Lava hatte Zementwerk in Brand gesetzt

Erneut Evakuierungen auf Vulkaninsel La Palma

Dienstag, 12. Oktober 2021 | 16:20 Uhr

Die Lage auf der Vulkaninsel La Palma hat sich am Dienstag wieder zugespitzt. Zwischen 700 und 800 Menschen wurden aufgefordert, wegen näher rückender Lava ihre Häuser mit Haustieren und ihren Habseligkeiten zu verlassen und sich auf einem Sammelplatz einzufinden, berichtete der staatliche TV-Sender RTVE unter Berufung auf das Notfall-Komitee Pevolca. Dafür hätten sie bis 19.00 Uhr Ortszeit (20.00 Uhr MESZ) Zeit.

Soweit es die Entwicklung zulasse, dürften Betroffene eventuell auch in den folgenden Tagen begleitet von Sicherheitspersonal zurückkehren, um weiteres Hab und Gut zu retten, schrieb Pevolca auf Twitter. Seit dem Ausbruch des Vulkans in der Cumbre Vieja vor gut drei Wochen mussten schon rund 6.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Sie kamen bei Angehörigen in anderen Teilen der Insel oder in Hotels unter.

Nur Stunden vor der Anordnung der Evakuierung war eine Ausgangsbeschränkung für etwa 3.000 Menschen in derselben Region, die in der Nähe des Gewerbegebiets Callejón de la Gata liegt, aufgehoben worden. Diese war am Vortag vorsorglich wegen eventuell giftiger Dämpfe verhängt worden, weil die bis zu 1.200 Grad heiße Lava mehrere Betriebe, darunter auch ein Zementwerk, in Brand gesetzt hatte. Am Dienstag seien jedoch keine Giftstoffe in der Luft gemessen worden, teilte Pevolca mit.

Von: APA/dpa

Kommentare

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2 Kommentare auf "Erneut Evakuierungen auf Vulkaninsel La Palma"


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Faktenchecker
8 Tage 2 h

Manchmal ist ein Museumsbesuch zu empfehlen.

“15 Millionen Jahre lang beherrschte ein Supervulkan das Gebiet rund um Bozen. ”

https://www.natura.museum/de/forschungsprojekte/leben-mit-dem-supervulkan/

Tigre.di.montana
6 Tage 22 h

Seit fast 30 Jahren verbringen wir unseren Urlaub dort, so auch jetzt. Luftline ist der Vulkan uns näher als Algund von der Pferderennbahn, dennoch hören wir nichts, spüren wir nichts, riechen nur etwas Schwefelgeruch der aus dem Boden kommt. Es ist aber jeder 12. Einwohner der Insel betroffen. Und dennoch ist es eine stille Katastrophe. Vor allem: nicht die direkte Zerstörung, sondern die wirtschaftlichen Folgeschäden sind bedrohlicher. Manche Palmeros haben Haus, Grund, Besitz und Beruf verloren. Der neue Lavafluss ist in altem Vulkangebiet, aber gerade dort haben die sonnenhungrigen Gäste gebaut. Es ist eine touristische Kernzone.

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