Vom "Night Life" in die Wohnhäuser

Europäischer Drogenbericht ortet mehr Konsum daheim

Mittwoch, 09. Juni 2021 | 11:05 Uhr

Der Drogenkonsum in Europa hat sich in Zeiten der starken Corona-Beschränkungen vom “Night Life” in die Wohnhäuser verlagert. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass in den frühen Lockdown-Phasen das Interesse an Substanzen wie Ecstasy geringer war, da diese eher mit Freizeitveranstaltungen in Verbindung gebracht werden. Der Konsum der meisten Drogen “erholte” sich im Sommer aber wieder, geht aus dem am Mittwoch in Lissabon publizierten Europäischen Drogenbericht 2020 hervor.

Mit Abstand am häufigsten wurde laut den Schätzungen der EU-Drogenbeobachtungsstelle EMCDDA im Jahr 2020 in der Europäischen Union neuerlich Cannabis konsumiert. 22,2 Millionen EU-Bürger im Alter von 15 bis 64 Jahren griffen zu Marihuana oder Haschisch. Das sind 7,7 Prozent der 15- bis 64-Jährigen, bei den Unter-35-Jährigen sogar 15,4 Prozent (15,8 Millionen Konsumenten). Die Werte für Österreich in dem Bericht lagen leicht darunter, stammten jedoch aus dem Jahr 2015.

Im Vorjahr haben geschätzt 3,5 Millionen EU-Bürger Kokain eingenommen. Das sind 1,2 Prozent der 15- bis 64-Jährigen. Zudem wurde im Jahr 2019 eine Rekordmenge von 213 Tonnen dieser Substanz beschlagnahmt, nach 177 Tonnen im Jahr 2018. Nach den Kokain-Konsumenten folgte Ecstasy (MDMA/Methylen-Dioxy-Methyl-Amphetamin) mit rund 2,6 Millionen Usern in der EU im Vorjahr. Beim Amphetamin-Konsum wurde die Zahl der Abnehmer für das Vorjahr auf zwei Millionen geschätzt.

Die Zahl der Hochrisiko-Opioid-Konsumierenden in der EU wird mit einer Millionen angegeben. Heroin und andere Opioide waren auch für 76 Prozent aller tödlichen Überdosierungen verantwortlich. Für die Gesamtzahl der Drogentoten durch eine Überdosis lagen in dem Bericht Zahlen aus 2019 vor. Aus Österreich wurden 196 Todesfälle angegeben, nach 184 im Jahr 2018. In der ganzen EU starben im Jahr 2019 schätzungsweise 5.141 Menschen aufgrund einer Überdosis.

Besondere Bedenken werden in dem Bericht im Zusammenhang mit dem Missbrauch von Benzodiazepinen – also bestimmten Schlaf- und Beruhigungsmitteln – geäußert. Ein Anstieg des Konsums in Europa sei dabei bei Hochrisiko-Drogenkonsumierenden, Strafgefangenen und einigen Gruppen von Konsumierenden von Freizeitdrogen zu beobachten gewesen. Das ist laut EMCDDA möglicherweise auf die hohe Verfügbarkeit und die niedrigen Kosten dieser Substanzen sowie auf pandemiebedingte psychische Gesundheitsprobleme zurückzuführen.

Der Drogenmarkt passe sich weiterhin an die Covid-19-Krise an. Auf der Großhandelsebene schlägt sich das laut dem Report in Änderungen bei den Schmuggelrouten und -methoden nieder. Der Schmuggel über Container und kommerzielle Lieferketten rücke statt menschlicher Kuriere stärker in den Vordergrund. Straßendealer- und -käufer passten sich nach den ersten Lockdowns an und setzten verstärkt auf verschlüsselte Nachrichtendienste, Social-Media-Apps, Online-Quellen sowie Post- und Lieferdienste.

“Wir erleben derzeit einen dynamischen und anpassungsfähigen Drogenmarkt, der den Covid-19-Beschränkungen standhält. Wir sehen auch Muster des Drogenkonsums, die immer komplexer werden, da Konsumierende einer breiteren Palette hochpotenter natürlicher und synthetischer Substanzen ausgesetzt sind”, erläuterte EMCDDA-Direktor Alexis Goosdeel laut einer Aussendung. “Mit den neuen EU-Strategien für Sicherheit und Drogenbekämpfung werden unsere Mitgliedstaaten über solide Instrumente verfügen, um dieser Notlage durch einen ausgewogenen Ansatz zu begegnen, bei dem sowohl Drogenmärkte wie auch Drogenkonsum berücksichtigt werden und der von der EMCDDA unterstützt wird”, betonte die EU-Kommissarin für Inneres, Ylva Johansson.

Von: apa

Kommentare

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16 Kommentare auf "Europäischer Drogenbericht ortet mehr Konsum daheim"


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Universalgelehrter
3 Tage 3 h

Zu Hause esse, trinke und rauche ich was und wieviel ich will….

Zefix
Zefix
Tratscher
3 Tage 19 Min

erzähl das mal dem Gesetz^^

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Universalgelehrter
2 Tage 22 h

@Zefix..ich wollte mit meinem Kommentar zum Homekiffing ua.2 die “Legalisierungsbefürworter” etwas “kitzeln” 😉. Aber dass hier Ironie nur von ganz Wenigen verstanden wird, ist ein alter 🎩 . Und die Bewertungen sind eh für mich persönlich und nicht für den Kommentar. So what 🤣. Denn zumindest Diejenigen, die hier schon länger kommentieren wissen, dass ich ein STRIKTER GEGNER jeglicher, weicher oder harter, Drogen bin. Wer jemals, wie ich, einen lieben jungen Menschen wegen diesem 💩 Zeug für immer verloren hat, kann mich bestimmt verstehen. Und ich 🚬 nicht (mehr) !

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Universalgelehrter
2 Tage 22 h

Wo sind denn die ganzen Legalisierungsschreier ??

Zefix
Zefix
Tratscher
2 Tage 20 h

die habens satt sich mit engstirnigen, an alten nutzlosen Gesetzen festhaltenden im Mittelalter lebenden Leuten zu unterhalten 😉

Soundgeist
Soundgeist
Tratscher
2 Tage 9 h

@Offline Du bisch also strikt gegen olle harten und weichen Drogen? Dormit moansch du lei die illegalen oder?

Soundgeist
Soundgeist
Tratscher
2 Tage 9 h

@Zefix net aufgeben, die Legalisierung wert kemmen;)

Soundgeist
Soundgeist
Tratscher
3 Tage 7 h

Hier sieht man, dass die Nachfrage nach Rausch riesig ist. Schafft einen legalen Markt um ein sicheres Angebot für Konsumenten zu gewährleisten und um dem Organisierten verbrechen den Hahn abzudrehen.

allesnurzumschein
allesnurzumschein
Superredner
3 Tage 4 h

Na, bittschian 🤦🤦🤦 Bong zuagnhebn und a Ruah gebn 🙄

Zefix
Zefix
Tratscher
3 Tage 19 Min

wos wilsch du ins do dermit sogn?verstea in sinn von deiner Aussog net

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Universalgelehrter
2 Tage 22 h

@Zefix..bei dir ist das nichts Neues

Zefix
Zefix
Tratscher
2 Tage 20 h

@ Offline na dann klär mich mal auf 🙂 oder hast du sonst nichts nützliches zu sagen?

Soundgeist
Soundgeist
Tratscher
2 Tage 9 h

@Zefix i verstea sein kommentar a net haha
@Offline net sirig werden.

KASPERLE
KASPERLE
Tratscher
3 Tage 6 h

Erlaubt jedem der will 1 Pflanzl anzubaun und der Drogenhandel geht um 90% zurück…..

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Universalgelehrter
2 Tage 22 h

Nomen est omen 🙈🙈🙈🙈😡😡

Zefix
Zefix
Tratscher
3 Tage 4 h

stellt enk mol die stuiereinnohmen von de 22 millionen bürger vor.De tatn sie olle freiwillig zohln lei das man niamer kriminalisiert werd

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