Eine Cobra-Einheit stürmte das Haus

Familienstreit in Oststeiermark – Verdächtiger gefasst

Dienstag, 30. Mai 2017 | 15:24 Uhr

Ein 49-jähriger Familienvater ist am Dienstag nach einem blutigen Streit mit seiner Ehefrau nach kurzer Flucht in einem Waldstück gestellt und verhaftet worden. Der Mann soll der 38-Jährigen in der Oststeiermark mit einem Messer in die Brust gestochen und sie damit lebensgefährlich verletzt haben. Zwei Kinder im Alter von vier und sechs Jahren wurden wohlauf im Haus vorgefunden.

Der Streit im Haus der Familie in Buch-St. Magdalena (Bezirk Hartberg-Fürstenfeld) dürfte laut Polizei gegen 6.00 Uhr eskaliert sein. Der Täter soll auf seine Frau eingestochen haben. Sie rettete sich vor das Haus und wurde von einem Nachbar gesehen, der die Einsatzkräfte alarmierte und Erste Hilfe leistete.

Da zunächst nicht klar war, ob Waffen im Haus sind und ob sich der Täter möglicherweise mit den Kindern verschanzt hat, wurde die Spezialeinheit Cobra gerufen. Diese stürmte das Haus und entdeckte die beiden Kleinen unverletzt in den Räumlichkeiten. Vom Täter fehlte jedoch jede Spur.

Mit Hubschrauber und Suchhunden wurde nach dem Verdächtigen gefahndet. Wenige Stunden später wurde er in einem Waldstück nahe des Tatorts gefunden. Der 49-Jährige wies ebenfalls eine Stichverletzung im Brustbereich auf, war jedoch ansprechbar. Ein Messer hatte er bei sich. Ob es sich auch um die Tatwaffe handelt, war vorerst unklar.

Der Mann wurde verhaftet und medizinisch versorgt. Seine Ehefrau musste in der Zwischenzeit im Krankenhaus notoperiert werden. Der Eingriff verlief gut, die Frau befand sich am Dienstagnachmittag wieder auf dem Weg der Besserung. Ihr Zustand war stabil. Sie hatte von der Auseinandersetzung mit ihrem Ehemann acht Stiche im Brust- und Bauchbereich davongetragen. Der 49-jährige Verdächtige dürfte sich seine Stichverletzung in der Brust selbst zugefügt haben.

Bekannt wurde indessen auch, dass es bereits im Vorjahr zu häuslicher Gewalt gekommen war und vorübergehend ein Betretungsverbot über den Oststeirer verhängt worden war. Die beiden Söhne – sie sind entgegen ersten Informationen erst vier und sechs Jahre alt – dürften von der Bluttat nichts mitbekommen haben. Sie hatten noch geschlafen, als die Spezialeinheit Cobra in der Früh das Haus stürmte.

Das Tatwerkzeug war laut den Ermittlern offenbar ein Küchenmesser mit einer etwa zehn Zentimeter langen Klinge. Ob es das selbe Messer ist, mit dem sich der Mann vermutlich selbst verletzt hat und das er auch bei seiner Festnahme bei sich hatte, ist noch immer unklar. Über seinen Gesundheitszustand war Dienstagnachmittag noch nichts näheres bekannt. Weder Opfer noch mutmaßlicher Täter konnten bis Dienstagnachmittag befragt werden.

Von: apa

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