will. Der Premier nahm den geglückten Wiederaufbau in Friaul nach dem Erdbeben 1976 als Beispiel. Renzi lobte den Einsatz des Zivilschutzes und der Rettungseinheiten. “Dank ihrer Leistungen konnten 238 Menschen lebend geborgen werden”, kommentierte Renzi. Italien bezeichnete er als “verletzte Familie”, die jedoch auf die Katastrophe reagieren werde.

Der Wiederaufbau des Erdbebengebiets zwischen den Regionen Latium und Marke könnte bis zu zehn Milliarden Euro kosten. 70 Prozent der Immobilien entspricht nicht antiseismischen Standards, berichteten Medien. Renzi hat sich indes mit Architekten Piano getroffen, um über den Wiederaufbau nach dem Erdbeben zu diskutieren. “Ich habe ihm gesagt, es braucht eine Baustelle, die zwei Generationen einbindet und mit Beiträgen aus der ganzen Welt finanziert wird”, kommentierte Piano, der zu den bekanntesten Architekten weltweit zählt und als Senator auf Lebenszeit im italienischen Parlament sitzt.

Laut Piano müssten Gebäude entlang des gesamten Apennins – von Norden bis Süden – stabilisiert werden. “Die außerordentliche Schönheit Italiens gehört nicht nur uns Italienern, sondern ist ein Erbe der ganzen Menschheit”, so Piano. Daher seien Beiträge aus dem Ausland zur Stabilisierung der Gebäude in Italien wichtig.

Der italienische Senatspräsident und ehemalige Mafia-Jäger Pietro Grasso warnte vor der Gefahr, dass die Mafia versuchen könnte, mit dem Wiederaufbau lukrative Geschäfte zu machen. Überall, wo es große Investitionen gebe, bestehe die Gefahr eines Eindringens der Mafia. “Aufsicht ist notwendig und die italienischen Institutionen werden dazu in der Lage sein”, sagte Grasso. Er sprach sich für die Veröffentlichung einer “weißen Liste” von Baugesellschaften aus, die jeglichen Kontakt zur organisierten Kriminalität ablehnen. Auch Ermittler weisen auf die Gefahr hin, dass mit Mafia-Clans verbundene Baugesellschaften beim Wiederaufbau der mittelitalienischen Region aktiv mitmischen.

Ermittelt wird indes wegen der Volksschule von Amatrice, Epizentrum des Erdbebens. Die Schule war 2012 als “erdbebensicher” renoviert worden, sie stürzte jedoch zum Großteil beim Erdbeben am Mittwoch ein. 700.000 Euro wurden für die Renovierungsarbeiten ausgegeben. Der Bauunternehmer, der für die Renovierung der Schule durchgeführt hatte, wies die Vorwürfe zurück.

Inzwischen nimmt die Zahl der Erdbebenopfer weiter zu. Die Leiche einer Frau wurde am Montag aus den Trümmern des eingestürzten Hotels Roma in Amatrice geborgen. Die Frau starb unter den Trümmern in einem Zimmer im ersten Stock des Hotels. Damit stieg die Opferzahl der Katastrophe auf 291. Zwei weitere Personen wurden unter den Trümmern lokalisiert. Die Bergung gestaltet sich jedoch schwierig, wie italienische Medien berichteten. Weitere zehn Personen werden in Amatrice noch vermisst.

Die für den morgigen Dienstag geplante “Begräbnisfeier ohne Leichen” für die Erdbebenopfer von Amatrice und Accumoli ist verschoben worden. Die Trauerzeremonie soll nicht auf dem Flughafen der Stadt Rieti stattfinden, wie ursprünglich geplant, sondern in Amatrice, sagte Premierminister Matteo Renzi. Das neue Datum muss noch festgelegt werden.

Die Verschiebung erfolgte, nachdem Bewohner Amatrices dagegen protestiert hatten, dass die Trauerfeier in Rieti – 45 Kilometer vom Epizentrum des Erdbebens entfernt – abgehalten werden sollte. Der Bürgermeister von Amatrice, Sergio Pirozzi, hatte zuvor beklagt, nach dem Beben stehe keine einzige Kirche mehr in Amatrice, also müsse die Zeremonie im Freien stattfinden. An dem Begräbnis wollten auch Renzi und Staatschef Sergio Mattarella teilnehmen.

Von: apa

Kommentare

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2 Kommentare auf "Erdbeben in Italien: Renzi verspricht raschen Wiederaufbau"


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witschi
Tratscher
1 Monat 6 h

nicht versprechen, renzilein, handeln

cookie
Tratscher
1 Monat 1 h

Net lei quatschn…tian a !und des mol ordentlich aufbauen…

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