Jetstreams im Wandel sorgen für zunehmende Extreme

Europa leidet auf Nordhalbkugel am stärksten an Hitzewellen

Dienstag, 05. Juli 2022 | 13:06 Uhr

Europa ist auf der gesamten Nordhalbkugel am deutlichsten von stärkeren Hitzewellen betroffen. Hitzewellen über Europa nahmen drei- bis viermal schneller zu als in den übrigen nördlichen mittleren Breitengraden wie etwa in den USA oder Kanada, wie das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) am Dienstag mitteilte. Diese extremen Hitzeperioden hängen mit doppelten Jetstreams und ihrer zunehmenden Verweildauer über Eurasien zusammen – und sie werden weiter zunehmen.

Ein internationales Forscherteam wertete dazu Beobachtungsdaten aus den vergangenen 40 Jahren aus und zeigte erstmals, dass dieser rasche Anstieg mit Veränderungen in der atmosphärischen Zirkulation zusammenhängt. Der sogenannte Jetstream, ein schnell fließendes Windband, das die nördliche Hemisphäre der Erde in etwa zehn Kilometer Höhe von Westen nach Osten umströmt, ist im Wandel begriffen.

Zustände, in denen sich der Jetstream in zwei Äste aufspaltet und damit Doppeljetlagen bildet, stiegen zahlenmäßig demnach nicht, halten aber länger an. Dies erklärt der Studie zufolge fast ausnahmslos die Zunahme der Hitzewellen in Westeuropa und die etwa 30 Prozent mehr Hitzewellen im gesamten europäischen Raum.

Eine mögliche Erklärung für die zunehmende Verweildauer der Jetstreams ist nach Angaben der Forschenden die verstärkte Erwärmung der hohen Breiten, insbesondere über Landregionen wie Sibirien, Nordkanada und Alaska. Im Sommer hätten sich diese Regionen viel schneller erwärmt als der arktische Ozean. Dieser zunehmende Temperaturunterschied zwischen Land und Ozean begünstige das Fortbestehen von Doppeljetzuständen im Sommer.

In Westeuropa kommen die Wettersysteme normalerweise vom Atlantik und haben daher eine abkühlende Wirkung. Wenn es aber zum Doppeljet kommt, werden die Wettersysteme den Experten zufolge nach Norden abgelenkt, und über Westeuropa können sich anhaltende Hitzewellen entwickeln. In anderen europäischen Regionen wie dem Mittelmeerraum und Osteuropa hängen Hitzewellen wahrscheinlich eher mit trockenen Böden zusammen.

“Sommerliche Hitzewellen sind an sich kein neues Phänomen – neu ist aber, dass extreme Hitzeereignisse in Europa in den letzten Jahren häufiger und intensiver aufgetreten sind”, erklärte Efi Rousi, Hauptautorin der Studie. Aus Sicht der PIK-Wissenschafterin ist damit zu rechnen, “dass das noch schlimmer wird”.

Von: APA/AFP

Kommentare

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4 Kommentare auf "Europa leidet auf Nordhalbkugel am stärksten an Hitzewellen"


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meinungs.freiheit
meinungs.freiheit
Superredner
1 Monat 5 Tage

Gute Häuser und Infrastruktur bauen, dann überstehen wir das leichter.
Stauseen zur Stromgewinnung und als Wasserreserven sind mancherorts noch zu bauen.

Dagobert
Dagobert
Kinig
1 Monat 5 Tage

Donn erklär ins moll wo a Plotz sein soll für dei Stauseen?

So sig holt is
So sig holt is
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

gute Häuser alluan reicht nit bzw mocht wenig Sinn für die Umwelt…. man hit darin Kühler, sicher, ober wenns draußen a hituewelle gib wos brings. donn wenns di vor dor Tür erschlog? man muas wia zb meran es schun seit Jahrzehnten tuat wieder mear Bäume in Städten pflanzen! Städte miassen mear grian werden und sel schnell, hel senkt die Temperaturen extrem… dor teer und die Häuser heizen sich untertogs nit auf und man hot automatisch a in dor stodt a angenehmer klima, nor brauchts kuane “guaten” Häuser

meinungs.freiheit
meinungs.freiheit
Superredner
1 Monat 5 Tage

@Dagobert
Südtirol ist gut versorgt mit Stauseen
aber Lombardei, Piemont und viele andere Regionen Italiens und Europas haben Nachholbedarf.
Für Gebirgsstauseen ist genug Platz vorhanden, es braucht nicht so sein dass Höfe enteignet werden wie annudazumal am Reschen/Graun.

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