Immer wieder werden Wrackteile an verschiedenen Küsten angespült

Flug MH370: Flügelteil soll bei Suche nach Wrack helfen

Mittwoch, 24. August 2016 | 13:37 Uhr

Ein angeschwemmtes Trümmerteil des seit mehr als zwei Jahren vermissten Flugs MH370 soll bei der Suche nach dem Wrack der Boeing 777 helfen. Nach Angaben der australischen Behörden vom Mittwoch sollen Modelle der sogenannten Wölbklappe im Indischen Ozean ausgesetzt werden, um zu verfolgen, wohin sie treiben. Das Trümmerteil war im Juli 2015 auf der Insel La Reunion angeschwemmt worden.

Flug MH370 der Fluggesellschaft Malaysia Airlines war am 8. März 2014 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Menschen an Bord von den Radarschirmen verschwunden. Seither wurde die Maschine nicht gefunden – trotz einer intensiven und technisch aufwendigen Suche in einem 120.000 Quadratkilometer großen Gebiet im Indischen Ozean. Am Meeresgrund wurde bisher kein einziges Trümmerteil gesichtet. Einzelne Wrackteile wurden an verschiedenen Küsten des Ozeans angespült.

Die auf La Reunion angespülte Wölbklappe wurde eindeutig als Trümmerteil von MH370 identifiziert. Das von der australischen Regierung eingesetzte Zentrum für die Koordinierung der Suche (JACC) erklärte am Mittwoch, die Klappe sei besonders wichtig, weil sie das erste gefundene Trümmerteil sei und daher am kürzesten im Meer getrieben sei.

Die JACC will dieses Teil nun mehrfach nachbilden und die mit Antennen ausgestatteten Modelle zusammen mit Treibbojen im Meer aussetzen. Satelliten sollen verfolgen, wie schnell und in welche Richtung die Modelle im Verhältnis zu den Bojen treiben. Dabei werden Einflüsse wie Wind, Strömung und Wellen berücksichtigt. Aus einem Forschungsprogramm mit Treibbojen liegen Daten aus 30 Jahren vor, die als Vergleich dienen.

Die Suche nach dem Wrack von MH370 soll bis Dezember abgeschlossen sein. Kritiker zweifeln, ob das abgesuchte Gebiet im Süden des Indischen Ozeans tatsächlich das Absturzgebiet ist. Dieses war unter der Hypothese ermittelt worden, dass in dem Flugzeug niemand mehr die Kontrolle über das Cockpit hatte und dass die Maschine stundenlang weiterflog, bis der Treibstoff ausging und sie abstürzte.

Die australische Regierung betonte, die Suche mit Hilfe des Trümmer-Modells sei nur ein Aspekt der Suche. Sie allein könne nicht zum Wrack führen. “Allerdings hoffen wir, dass sie zusammen mit bisherigen und zukünftigen Erkenntnissen zum genauen Standort des Flugzeugs führt.”

Von: APA/ag.

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