Der berühmte Tempel wurde beschädigt

Erdbeben in Myanmar beschädigte berühmte Bagan-Tempel

Mittwoch, 24. August 2016 | 18:43 Uhr

Ein schweres Erdbeben der Stärke 6,8 hat am Mittwoch im Zentrum Myanmars mindestens drei Menschen getötet und Dutzende jahrhundertealte buddhistische Tempel in der Stadt Bagan beschädigt. Wie die Behörden des südostasiatischen Landes mitteilten, waren die Todesopfer sieben, 15 und 22 Jahre alt.

Die Erschütterungen waren auch in Rangun und Myanmars Hauptstadt Naypyidaw sowie in Indien, Thailand und Bangladesch zu spüren. Das Erdbeben ereignete sich nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS in der Nähe der Stadt Chauk, einige hundert Kilometer nordwestlich von Myanmars Hauptstadt Naypyidaw, in einer Tiefe von 84 Kilometern. Myanmars Informationsministerium teilte mit, in der Region Magway seien zwei Mädchen im Alter von sieben und 15 Jahren gestorben. In einer nahe gelegenen Stadt starb nach Angaben der Polizei ein 22-Jähriger Mann, eine Frau wurde verletzt.

In Bagan, Myanmars bedeutendster archäologischer Stätte, wurden etwa 60 Pagoden beschädigt, wie der Leiter der Kulturbehörde der Stadt, Aung Kyaw, erklärte. Einige von den buddhistischen Tempeln seien “schwer beschädigt”. Eine spanische Touristin wurde leicht verletzt.

Auf Fotos waren Staubwolken rund um Bagans eindrucksvolle Bauwerke zu sehen, die zwischen dem zehnten und dem 14. Jahrhundert errichtet wurden. Die Tempel sind für Myanmars buddhistische Bevölkerungsmehrheit von großer Bedeutung. Mittlerweile haben die etwa 2.500 historischen Monumente der Stadt aber auch einen hohen Stellenwert für die Tourismusbranche, die seit dem Ende der Herrschaft der Militärjunta im Jahr 2011 im Aufschwung ist.

Ein Lokalpolitiker in Chauk sagte, in seiner Stadt seien acht Pagoden sowie zwei weitere Gebäude eingestürzt. “Die Menschen in der Stadt haben immer noch Angst”, fügte Soe Win hinzu.

Auch aus Naypyidaw wurden Schäden gemeldet. Ein Abgeordneter veröffentlichte im Online-Netzwerk Facebook Fotos von zerbrochenen Scheiben an einem Parlamentsgebäude. In Rangun, der größten Stadt des Landes, brachte das Erdbeben Hochhäuser zum Schwanken.

Die Erschütterungen waren noch in Thailands Hauptstadt Bangkok, in Bangladesch und in der ostindischen Metropole Kolkata zu spüren. Aus Sorge vor Nachbeben wurde in Kolkata der U-Bahnverkehr gestoppt, wie der Sprecher des Betreiberunternehmens, Indrani Banerjee, sagte.

In einer Industrievorstadt von Bangladeschs Hauptstadt Dhaka wurden mindestens 20 Menschen verletzt. Arbeiter hätten wegen des Bebens in Panik versucht, aus einer Fabrik ins Freie zu gelangen, berichtete der Fernsehsender ATN Bangla. Auch in Chittagong im Süden Bangladeschs liefen die Einwohner in Panik auf die Straße.

Erdbeben kommen in Myanmar verhältnismäßig häufig vor. Zuletzt hatte sich im Jahr 2012 ein stärkeres Beben ereignet, bei dem 26 Menschen starben und hunderte weitere verletzt wurden.

Von: APA/dpa

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