Klimaschutz benötigt reduzierten Fleischkonsum

“Fleischatlas” zeigt Notwendigkeit von weniger Konsum auf

Dienstag, 19. Januar 2021 | 14:08 Uhr

Für die Produktion einer Tonne Fleisch werden derzeit 1,7 Tonnen Soja erzeugt und 6.600 Quadratmeter Regenwald gerodet. Der weltweite Konsum hat sich in den vergangenen 20 Jahren mehr als verdoppelt und erreichte 2018 bereits 320 Millionen Tonnen. Zahlen wie diese finden sich in der neuen Ausgabe des “Fleischatlas”. Klimaschutz wird ohne reduzierten Fleischkonsum nicht möglich sein, warnen die Herausgeber Global 2000 und Vier Pfoten.

Die beiden NGOs zeichnen sich für die Publikation der österreichischen Version verantwortlich. Österreich liegt beim Fleischverbrauch im europäischen Vergleich mit 93,8 Kilogramm pro Kopf im Jahr 2019 ganz vorne. Gegessen wurden aber nur 62,6 Kilogramm davon, der Rest gilt als Schlachtabfall in Form von Knochen und Sehnen oder er wird zum Beispiel als Tierfutter verwendet. Weiterhin dominiert das Schwein den rot-weiß-roten Teller, von dem im Schnitt 36,4 Kilogramm konsumiert wurde. Der “Fleischatlas” liefert auch Zahlen zur Häufigkeit des Konsums nach Alter und Geschlecht und da zeigen sich durchaus große Unterschiede. So konsumieren Männer bis 30 Jahre ihr Fleisch mit 58 Prozent dreimal so häufig täglich wie dies Frauen über 60 Jahren mit nicht einmal ganz 18 Prozent tun. Verzicht ist hingegen ein Minderheitenprogramm: “Vegetarisch ernähren sich Umfragen zufolge etwa vier Prozent der österreichischen Bevölkerung, vegan circa ein bis zwei Prozent”, wird im “Fleischatlas” berichtet.

Der weltweite Konsum müsste jedoch dringend reduziert werden, lautet der gemeinsame Schluss der beiden Umweltschutzorganisationen. Denn Rind, Schwein, Huhn oder Schaf und Ziege sei das Lebensmittel mit der höchsten Klimabelastung. Der aktuelle Fleischatlas 2021 warnt jedoch, dass es weltweit kein einziges Land mit einer nachhaltigen Strategie zur Reduktion von Konsum und -produktion gibt. Somit gibt es auch in Österreich keinen vorgezeichneten Weg aus dem Nutztierverzehr. Dabei gingen mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Emissionen in Österreich auf das Konto der Nutztierhaltung, ohne hier die Abholzung des Regenwaldes und den Import von Fleisch aus anderen Ländern überhaupt zu berücksichtigen. Man sei außerdem auf den Import eiweißreicher Futtermittel wie vor allem Soja, für die Tiere angewiesen. In Summe erzeuge die Ernährung der Österreicher rund 12,5 Millionen Tonnen CO2 und damit 500.000 Tonnen mehr als der Personenverkehr auf den Straßen Österreich.

Das Verbot von Rabattaktionen bei Fleisch, die Förderung pflanzlicher Alternativen, vor allem in der Gemeinschaftsverpflegung, und eine Gesetzgebung, die Umweltschutz, Tierwohl und eine faire Entlohnung für Landwirte enthalte, nannte Global 2000 in diesem Kontext als Möglichkeiten zur Konsumreduktion. “Denn die derzeitige Preise für Fleisch bilden die Kosten der Produktion bei weitem nicht ab”, so Dagmar Gordon, Leiterin der Abteilung für Biodiversität , Landwirtschaft, Ernährung und Chemie in der NGO. “Weniger Nutztiere, aber in besserer Haltung”, wäre laut Eva Rosenberg von Vier Pfoten das richtige Motto. Aus Umfragen wisse man um den hohen Stellenwert von Tierschutz in Österreich, dem die Politik aber keine Rechnung trage: “Vor allem die gesetzlichen Standards in der Schweinehaltung sind eine Schande. Das System Fleischindustrie stützt sich vor allem auf Massenproduktion und Preisdruck”.

Der Fleischatlas wird in Deutschland seit acht Jahren von der Heinrich-Böll-Stiftung gemeinsam mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, einer Partnerorganisation von Global 2000, herausgegeben. Die Österreich-Ausgabe erscheint 2021 zum zweiten Mal.

(S E R V I C E – Fleischatlas 2021 als PDF: https://www.global2000.at/sites/global/files/Fleischatlas-2021.pdf – Druckausgabe kostenfrei in limitierter Auflage erhältlich)

Von: apa

Kommentare

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27 Kommentare auf "“Fleischatlas” zeigt Notwendigkeit von weniger Konsum auf"


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halihalo
halihalo
Superredner
1 Monat 6 Tage

jeder sollte sich sein Fleisch das er isst selbst schlachten und zubereiten dann würde der konsum sicherlich sinken und die Umwelt entlasten

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

Bio ist der falsche Weg. Nur eine Marke

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

Viele würden verhungern

halihalo
halihalo
Superredner
1 Monat 6 Tage

@Ars Vivendi
glaubst du im Schlachthof werden sie gut oder besser behandelt 😅

halihalo
halihalo
Superredner
1 Monat 6 Tage

@Ars Vivendi
ich esse vielleicht seid 3Jahren kein Fleisch mehr und es geht mir gut😉..Fisch noch manchmal ,selten

halihalo
halihalo
Superredner
1 Monat 6 Tage

@Ars Vivendi
ich finde gut das du direkt beim Bauern kaufst und von artgerechter Haltung

halihalo
halihalo
Superredner
1 Monat 6 Tage

@Ars Vivendi
ok vielleicht hat das Tier weniger Stress bei seinen letzten Metern ,mag sein…mich überzeugst du aber trotzdem nicht…ich bleibe beim Fleischverzicht 🙊😆

halihalo
halihalo
Superredner
1 Monat 6 Tage

@Spiegel
das denke ich auch

halihalo
halihalo
Superredner
1 Monat 5 Tage

@Spiegel
ich finde allgemein bei Lebensmitteln regional ist wichtiger als bio…man ist vielleicht auch qualitativ besser dran

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

Es ist nur eine Vermarktungsstratefoe und nebenbei ein Klimaerwärmendes Modell denn sogar exDirektor der Fibel Urs Niggli sieht die integrierte Landwietschaft vorallem wegen dem Klimaschutz im klaren Vorteil

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

Ja trotzdem ist Europa nicht autark. nur mehr 60 % da die Eu die Landwirtschaft zerstören will um die Mercorsurstaaten zu befriedigen. Billige Lebensmittel aus Südamerika vs Autos aus Deutschland nach Südamerika

primetime
primetime
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

Auf der Baumrinde kauen!!!

elvira
elvira
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

wenn du mol kuan fleisch isch frisch bamrind oder wia?

primetime
primetime
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

Nein. Aber dieses ganze radikalisiere geht nur noch auf den Senkel

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

Absolut ihrer Meinung. Umsomehr Europa die Landw. Betrieben schliesst mit ihrer Bürokratisierung und den Freihandel umsomehr wird Regenwald gerodet.

neidhassmissgunst
neidhassmissgunst
Superredner
1 Monat 6 Tage

Als besonders klimaschädlich zu betrachten ist der Import von Fleisch aus aller Welt. Wir müssen die kurzen Wege beim Einkauf berücksichtigen in Kombination mit dem Vertrauensproduzent auf REGIONALER Basis. 
2. Man muss nicht Vegetarier werden sondern in Maßen Fleisch essen.   

Jiminy
Jiminy
Kinig
1 Monat 6 Tage

definiere mal “in Maßen”. Was für dich viel ist kann für andere wenig sein… der Durchschnittsbürger kauft Billigfleisch. Südtirol wäre nie imstande für alle Südtiroler ein mal die Woche eine Schnitzel zu “produzieren”!

gschaidian
gschaidian
Superredner
1 Monat 6 Tage

Genauso wie beim Fleisch sollte man auch über den Stromverbrauch diskutieren, bzw. über Beschränkungen reden, wenn es angeblich um den Klimaschutz gehen soll. Heißt konkret auf Konsum von Medien VERZICHTEN. Da hört man einschlägig nichts davon, vor allem nicht von der Fridays for Future Jugend.

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

Genau auf den Punkt gebracht.

Alex_001
Alex_001
Neuling
1 Monat 5 Tage

so a bleder vrgleich… di gonse tierholtung isch für mea klimaschäden als der gesomte transport af der welt verontwortlich! zudem isch so wia dr mensch mit die Tiere umgeat nit moralisch vrtretbor. di oanzige Lösung isch die Tiere in ruah lossn aufhearn si in massen zu züchten und nor als babys umzubrengan lei dass ma konn 10 minuten a schnitzl essn.. di oanzige Lösung wenma gegen Tiermissrbauch isch, isch Vegan zu leben! 🙂

giovanocci
giovanocci
Tratscher
1 Monat 6 Tage

kein wunder!
Das billigfleisch gehört abgeschafft!

wenn die beilage mehr kostet wie das Fleisch…
da kann auch keiner mehr artgerechte Haltung garantieren…

elvira
elvira
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

jo wenn sel die lait bis iaz olleweil no nit kapiert hobn isch ihmene a nit zu helfn… es muas jo niamend af fleisch verzichten ober 1x die woch a guats anstott 3x billigfleisch tuats woll a

Tanne
Tanne
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

Bei uns gibt es schon länger zwei mal die Woche Fleisch, maximal dreimal.

elvira
elvira
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

🤣🤣 1x tats a!! af 2 bis 3x fleischkonsum pro woche brauchsch nit stolz sein

quilombo
quilombo
Grünschnabel
1 Monat 6 Tage

Der Fleischkonsum, die Massentierhaltung, ist nicht nur die Ursache N.1 in der Umweltverschmutzung, mehr als aller Auto- Schiffs- und Flugzeugverkehr zusammen, sondern auch die größte Ursache für den Hunger in der Welt.

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

Was Methanausstoss angeht liegt der Amazonas an erster stelle. Nr ist die Industrie. Bitte informieren sie sich zuerst

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