Glyphosat wurde von Bayer-Tochterunternehmen Monsanto entwickelt

EU-Behörde muss laut EuG Glyphosat-Studien veröffentlichen

Donnerstag, 07. März 2019 | 16:32 Uhr

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) muss Studien zum umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat offenlegen. Die Entscheidungen der EFSA, Einsicht in die Expertisen über Toxizität und krebserregende Wirkung des Herbizids zu verweigern, erklärte der Europäische Gerichtshof am Donnerstag für nichtig.

“Das Interesse der Öffentlichkeit am Zugang zu Informationen über Emissionen in die Umwelt besteht gerade darin, nicht nur zu wissen, was in die Umwelt freigesetzt oder absehbar freigesetzt werden wird, sondern auch zu verstehen, in welcher Weise die Umwelt durch die fraglichen Emissionen beeinträchtigt werden kann”, hieß es in der Begründung der Entscheidung.

Glyphosat wurde von dem Bayer-Tochterunternehmen Monsanto entwickelt. Es ist inzwischen patentfrei und wird mittlerweile weltweit von Dutzenden anderer Chemiekonzerne wie Dow Agrosciences und der deutschen BASF vermarktet. Bayer ist in vielen Staaten wegen der möglicherweise krebserregenden Wirkung von Glyphosat mit Klagen konfrontiert. Der Konzern hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen und darauf verwiesen, dass Zulassungsbehörden weltweit Glyphosat bei sachgemäßer Anwendung als sicher bewertet haben.

Wolfgang Zinggl, geschäftsführender Klubobmann und Landwirtschaftssprecher von JETZT, wurde in einer Aussendung am Donnerstag so zitiert: “Mit diesem Urteil ist ein entscheidender und wichtiger Schritt im Kampf gegen giftige Chemikalien in der Landwirtschaft gelungen. Mit dem Urteil hat der Gerichtshof klargemacht, dass die Interessen der Öffentlichkeit und Fragen der Gesundheit wichtiger sind als reine Geschäftsinteressen von einzelnen Konzernen. Zulassungsverfahren müssen transparent ablaufen. Es kann nicht sein, dass der Öffentlichkeit Informationen über das Krebsrisiko einzelner Wirkstoffe einfach verwehrt werden.”

Ähnlich äußerten sich die Grünen im Europäischen Parlament. “Wir haben heute einen Riesenerfolg im Kampf um die Gesundheit für Mensch, Umwelt und Artenvielfalt erzielt. Endlich wird für die Öffentlichkeit nachvollziehbar, wie sich die Chemieriesen die Zulassung giftiger Stoffe selbst herbei schreiben. Die Beurteilung von Pflanzengiften müssen zukünftig Wissenschafter mit öffentlich zugänglichen Studien übernehmen”, erklärte Thomas Waitz, Imker, Biobauer und EU-Abgeordneter der Grünen.

Auch Global 2000 begrüßte die Entscheidung. “Dieses Urteil stärkt die Rechte aller Europäerinnen und Europäer auf Zugang zu Dokumenten im Sinne der Verordnung (EG) Nr. 1049/2001. Zu verdanken ist dieses Ergebnis einer Gruppe von Grünen Abgeordneten im Europaparlament sowie dem Aktivisten Anthony C. Tweedale, welche von der EFSA die Herausgabe von Industriestudien zu Glyphosat beantragt und schließlich beim EuGH dann auch eingeklagt hatten”, hieß es in einer Aussendung.

Glyphosat ist eines der am meisten benutzten Herbizide in der EU. Es wurde vom 1. Juli 2002 bis 30. Juni 2012 in die Liste der zugelassenen Wirkstoffe aufgenommen. Diese Aufnahme wurde vorübergehend bis 31. Dezember 2015 verlängert. Ein Antrag auf Zugang zu Dokumenten im Zusammenhang mit zwei Toxizitätsstudien war von der EFSA verweigert worden. Die Kläger verwiesen darauf, dass das Internationale Krebsforschungszentrum im März 2015 Glyphosat als potenziell krebserregend eingestuft hatte. Gleichzeitig hatte der Peer-Review der EFSA im November 2015 angegeben, dass Glyphosat für den Menschen wahrscheinlich nicht krebserregend sei.

Von: apa

Kommentare

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13 Kommentare auf "EU-Behörde muss laut EuG Glyphosat-Studien veröffentlichen"


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Johnarch
Johnarch
Tratscher
18 Tage 6 h

Die Europ. Behörde für Lebensmittelsicherheit verweigert die Einsicht in die Studien, das sagt wohl schon alles aus. Jeder weitere Kommentar erübrigt sich.

Mistermah
Mistermah
Kinig
17 Tage 12 h

Stimmt. Vor allem da diese Behörde auch noch öffentliche Gelder kassiert. Aber ein weiterer Beweis das die Eu nicht für die Bürger da ist, sondern eher einen privatunternehmen gleicht.

nok
nok
Tratscher
18 Tage 5 h

Wie schaut es mit den
EU Studien über:
Bleifreien Benzin, Diesel, Gas und Strom aus.
Würde mich interessieren

typisch
typisch
Kinig
18 Tage 2 h

Nicht zu laut, sonst wirst du von unserer gehirngewaschenen gesellschaft als verschwöhrungstheoretiker abgestempelt

Tabaluga
Tabaluga
Grünschnabel
18 Tage 2 h

Wie ist Kupfer für den Menschen und der Umwelt verträglich. Es wird sogar im Bio Anbau verwendet.

Neumi
Neumi
Universalgelehrter
18 Tage 25 Min

Kupfer ist nicht verträglich, sondern notwendig. Mit zuwenig Kupfer in der Birne gibt’s Rinderwahn. Bei der “Seuche” handelt es sich unterm Strich schlicht und einfach um eine Mangelerscheinung. Diese Erkenntnisse wollte keiner hören, sie hatte auch etwas mit dem damals verwendeten Dünger für den Futteranbau zu tun.

Seppl123
Seppl123
Tratscher
17 Tage 19 h

bio bedeutet einfach nur: nimm das chemisch einfachste mittel, das aber noch ausreichend wirkt.

biomittel sind nicht ungefährlich! würde es etwas besseres geben wäre kupfer verboten…

typisch
typisch
Kinig
18 Tage 4 h

Wer ist jetzt der böse tumme verschwörungtheoretiker?
Die was glauben dass es krebserregend ist oder die es nicht glauben?
Und ist man so lange vers hwörungstheoretiker bis man herausfindet dass impfen gegen alles doch nicht so gesund ist und das ganze dreht sich um dass impfbeführworter die verschwörer sind?

Mistermah
Mistermah
Kinig
17 Tage 12 h

Jeder der sein denken nicht in den Dienst des Kapitals stellt ist Verschwörungstheoretiker 😉

Aurelius
Aurelius
Superredner
18 Tage 27 Min

glyphosat bzw Roudup ist krebserregend

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
17 Tage 22 h

Wisst ihr wie das mit der Zulassung funktioniert? Bayer muss “Studien” im Auftrag geben die die Behörden überzeugen müssen… also sind es nicht die Behörden selbst die die Pestizide (und auch Medikamente!) objektiv untersuchen sondern sie müssen von der Bayer sozusagen überzeugt werden… wer viel Geld hat kann teure und überzeugende Studien finanzieren!

typisch
typisch
Kinig
17 Tage 22 h

Genau alles experten und hoch intelligente😃

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
17 Tage 15 h

Ja Herr Schuler,was sagen sie jetzt dazu???

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