In Griechenland wüten weiter zahlreiche große Waldbrände

Feuer in Griechenland und der Türkei wüten weiter

Samstag, 07. August 2021 | 04:14 Uhr

Für die zahlreichen Großbrände in Griechenland und der Türkei gibt es weiterhin keine Entwarnung. In der Nacht zum Samstag kämpften die Feuerwehrleute in beiden Ländern weiterhin gegen die Flammen. Immer wieder wurden Menschen aufgerufen, betroffene Regionen zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. Auch in mehreren Staaten in der Balkanregion kam es zu Bränden.

Im Norden Athens loderten die Flammen in der Nacht zum Samstag entlang vieler Kilometer und tauchten den Nachthimmel feuerrot. Noch am Abend wurden Orte evakuiert und die Menschen in Hotels, bei Verwandten und Bekannten untergebracht. Auf der Insel Euböa mussten die rund 2000 Bewohner des Ortes Limni per Fähre evakuiert werden, weil der Landweg von den Flammen abgeschnitten war. Auch die Halbinsel Peloponnes, Kreta weit im Süden des Landes und Städte wie Grevena hoch im Norden sind von den seit Tagen nach langer Hitze und Trockenheit ausgebrochenen Bränden betroffen.

Am Samstag sollen dem griechischen Zivilschutz zufolge die ersten internationalen Helfer in Aktion treten. Erwartet werden bisher 16 israelische und 100 ukrainische Feuerwehrleute ebenso wie 82 Rettungskräfte und zwei Löschflugzeuge aus Frankreich. Aus Zypern kommen 40 Feuerwehrleute und zwei Flieger. Die Schweiz schickte drei Löschhelikopter, Schweden ist mit zwei Löschfliegern dabei, ebenso Rumänien mit 112 Feuerwehrleuten und 23 Fahrzeugen.

Auch in der Türkei, in der besonders die Küstenregionen im Süden und Westen seit Tagen schwer betroffen sind, bedrohen Brände weiterhin zahlreiche Orte. Im westtürkischen Mugla kamen die Einsatzkräfte nicht zur Ruhe, im Bezirk Köycegiz wurden lokalen Behörden zufolge am Freitagabend die ersten Menschen in Sicherheit gebracht. Erneut mussten Feuerwehrkräfte ein Kraftwerk vor den Flammen schützen und brennbares Material wegschaffen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete.

Im südtürkischen Antalya hat sich die Lage inzwischen beruhigt. Dort haben die Brände jedoch große Zerstörung hinterlassen. Ganze Dörfer wurden in Asche gelegt. Die Katastrophenschutzbehörde Afad stellte Container als Notunterkünfte auf. Zugleich wächst die Wut auf die Regierung. Seit Beginn der Brände vergangene Woche wird immer wieder Kritik an deren Krisenmanagement laut.

In Bulgarien sind die Waldbrände nach offiziellen Angaben indes unter Kontrolle gebracht worden. Nach Trockenheit und einer tagelangen Hitzewelle brachten Regenfälle in der Nacht zum Freitag Abkühlung und Entspannung in den Brandgebieten. In Italien kämpft die Feuerwehr hingegen weiter gegen Brände. In den vergangenen zwölf Stunden seien die Helfer zu 395 Einsätzen ausgerückt, erklärte die Feuerwehr am Freitagvormittag. Die meisten Einsätze waren in Sizilien und Kalabrien. Derzeit seien acht Löschflugzeuge im Einsatz, darunter in den Provinzen Reggio Calabria, Cosenza und Matera.

Für die nächsten Tage sagen Meteorologen wieder große Hitze für den Süden voraus. Die Temperaturen könnten von Sonntag an die 40 Grad erreichen und dann bis zu 45 Grad steigen, teilte der Wetterdienst meteo.it mit. Für den Norden sind ab dem Wochenende dafür erneute Unwetter vorhergesagt. Zu Überschwemmungen kam es schon zuletzt unter anderem am Comer See oder in Südtirol. Dort stabilisierte sich die Lage am Freitag allerdings. Ab Samstag sollen jedoch neue Gewitter in den Alpenregionen kommen.

Auch in mehreren Staaten in der Balkanregion kam es zu Bränden: In Nordmazedonien hatte die Regierung am Donnerstag den Krisenzustand ausgerufen angesichts von acht aktiven Bränden. Der Wind ändere ständig seine Richtung und entfache dadurch von immer wieder neue Brandherde, berichtete das Portal “vesti.mk”. Am Morgen waren die ersten Konvois einer Hilfsmission aus Österreich eingetroffen, mit 136 Helfern, 16 Löschfahrzeugen, 24 Lastwagenn und einem Krankenwagen. Hilfe kam zudem aus Serbien, Bulgarien und Slowenien.

Im Nachbarland Albanien gab es am Freitag immer noch etwa zehn Waldbrände, erklärte Verteidigungsminister Niko Peleshi. Insgesamt habe man 163 Brände gelöscht. Während der letzten Woche hatten Brände im Süden sowie in der Küstenregion Vlora neben Vegetation auch einige Bauernhäuser zerstört.

Kosovo wurde in dieser Zeit von fast 500 Waldbränden heimgesucht, auch hier brannten mehrere Bauernhöfe. Die Brände konnten mit Unterstützung der im Kosovo stationierten KFOR-Truppe der NATO gelöscht werden. Doch fürchten die Behörden weitere Ausbrüche.

Von: APA/dpa/Reuters

Kommentare

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10 Kommentare auf "Feuer in Griechenland und der Türkei wüten weiter"


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Grünschnabel
1 Monat 15 Tage

Erst wenn die Katastrophen vor der eigenen Haustür passieren, wird die Politik einlenken. Hoffentlich

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Kinig
1 Monat 15 Tage

In wiefern soll die Politik einlenken?

primetime
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Kinig
1 Monat 15 Tage

Ein Feuer entfacht nicht einfach so unter der prallen Sonne. Da muss schon etwas von Menschenhand “mitgeholfen” werden. Zigarettenstummel, Stück Glas, Streichholz, Jemand hat gegrillt und nicht ordentlich gelöscht…..

Faktenchecker
1 Monat 14 Tage

Und Zeus schleudert die Blitze?

Bluemchen
Bluemchen
Superredner
1 Monat 14 Tage

@primetime
Und dafür ist die Politik verantwortlich?!?!?!
Oder jeder einzelne?!?!?!

schneidigozoggla
1 Monat 14 Tage

Wow. Kommentar des Tage

primetime
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Kinig
1 Monat 14 Tage

@Bluemchen Was sollte hier die Politik tun? An kritischen Zonen, alle 10 Meter, einen Polizist aufstellen? Diese Zonen für die Öffentlichkeit sperren?

primetime
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Kinig
1 Monat 14 Tage

@Faktenchecker Laut Mythologie ja. Was willst du mit diesem belanglosem Kommentar (wieder mal…) sagen?

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Universalgelehrter
1 Monat 14 Tage

Sie sollten die Südtiroler Feuerwehr um Hilfe bitten, dann passte die Sache. In kürzester Zeit gäbe es keine Brandherde mehr.

Faktenchecker
1 Monat 14 Tage

Im Gegenteil.

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