Die Brände zogen eine Schneise der Zerstörung

Festnahme wegen Waldbränden in Kalifornien

Dienstag, 16. August 2016 | 16:47 Uhr

Im US-Bundesstaat Kalifornien ist ein mutmaßlicher Wiederholungstäter festgenommen worden, der einen derzeit wütenden Waldbrand sowie zahlreiche weitere Feuer gelegt haben soll. Dem 40-Jährigen werde Brandstiftung in insgesamt 17 Fällen zur Last gelegt, sagte der Sheriff des Bezirks Lake, Brian Martin, am Montag bei einer Gemeindeversammlung in einer Notunterkunft für Waldbrandopfer.

Laut der Behörde soll der Verdächtige sowohl für die jüngsten Brände verantwortlich sein, die im Lake County, nördlich von San Francisco, 175 Gebäude zerstört haben, als auch für weitere Fälle von Brandstiftung im vergangenen Jahr. Nach der Verkündung der Festnahme brach in der Versammlung Jubel aus. Die Bewohner hätten durch die Brände “sinnlosen Verlust und große Not erlitten”, erklärte der Chef der kalifornischen Feuerwehr. Der Festgenommene habe “ein schreckliches Verbrechen” begangen und werde die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.

Bei dem Waldbrand, der derzeit gut 160 Kilometer nördlich von San Francisco wütet, wurden erst fünf Prozent unter Kontrolle gebracht. Seit seinem Ausbruch am Samstagabend zerstörte das Feuer bereits mehrere Häuser und Geschäfte. Von einigen Häusern blieb lediglich der gemauerte Schornstein übrig. Vergangenes Jahr hatte ein Feuer in der Region vier Menschen getötet und mehr als 1.300 Häuser zerstört.

Nach Mitteilung der Feuerwehr vom Montagabend (Ortszeit) kämpften im Bezirk Lake County mehr als 1.600 Feuerwehrleute allein in dieser Region gegen die Flammen an. Der Gouverneur von Kalifornien, Jerry Brown, rief in zwei Gebieten den Notstand aus. Auf diese Weise sollen rasch Hilfsmittel und Gelder für die Brandbekämpfung mobilisiert werden.

Seit Wochen sind Löschteams in dem dürregeplagten Westküstenstaat im Einsatz. Auf Twitter hatte der Sprecher der Behörde am Montag mitgeteilt, dass derzeit fast 9.000 Feuerwehrleute gegen acht größere Brände ankämpfen.

In der kleinen Gemeinde Lower Lake nördlich des Weinbaugebiets Napa Valley brannten zahlreiche Geschäfte und Wohnhäuser ab, wie der “San Francisco Chronicle” berichtete. Im vorigen Jahr hatte das sogenannte “Valley Fire” in der Nähe mehr als 1.300 Gebäude zerstört. Vier Menschen waren damals ums Leben gekommen.

Das “Sand Fire” im hügeligen Hinterland um Santa Clarita, nördlich von Los Angeles, hatte im Juli eine Fläche von mehr als 15.000 Hektar Land verkohlt. Auch in Big Sur an der Pazifikküste zwischen Los Angeles und San Francisco brannten Häuser und Wälder ab.

Kalifornien leidet seit fünf Jahren unter einer Rekord-Dürre. Bäume und Büsche sind ausgedörrt und gehen beim kleinsten Funken in Flammen auf.

Von: APA/ag.

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