Aids-Präventionsmittel "Truvada" nun auch in der EU erhältlich

EU lässt Medikament zur HIV-Prophylaxe zu

Donnerstag, 01. September 2016 | 16:13 Uhr

Die EU-Kommission hat unter Auflagen gebilligt, dass Menschen mit einem hohen Risiko einer HIV-Infektion künftig auch in der EU das Prophylaxe-Medikament “Truvada” bekommen können. “Truvada” bewirkt, dass der Replikationszyklus des HI-Virus unterbrochen wird, erklärte Armin Rieger, Leiter des HIV-Bereichs am AKH Wien, am Donnerstag im Gespräch mit der APA. Das Medikament “hat Potenzial”, sagte er.

Den Aussagen des Experten zufolge ist “Truvada” in Österreich bereits seit mehr als einem Jahrzehnt in der HIV-Therapie im Einsatz. Dafür ist es laut Rieger ein “gutes Medikament”. In mehreren Studien wurde nun bewiesen, dass es auch in der Prävention verwendet werden kann. “Für diese Indikation” wurde es schon 2012 in den USA und Ende Juli auch von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) zugelassen. Die tägliche Einnahme der Tablette soll das Risiko senken, sich mit HIV zu infizieren.

“Truvada” könne man in Österreich in der Apotheke kaufen. Verwendet man es in der Therapie, werden die Kosten übernommen. Bei einer Einnahme zum Zweck der Prävention müsse man selbst dafür aufkommen. Experten zufolge könnte das Mittel in Deutschland monatlich rund 800 Euro pro Person kosten. In Österreich dürfte sich das Medikament in einer ähnlichen Preiskategorie einordnen, sagte Rieger am Donnerstag. Über den internationalen Markt seien jedoch bestimmt Generika erhältlich.

Der Mediziner gab zu bedenken, dass das Prophylaxe-Medikament “keinen hundertprozentigen Schutz” biete. Es bewirke bei täglicher Einnahme eine “90-prozentige Risikoreduktion” und sei ein “zusätzliches Instrument in der HIV-Prävention” – neben bereits etablierten Präventionsmaßnahmen wie etwa dem Kondom. Besonders interessant sei das Medikament Rieger zufolge im “Hochrisikobereich”, in Österreich etwa bei homosexuellen Männern. Dass “Truvada” – wie zum Beispiel in Südafrika – auch hierzulande vorsorglich an Prostituierte abgegeben werden könnte, glaubt der HIV-Experte nicht. “Davon habe ich nichts gehört.”

Eine Sensation sei die Billigung der EU-Kommission nicht, man müsse das “nüchtern betrachten”. Es sei “einfach ein weiteres Instrument”, sagte Rieger. Bisher zeige “Truvada” jedenfalls eine “sehr gute Wirkung” – und das relativ schnell. “Nach ein paar Tagen ist die Schutzwirkung da.”

Von: APA/dpa

Kommentare

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11 Kommentare auf "EU lässt Medikament zur HIV-Prophylaxe zu"


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tomsn
Grünschnabel
29 Tage 22 h

Na pervers!

Missx
Grünschnabel
29 Tage 21 h

Schun awin

Herb
Neuling
29 Tage 18 h
I mecht nit schon wieder für Pollemig sorgen……i bin a dafür, das Flüchtlinge gesundheitliche Fürsorge bei uns mochen miasn….. ( Tuberkulose – Malaria- usw…..) Ein Hiv Test darf man nur mit Einverständnis der jeweiligen Person durchführen wos dann auch einige dazu bereit sind… Obo uans sog i enk a……meine liebe Mitbürger…….wenn bei ins in Südtirol olle zwischen 16 bis 70 an Hiv- Test mochen tatn, würden so einige leider grosse Augen machen!!!!Leider………weil wos bei ins olls obgeat…….Thailandreisen donn zruckkemmen und mit der Frau weitermachen sie in Gefahr bringen….leider… Sex mit Ausländische Frauen bei uns in Südtirol sehr sehr verbreitet……Sex im… Weiterlesen »
leila
Grünschnabel
29 Tage 16 h

Haha bravo du bringsches genau wias isch..genau de heilign seins..obr woasch des sein die onständign olle ondrn wos net olle sunti indr kirch lafn sein die bösen…

sakkramitzn
Grünschnabel
29 Tage 20 h

iaz verdian die pharmakonzerne net lei noch dem jemand hiv hot sonder a schun davor! yippy

Queen
Neuling
29 Tage 21 h

Mir gian an Schritt zurück…. Sicher lai aufgrund wirtschaftspolitischen Interessen.

tresel
Tratscher
29 Tage 20 h

de pillnindustrie isch woll die schlimmste aller. wer woass wieviel natürliche heilmittel wos nix kosten den lieben geld zuliebe geheim gholtn oder vertuscht werden. vorsicht isch ollm no die beste prävention de vor gewissen sochen schützt.

maria zwei
Tratscher
29 Tage 20 h

Warum eigentlich erst jetzt? Dabei stellt sich mir eine Frage: werden all die männlichen Immigranten vor Betreten der EU auf HIV getestet?

Herb
Neuling
29 Tage 18 h

Nein logisch netta……da Hiv nur mit einvernehmlich mit der Person gemacht werden darf!!!! Privacy…..

leila
Grünschnabel
29 Tage 16 h

Für gezwungene orme länder wo de kronkeit viel umer isch und sie kostenlos vertoalt werd isch es sicher a groaße hielfe…find i guat👍

Wirt
Grünschnabel
29 Tage 10 h

ich wuchs mit dem Thema Aids auf. Uns wurde es eingetrichtert. Die Bilder von dahinsiechenden Menschen hat uns abgeschreckt.Heute hat Aids seinen Schrecken verloren,da es ja gute Therapieform ( Tabletten) gibt. Alles nur noch halb so schlimm. Wo bleibt die Eigenverantwortung für sein tun?

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