Stürmischer Temperaturwechsel

Föhnsturm fegt über Österreich

Montag, 11. Dezember 2017 | 21:28 Uhr

Eine Föhnlage hat am Montag für Sturm und warme Temperaturen in Österreich gesorgt. Die Windspitzen erreichten laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) 176,4 km/h an der Messstation Patscherkofel in einer Höhe von 2.251 Meter in Tirol. Am wärmsten war es mit 17,6 Grad in Feldkirch in Vorarlberg sowie in Golling (Salzburg). In Tirol verursachte der Sturm Probleme im Zugverkehr.

Am Sonnblick in Tirol war es ebenfalls extrem windig. Hier brausten in einer Höhe von 3.109 Metern Böen mit bis zu 166 km/h über das Gebirge. Im Flachland war es deutlich ruhiger: Auf der Hohen Warte in Wien wurden nur mehr 84,2 km/h registriert. Ebenso warm wie in Feldkirch war es mit 17,6 Grad auch in Golling in Salzburg. Jenbach in Tirol brachte es mit 16,5 Grad auf den dritten Platz.

Der Föhnsturm verursachte Schäden in mehreren Teilen Österreichs. Orkanartige Böen hoben das Dach des Bahnhofs in Hall in Tirol an, weswegen dieser bis auf Weiteres gesperrt werden musste. Auch der Zugverkehr war aus Sicherheitsgründen in diesem Abschnitt unterbrochen. Einsatzkräfte der Feuerwehr versuchten, das Dach zu sichern. Die ÖBB richteten einen Schienenersatzverkehr ein.

In Vorarlberg wurde die Feuerwehr bis 16.00 Uhr 82 Mal zu Einsätzen im Großraum Feldkirch gerufen. Bäume wurden von den heftigen Windböen geknickt oder entwurzelt, Häuser und Fahrzeuge beschädigt sowie Dächer abgedeckt. Verletzt wurde niemand. Entwurzelte oder umgeknickte Bäume blockierten auch Zufahrtsstraßen, wie ein Feuerwehreinsatzleiter der APA sagte. Diese seien gesperrt worden, es gebe kurzfristige Umleitungen. “Aber nichts Dramatisches”, beschwichtigte er. Bereits am Montagvormittag wurden am Diedamskopf Sturmspitzen bis zu 130 Kilometer pro Stunde gemessen. Gemäß der Wettervorhersage rechnete die RFL mit einer Beruhigung der Lage ab 18.00 Uhr.

In Kärnten kam es wegen umgestürzter Bäume zu Stromausfällen. Wie Josef Stocker, Sprecher des Landesenergieversorgers Kelag, auf APA-Anfrage sagte, waren am Nachmittag etwa 1.000 Haushalte ohne Strom. Auf der Villacher Alpe wurden Windspitzen von mehr als 140 km/h gemessen. Besonders vom Sturm betroffen waren die Karawanken und das Rosental, in einigen Gemeinden in den Bezirken Klagenfurt-Land und Völkermarkt, aber auch in der Innerkrems (Bezirk Spittal an der Drau) wurden Stromleitungen beschädigt. Die Kelag sei jedenfalls “in Bereitschaft”, sollten noch mehr Störungen auftreten, so Stocker.

Im heftigen Föhnsturm stürzte gegen 18.20 Uhr im Kötschachtal bei Bad Gastein (Pongau) ein Baum auf ein Auto. Eine Insassin wurde dabei ersten Informationen zufolge schwer, ihr Gatte leicht verletzt. Die Straße ins Tal war bereits vor dem Vorfall in den Mittagsstunden von der Feuerwehr gesperrt worden. Die Bergung der beiden Unfallopfer gestaltete sich schwierig.

“Es war keine Zufahrt möglich, darum haben wir Unterstützung von der Bergrettung angefordert”, sagte Johanna Pfeifenberger, Sprecherin des Roten Kreuz Salzburg zur APA. “Die Bäume lagen kreuz und quer”, berichtete auch Roland Pfund, der Leiter der Bergrettung Bad Gastein. “Es sind dabei auch große Fichten mit rund 50 Zentimetern Durchmesser umgestürzt.”

Die Einsatzkräfte mussten sich zuerst einen Weg freischneiden, um zum verunfallten Auto zu kommen. “Die Rettung hat dann die Erstversorgung übernommen und die Feuerwehr das Dach des Pkw geöffnet”, sagte Pfund. Mit einer Kurztrage haben die Bergretter die Verletzte dann zum Rettungsfahrzeug gebracht. Die Frau wurde ins Krankenhaus nach Schwarzach eingeliefert.

Am Abend musste auch die Rauriser Landesstraße (Pinzgau) aufgrund umgefallener Bäume vorübergehend gesperrt werden. Die Sperre dürfte voraussichtlich bis Dienstag gegen 08.00 Uhr aufrecht bleiben. Auch eine kurzzeitig eingerichtete Umleitung über eine Gemeindestraße musste wegen der anhaltend starken Sturmböen ebenfalls gesperrt werden. Der Rauriser Ortsteil “Bucheben” ist somit vorübergehend nicht erreichbar.

Von: apa