Eisschmelze in der Antarktis wohl mit massiven Auswirkungen

Forscher meldeten neuen Temperaturrekord von der Antarktis

Freitag, 14. Februar 2020 | 13:53 Uhr

Forscher haben einen Temperaturrekord in der Antarktis verzeichnet. Wie der brasilianische Bodenwissenschaftler Carlos Schaefer am Donnerstag sagte, wurde an der Nordspitze der Antarktis am 9. Februar eine Temperatur von 20,75 Grad gemessen. “Noch nie hat es in der Antarktis eine so hohe Temperatur gegeben”, sagte Schaefer. Es sei das erste Mal, dass die 20-Grad-Marke überschritten worden sei.

Die Temperaturmessung auf der argentinischen Forschungsstation Marambio sei Teil eines auf 20 Jahre angelegten Forschungsprojekts zu den Auswirkungen des Klimawandels auf den Permafrost in der Region, sagte Schaefer. Der letzte Temperaturrekord habe bei etwa 19 Grad gelegen, fügte er hinzu. Schaefer betonte, dass der Temperaturrekord keine Schlussfolgerungen hinsichtlich künftiger Klima-Entwicklungen zulasse. Es handele sich sich lediglich um einen Datenpunkt.

Erst vor einer Woche hatte die argentinische Wetterbehörde den wärmsten Tag auf der argentinischen Antarktis seit Beginn der Wetteraufzeichnungen verzeichnet. Auf der Forschungsstation Esperanza wurde eine Temperatur von 18,3 Grad gemessen. Argentinien ist seit 114 Jahren in der Antarktis vertreten und dokumentiert seit 1961 an mehreren Forschungsstationen die Temperaturen auf dem Kontinent.

Nach Angaben der UNO war das vergangene Jahrzehnt das wärmste auf der Antarktis seit Beginn der Aufzeichnungen. Das Abschmelzen der Gletscher und Eisschilde in der Antarktis infolge der Erderwärmung ist ein wesentlicher Faktor für den Anstieg der Meeresspiegel weltweit. Laut der neuen Studie eines internationalen Wissenschafterteams könnte bis zum Jahr 2100 allein dieser Faktor einen Anstieg um 58 Zentimeter bewirken.

Allerdings gibt es bei den Prognosen der Experten hinsichtlich der Antarktis eine große Bandbreite, so Leitautor Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) am Freitag. Bei unvermindertem Treibhausgasausstoß liege der wahrscheinliche Effekt für den Anstieg des Meeresspiegels zwischen sechs und 58 Zentimetern, heißt es in der Studie. Gelinge es dagegen, die Emissionen rasch zu verringern, liege die Spanne zwischen vier und 37 Zentimetern.

“Der Antarktis-Faktor erweist sich als die größte Unbekannte, aber dadurch auch als das größte Risiko für den Meeresspiegel weltweit”, erklärte dazu Levermann. Er betonte, die neuen Forschungsergebnisse lieferten vor allem wichtige Informationen für den Küstenschutz. Eine hohe Wahrscheinlichkeit gibt es demnach, dass der Wert von 58 Zentimetern nicht überschritten wird.

“Je mehr Computersimulationsmodelle wir verwenden, die alle leicht unterschiedliche dynamische Repräsentationen des antarktischen Eisschildes sind, desto größer ist die Bandbreite der Ergebnisse, die wir bekommen – aber desto robuster sind auch die Schätzungen, die wir der Gesellschaft liefern können”, erklärte Ko-Autorin Sophie Nowicki vom NASA Goddard Space Flight Center. Zwar gebe es “immer noch große Unsicherheiten”, doch sei es gelungen, das Verständnis für das größte Eisschild der Erde beständig zu verbessern.

Auf längere Sicht, also in den kommenden Jahrhunderten bis Jahrtausenden, hat das Abschmelzen des antarktischen Eisschildes der Studie zufolge das Potenzial, den Meeresspiegel um mehrere zehn Meter anzuheben. “Was wir mit Sicherheit wissen ist, dass das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas die Risiken für die Küstenmetropolen von New York bis nach Mumbai, Hamburg oder Shanghai weiter in die Höhe treibt”, warnte Levermann.

Bisherige Prognosen zum Anstieg des Meeresspiegels aufgrund der globalen Erwärmung berücksichtigten vor allem die thermische Ausdehnung des sich erwärmenden Meerwassers sowie schmelzende Gebirgsgletscher als wichtigste Faktoren für den Anstieg des Meeresspiegels. Auch das Abschmelzen des grönländischen Eisschilds spielt eine Rolle. Den jetzt in der Zeitschrift Earth System Dynamics der Europäischen Geowissenschaftlichen Union (EGU) veröffentlichten neuen Forschungsergebnissen zufolge dürfte jedoch der Anteil der Antarktis bereits in absehbarer Zeit zum wichtigsten Faktor werden. Alle Faktoren zusammen ergeben dann das Gesamtrisiko des Meeresspiegelanstiegs.

Von: APA/ag.

Kommentare

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25 Kommentare auf "Forscher meldeten neuen Temperaturrekord von der Antarktis"


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Mistermah
Mistermah
Kinig
1 Monat 17 Tage
Dieses kaffesatzlesen und panikgemache geht mir so langsam auf den sack. zwischen 6 und 58 cm. das ist eine spannweite die mit wissenschaft aber null zu tun. das ist ein faktor von 10x von ungenauigkeit. bei jeder anderen theorie würde man von seinen kollegen ausgelacht. ja da werden wieder die minuse rasseln. aber es ist so. wissenschaftliche berechnungen mit einen unsicherheitsfaktor von einer größenordnung sind kompletter nonsens. das eis in der arktis liegt trotz wärmsten jänner auf einen 10 jahres hoch und über den durchschnitt dieses jahrtausends. https://www.severe-weather.eu/global-weather/arctic-sea-ice-extent-largest-february-fa/?fbclid=IwAR1SVXK3ZYLdzE9vNfMnnhAoy0XuzasJ30Kr7q3bx9a7s6iH-FD2tIpxqyg auch das antarktische sommereis liegt nur leicht unter dem mittel von 1981-2010 im grunde ändern… Weiterlesen »
Jiminy
Jiminy
Universalgelehrter
1 Monat 17 Tage

Experten sprechen nicht von den letzten 20 Jahren sondern von den nächsten 80 Jahren bis Jahrhundertende.
Bei uns ist es ja auch ganz evident: in Bozen ist die Zahl der Tropennächte sprunghaft gestiegen und die Zahl der Tage wo die Temperatur im Winter nicht über 0 geht ist stark geschrumpft! Die Tiegermücke bedankt sich recht herzlich…

Sag mal
Sag mal
Kinig
1 Monat 17 Tage

Mistermah. was glaubst wie nervig diese Positivdenker,Verharmloser,Ignoranten erst ist🙄

Mistermah
Mistermah
Kinig
1 Monat 17 Tage

Ja dieselben Experten sagten in den 90igern und Anfang 2000 ab 2020 gibs in den Alpen inim Mittelgebirge keinen Schnee mehr. Nur mehr im Hochgebirge.

nightrider
nightrider
Superredner
1 Monat 17 Tage

Man muss bei der Problematik schon alle Aspekte sehen und nicht nur das was gerade in die eigene Ideologie passt. Die Ausdehnung des Eises ist in der Antarktis in den letzten Jahren größer geworden aber dieses Eis schwimmt schon auf dem Wasser und hat kaum Auswirkungen auf den Meeresspiegel. Hingegen nimmt rapide das Eis auf dem Land an Masse ab und das hat sehr wohl Auswirkungen auf dem Mehresspiegel.
https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Antarktischer_Eisschild

Grantelbart
Grantelbart
Superredner
1 Monat 17 Tage

@mistermah:
Wir können auch die letzten 10.000 Jahre mit einbeziehen um die Daten schön zu reden. Dass seit Jahren riesige Teile des Eisschilds abbrechen ist nicht neu und auf den Meeresspiegel wirkt sich das vorerst auch nicht aus. ABER ohne den Eisschild beginnt das Eis auf dem Festland abzuschmelzen und die Erwärmung nimmt nochmals zu. Interessanter Fakt dazu: das gesamte Festlandeis der Antarktis würde sofern es abschmilzt den Meeresspiegel um 58 Meter ansteigen lassen.
PS: Weiss nicht woran du deinen Eisrekord festmachst aber die Satellitenbilder seit 2010 sprechen eine deutliche Sprache.

nightrider
nightrider
Superredner
1 Monat 17 Tage

@Mistermah
Schaut zur Zeit nicht gut aus mit dem Schnee im Mittelgebirge.

Staenkerer
1 Monat 17 Tage

wer jung genua isch und in coronavirus überleb konn 2050 jo nochprüfn wieviel vom stiefel no übrig isch …

Mistermah
Mistermah
Kinig
1 Monat 17 Tage

@grantelbart
Eisrekord? 😂 wer sagt was von einen Rekord? Woher offizieller link. Einfach öffnen 👍
@nightrider
Schnee gab es im November on mass im Mittelgebirge und wird es auch heuer geben. Übrigens Mittelgebirge 1000-2000 m.
Das Festlandeis ist leicht in einem kleinen teil der Antarktis zurückgegangen. Der Großteil nimmt zu! Wie soll es auch abschmelzen bei einer Jahresdurchschnittstemperatur bei -26 Grad???? Weil mal 2 tage im jahr über null sind??? Sie dir die jahrestemperaturen dieser Station mal an. Da findest du sehr selten plusgrade. Auch jetzt im Hochsommer!

Jiminy
Jiminy
Universalgelehrter
1 Monat 17 Tage

@Mistermah
ah ja genau, wie man vom Fenster aus sehen kann, die Gletscher wachsen von Jahr zu Jahr! 😂😁🤪

Jiminy
Jiminy
Universalgelehrter
1 Monat 17 Tage

@Grantelbart
in Venedig sind sie einer anderen Meinung…

nightrider
nightrider
Superredner
1 Monat 17 Tage

@Mistermah
Mittelgebirge wird je nach Breitengrad anders definiert und Schnee gabs dort nur im November.
Du sagst selber dass dass Mittelgebirge bei uns bei 1000 m anfängt aber eine geschlossene Schneedecke findest du zur Zeit nur ab 1600 aufwärts. Also mehr Richtung Hochgebirge als Mittelgebirge.

Grantelbart
Grantelbart
Superredner
1 Monat 17 Tage

@mistermah:
Hast du den Artikel eigentlich gelesen? Ist dir der Teil mit den fast 20 Grad und wämstem Jahrzehnt seit Messbeginn entgangen?

Staenkerer
1 Monat 16 Tage

@nightrider in 1500 – 1600 m seehöhe sein ba ins jo no dörfler, honn no nie gheart das des hochgebirgs bewohner sein ….
heuer von an schneeormen winter redn isch schun komisch, auf olle gipfel massn schnee, olle wintersportonlogn in gonzn winter, ohne viel kunstschnee in betrieb und koane minusgrade, do kimms drauf un, wo in südtirol man wohnt!

Staenkerer
1 Monat 16 Tage

@Mistermah jo, das es eis auf großen teilen der antarktis zunimmt honn i a achun gheart und glesn, kimmp ober in insre medien nie zur sproche! warum wohl …?

no eppas, in vielen ländern, zb. italien, grichenlond, ägypten, hot man im meer, in küstennähe, olte tempelruinen und gebäudereste gfundn, wenn se de domols nit unter wosser gebaut hobn, nor isch der meeresspiegel schun amoll gstiegn!

nightrider
nightrider
Superredner
1 Monat 16 Tage

@Staenkerer bisch olm no net draufkemmen wieso de antiken Stätten unter Wasser sein. Such mal unterm Stichwort Geologie.

Mistermah
Mistermah
Kinig
1 Monat 15 Tage

Grantelbart die 20 grad sind eine Lüge. Habe nachgeschaut, laut Messstation waren es 15,5 grad am 9.2. föhnbedingt. Längst schon wieder bei null.

nikname
nikname
Tratscher
1 Monat 17 Tage

fragt Mal den Trampel 🤡, alles nur Fakenews!

Aurelius
Aurelius
Universalgelehrter
1 Monat 17 Tage

der Klimawandel lässt grüßen

Mistermah
Mistermah
Kinig
1 Monat 15 Tage

Fakenews lässt grüßen. Die 20,75 Grad am 9.2 sind eine Lüge.

Brixbrix
Brixbrix
Superredner
1 Monat 17 Tage

es hot friaher a schun verschiedene Zeiten geben, oanmol Eiszeit donn is hs wieder wörmer gewordn .
und die Welt drahnt sich decht weiter

nok
nok
Superredner
1 Monat 17 Tage

Die Erderwärmung findet seit Millionen von Jahren statt.
Nur weil WIR jetzt hier sind soll sie jetzt aufhören???

nikname
nikname
Tratscher
1 Monat 16 Tage

100-mal schneller als bei natürlichen Klimaveränderunge!!!

nok
nok
Superredner
1 Monat 14 Tage

@nikname
Auch klar, wenn du die Heizung aufdrehst und nicht zurück drehst wird es heiß!! oder???

nikname
nikname
Tratscher
1 Monat 14 Tage

@nok
ja, dann wird es auch heiß 👍

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