Grünes Licht für das Vakzin

EU-Kommission genehmigt Corona-Vakzine von Biontech/Pfizer

Dienstag, 22. Dezember 2020 | 08:57 Uhr

Fast zehn Monate nach Ausbruch der Corona-Pandemie in Europa kann es in der Europäischen Union mit den Impfungen losgehen. Die EU-Kommission erteilte dem Impfstoff des deutschen Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer am Montag die Marktzulassung. “Heute fügen wir dem Kampf gegen Covid-19 ein wichtiges Kapitel hinzu”, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Zuvor hatte die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) grünes Licht für die Zulassung gegeben.

Die Zulassung sei ein “Meilenstein”, sagte die EMA am Montag in Amsterdam. “Das ist wirklich eine historische wissenschaftliche Leistung”, sagte EMA-Direktorin Emer Cooke. Außerdem warnte sie: “Wir haben noch nicht den Wendepunkt der Pandemie erreicht.”

Auch EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides warnte or verfrühtem Leichtsinn: “Das ist nicht der Zeitpunkt, den Sieg zu erklären”, sagte Kyriakides Medienvertretern in Brüssel. So weit sei es erst, wenn die Pandemie besiegt sei. Dennoch sei es ein wichtiger Tag für die Europäer.

Der Impfstoff ist bereits unter anderem in Großbritannien, den USA und Kanada zugelassen. Er hat nach Angaben der Hersteller Pfizer und Biontech eine Wirksamkeit von rund 95 Prozent und wird für Personen ab 16 Jahre empfohlen. Außerhalb Europas haben schon die USA und Kanada mit Massenimpfungen mit dem Mittel begonnen.

Die EMA rechnet damit, dass der Impfstoff der Firmen Pfizer und Biontech auch gegen die neu aufgetretene Coronavirus-Variante wirksam ist. “Zu diesem Zeitpunkt gibt es keinen Beweis für die Annahme, dass der Impfstoff nicht gegen die neue Variante wirken könnte”, sagte EMA-Direktorin Cooke. Über die neue Virus-Variante müssten aber noch mehr Informationen gesammelt werden.

Biontech-Chef Ugur Sahin ist zuversichtlich, dass der Corona-Impfstoff seines Unternehmens auch gegen die in Großbritannien aufgetauchte neue Mutation des Virus wirkt. Aus wissenschaftlicher Sicht sei die Wahrscheinlichkeit dafür hoch, sagte er. “Wir haben den Impfstoff bereits gegen circa 20 andere Virusvarianten mit anderen Mutationen getestet. Die Immunantwort, die durch unseren Impfstoff hervorgerufen wurde, hat stets alle Virusformen inaktiviert”, erklärte er.

Von: APA/dpa/ag.