Zahlreiche Länder sind von dem Fleischskandal betroffen

EU ermittelt in polnischem Fleischskandal

Freitag, 01. Februar 2019 | 18:52 Uhr

Die EU-Kommission hat wegen eines Fleischskandals auf einem inzwischen gesperrten Schlachthof in Polen Ermittlungen eingeleitet. Kontrolleure sollten am Montag nach Polen reisen, um die Situation zu analysieren, erklärte eine Sprecherin der Brüsseler Behörde am Freitag. Etwa 9,5 Tonnen Fleisch seien in Umlauf gelangt, ein Drittel davon ins EU-Ausland.

Ein Gesundheitsrisiko besteht nach Angaben der Behörden nicht. Das Fleisch werde zurückverfolgt und vom Markt genommen. Mindestens 14 Länder sind betroffen, Österreich wurde nicht genannt. Laut EU-Kommission sind nach bisherigem Stand außer Polen und Deutschland auch Frankreich, Spanien, Estland, Finnland, Ungarn, Lettland, Litauen, Rumänien, die Slowakei, Schweden, Tschechien und Portugal betroffen. Das Ausmaß ist noch nicht vollends klar, hieß es.

Hintergrund ist ein Bericht des polnischen Nachrichtensenders TVN24 über skandalöse Praktiken in einem Schlachthaus in der Woiwodschaft Masowien. Dort sollen kranke Tiere heimlich geschlachtet worden sein. Ein Reporter hatte sich bei der Firma als Arbeiter eingeschleust.

Der Leiter des polnischen Hauptveterinäramts, Pawel Niemczuk, bestätigte die rechtswidrigen Praktiken: “Das war ein illegales Prozedere in der Nacht, als es keine Veterinäraufsicht gab.” Die Behörden nehmen das Fleisch und die Produkte vom Markt, schlossen eine Gefahr für die Gesundheit von Menschen jedoch aus. Das Fleisch und daraus erzeugte Produkte könnten verzehrt werden, teilten Veterinär- und Sanitäramt nach Untersuchungen mit. Landwirtschaftsminister Jan Krzysztof Ardanowski sprach von einem Einzelfall. Dieser Betrug schade dem Ruf polnischer Lebensmittel enorm, kritisierte er. Warschau kündigte als Reaktion verschärfte Kontrollen von Schlachtbetrieben an.

Nach Frankreich sind laut Landwirtschaftsminister Didier Guillaume rund 800 Kilogramm verdorbenes Fleisch gelangt, 150 Kilo davon wurden sichergestellt. Ob verdorbenes Fleisch auch in den Handel kam, sei bisher nicht klar. Tschechien kündigte intensive Kontrollen von importiertem Rindfleisch aus Polen an. In der Slowakei sind mindestens 300 Kilogramm Rindfleisch offenbar in den Handel und sogar in Schulküchen gelangt, hieß es aus dem Agrarministerium in Bratislava. Regierungschef Peter Pellegrini richtete eine Videobotschaft an alle Schulleiter der Slowakei, in ihren Schulküchen kein Importfleisch mehr zu erlauben.

Von: APA/dpa

Kommentare

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4 Kommentare auf "EU ermittelt in polnischem Fleischskandal"


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Burgltreiber
Burgltreiber
Tratscher
15 Tage 3 h

Oanfoch skandalös!

m. 323.
m. 323.
Superredner
15 Tage 1 h

Hauptsache billig ist für viele die Devise….wenn man solche Sachen hört*““ gehe ich mit Genugtuung zu meinen Dorf Metzger wo alles passt…

Sag mal
Sag mal
Kinig
14 Tage 12 h

ekelhaft. Aber Geiz ist modern.Weniger Fleisch aber dafür genau hinterfragen .

herbstscheich
herbstscheich
Superredner
14 Tage 9 h

wenn das “Ausmaß”– nicht klar ist — dann ist der Skandal noch um einiges größer ..(Mahlzeit) . .

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