Nicht alltäglicher Einsatz für Berufsrettung

Geburt im Rettungswagen: Lea wollte nicht mehr warten

Donnerstag, 01. Juni 2017 | 19:45 Uhr

Gleich neben der Floridsdorfer Brücke in Wien ist in der Nacht auf Mittwoch die kleine Lea zur Welt gekommen. Das Baby wollte die Fahrt ins Krankenhaus mit dem Rettungswagen nicht mehr abwarten, so wurden zwei Sanitäter kurzerhand zu Geburtshelfern. Das Kind kam gesund zur Welt, es wog 4,37 Kilogramm und war 53 Zentimeter groß, berichtete die Berufsrettung Wien am Donnerstag.

Zwei Sanitäter waren zu Beginn ihres Nachtdienstes zu einem Notfall in Wien-Hernals gerufen worden. Dort wartete die werdende Mutter bereits mit starken Wehen auf die Rettung. Die Sanitäter brachten die Mutter in den Rettungswagen und starteten mit Blaulicht den Weg ins Spital. Bis dahin schafften sie es allerdings nicht mehr.

Die Sanitäter stoppten auf einer Abfahrt der Floridsdorfer Brücke und forderten die Unterstützung eines zweiten Rettungsteams an. Direkt am sogenannten Rollerdamm brachten die Einsatzkräfte im Rettungswagen die kleine Lea zur Welt. “Natürlich ist so eine Geburt im Rettungswagen nicht alltäglich”, sagte einer der Sanitäter. “Für mich war es schon die zweite Geburt, aber solche Einsätze sind immer etwas Besonderes”, fügte sein Kollege hinzu.

Der Vater des Kindes war bei der Geburt zwar dabei, “aber nicht direkt”, sagte eine Sprecherin der Berufsrettung Wien. “Aus Platzmangel musste er den Rettungswagen verlassen.” Nachdem Lea das Licht der Welt erblickt hatte, wurden Mutter und Vater gemeinsam mit dem Baby ins Krankenhaus gebracht. “Ich wusste schon vorher, dass die Geburt meines vierten Kindes schnell gehen würde, aber so schnell, das hat uns schon überrascht”, erzählte die Mutter. “Bei den Kontrolluntersuchungen haben wir noch mit dem Arzt gewitzelt, dass es unsere Kleine eilig haben wird: ‘Die kommt sicher im Rettungswagen zur Welt’. Und er hatte Recht.”

Von: apa