Die Spurensicherung bei der Arbeit

Ermittlungen nach Bluttat in Konstanz

Montag, 31. Juli 2017 | 13:17 Uhr

Nach der tödlichen Schießerei vor einer Diskothek in der deutschen Bodensee-Stadt Konstanz laufen die Ermittlungen zu den Hintergründen und vor allem zur Herkunft der vom Täter verwendeten Waffe auf Hochtouren. Es gebe noch keine Erkenntnisse zum genauen Motiv, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Johannes-Georg Roth am Montag in Konstanz. Derzeit würden noch Zeugen vernommen.

Unklar war zunächst auch noch, woher der Täter die illegale Waffe und die drei gefüllten Magazine mit jeweils bis zu 20 Schuss scharfer Munition hatte. Dabei handelte es sich um ein in der US-Armee übliches Sturmgewehr. “Allein der Besitz einer solchen Kriegswaffe ist mit einem Jahr Freiheitsstrafe bedroht”, sagte Roth. Oftmals stammten solche illegalen Waffen oder Waffenteile aus dem Darknet, dem verborgenen und geschlossen Bereich im Internet.

Bei der Schießerei waren in der Nacht auf Sonntag ein Türsteher sowie der Schütze getötet worden. Der Täter, ein 34-jähriger Mann irakisch-kurdischer Herkunft, soll in dem Nachtclub mit Mitarbeitern in einen Streit geraten sein. Dann sei er nach Hause gegangen, mit einem Sturmgewehr zurückgekehrt und habe einen der Türsteher niedergeschossen.

Anschließend eröffnete er auch das Feuer auf die Polizisten. Er wurde angeschossen und starb im Krankenhaus. Der Mann lebte seit 1991 in Deutschland und war vorbestraft, unter anderem wegen schwerer Körperverletzung und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Der Betreibers der Diskothek war der Schwager des Täters, wie die Polizei mitteilte. Zunächst hatte sie vom Schwiegervater gesprochen.

Nach Angaben des baden-württembergischen Innenministeriums geht die Tat auf eine persönliche Auseinandersetzung zurück und hat keinen terroristischen oder islamistischen Hintergrund. Bei dem Vorfall vor der Diskothek “Grey” wurden auch ein Polizist und mehrere Partygäste verletzt.

Von: APA/dpa