Der Mann verschanzte sich stundenlang in seiner Wohnung

Frau starb in Bregenzer Beziehungsdrama an Sturzverletzungen

Mittwoch, 27. Juni 2018 | 14:23 Uhr

Die am Montag nach einem Beziehungsstreit in Bregenz aus dem Fenster gestürzte 27-jährige Frau dürfte an den Folgen ihrer Sturzverletzungen gestorben sein. “Das Verletzungsbild lässt sich mit dem Sturzgeschehen erklären”, habe die Obduktion ergeben, hieß es seitens der Staatsanwaltschaft Feldkirch. Sie ermittelt vorerst wegen Mordes, wie sie in der Früh vor dem Obduktionsergebnis bekanntgab.

Am Montagvormittag war der Streit eines rumänischen Paares völlig eskaliert. Als eine Nachbarin die Polizei rief, hörte die Sachbearbeiterin während des Telefongesprächs einen Schuss. Sofort wurden die Einsatzkräfte zur Wohnung des Paares in Bregenz-Vorkloster delegiert. Als die erste Streife eintraf, stürzte gerade die 27-Jährige aus dem Fenster. Ihr 30 Jahre alter Partner saß währenddessen auf der Fensterbank und hantierte mit einer Schusswaffe. Wie die Ermittlungen ergaben, handelte es sich dabei aber lediglich um eine Schreckschusswaffe.

Nach dem Fenstersturz der 27-Jährigen behielt der 30-Jährige zunächst eine weitere Frau und ein vier Jahre altes Kind als Geiseln bei sich in der Wohnung. Erst durch die Intervention einer Verhandlungsgruppe entließ er die Frau und das Kind aus der Wohnung. Anschließend versuchte das Verhandlungsteam, den Mann zur Aufgabe zu bewegen, was allerdings nicht gelang.

Bei der Übergabe einer Zigarettenpackung an den 30-Jährigen griff das Einsatzkommando Cobra zu, der Mann konnte jedoch flüchten und stürzte sich aus dem Fenster. Dabei verletzte er sich so schwer, das er seither in einem künstlichen Tiefschlaf liegt. Wann eine erste Einvernahme möglich sein wird, war am späten Mittwochvormittag nicht bekannt. Die vier Kinder, die mit dem Paar zusammenlebten, sind derzeit in einer Einrichtung der Jugendwohlfahrt untergebracht und werden dort auch psychologisch betreut.

Von: apa