Der Vater des Verdächtigen gilt als Mitbegründer des Neffentricks

Führender Neffentrickbetrüger nach Deutschland ausgeliefert

Mittwoch, 14. September 2016 | 15:05 Uhr

Jener führende Neffentrickbetrüger, der aufgrund der Veröffentlichung eines Gesprächsmitschnitts eines Anbahnungstelefonats mit einem oö. Opfer in Budapest festgenommen worden war, ist nach Deutschland ausgeliefert worden. Gegen den Polen bestand nicht nur ein österreichischer, sondern auch ein deutscher Haftbefehl. Im Mai 2014 war er in einer kinoreifen Flucht noch der Polizei entkommen.

In Warschau hob die Polizei im Mai 2014 mehrere Drahtzieher organisierter Telefonbetrüger aus. Dabei ging ihnen auch jener 29-Jährige ins Netz. Allerdings schaffte er es, zu entkommen. Vom Balkon eines Appartements im siebenten Stock hangelte er sich hinauf auf den achten, rannte durch eine Wohnung auf das Dach des Hochhauses und entkam, schilderte Chefinspektor Rupert Ortner vom Landeskriminalamt Oberösterreich.

Seitdem befand sich der Betrüger auf der Flucht. Dies hinderte ihn aber nicht daran, weiter aktiv zu sein. Im Juli vergangenen Jahres knöpfte er einer Seniorin im Innviertel mehr als 600.000 Euro ab. Die oö. Polizei veröffentlichte Teile eines Telefonmitschnitts. Ein Deutscher wollte den Gauner erkannt haben. Die Überwachung des Handys des Identifizierten und ein Stimmvergleich durch einen Sachverständigen bestätigte den Verdacht. Im Juli klickten in Budapest die Handschellen. Er dürfte in Österreich und der Schweiz betagten Menschen mehr als zwei Millionen Euro aus der Tasche gezogen haben.

Sein Vater, der als Mitbegründer des Neffentricks gilt, ist jedoch noch immer auf der Flucht. Er sei zwar schon vor Jahren in “einer Wohnung mit vergoldeten Möbeln” verhaftet worden, kam allerdings nach Hinterlegen einer Kaution von 120.000 Euro aus der U-Haft, erzählte Ortner am Mittwoch nähere Details. Danach tauchte er unter. Seine Frau und der zweite Sohn sind hingegen inzwischen auch festgenommen.

Im Zuge der Verhaftung des 29-Jährigen durchsuchten Polizisten dessen Wohnung in Danzig. Dabei trafen sie auf die beiden, die gerade Anbahnungsgespräche führten. Die Frau dürfte laut Ortner auch nach Deutschland ausgeliefert worden sein. Über den Verbleib der Mannes konnte er keine Angaben machen.

Von: apa

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