Für Weinstein wird es langsam eng

Geschworenengremium erhob Anklage gegen Weinstein

Donnerstag, 31. Mai 2018 | 14:50 Uhr

Ein Prozess gegen den einstigen Hollywoodmogul Harvey Weinstein wegen Vergewaltigung und anderer sexueller Vergehen ist näher gerückt: Ein Geschworenengremium (Grand Jury) bestätigte am Mittwoch in New York die Anklage gegen den 66-Jährigen wegen des Vorwurfs einer Vergewaltigung 2013 und erzwungenen Oralverkehrs 2004.

Weinsteins Anwalt Ben Brafman erklärte, sein Mandant weise die “unbegründeten Anschuldigungen entschieden zurück”. Er werde auf nicht schuldig plädieren.

Weinstein war am Freitag wegen der beiden Fälle angeklagt worden, nachdem er sich den Behörden gestellt hatte. Mehr als sieben Monate nach Bekanntwerden der ersten Vorwürfe gegen Weinstein wegen sexueller Übergriffe war es die erste Anklage gegen den ehemaligen Erfolgsproduzenten. Wie im US-Justizsystem erforderlich bestätigte eine Grand Jury nun, dass die von der Staatsanwaltschaft vorgelegten Beweise für eine Anklage reichten.

Die Entscheidung des Geschworenengremiums sei ein weiterer Schritt, um Weinstein zur Verantwortung zu ziehen, erklärte der Bezirksstaatsanwalt von Manhattan, Cyrus Vance. Die Ermittlungen gegen den früheren Filmproduzenten gingen aber weiter. Vance forderte “weitere Überlebende und andere mit relevanten Informationen” auf, sich zu melden.

Anwalt Brafman hatte schon vor der Entscheidung der Grand Jury erklärt, dass ihre Bestätigung der Anklage “unausweichlich” sei. Schließlich werde ein “unfairer politischer Druck” auf das Gremium ausgeübt, fügte der Staranwalt mit Blick auf die #MeToo-Bewegung hinzu.

Weinstein stellte sich am Mittwoch nicht den Fragen der Grand Jury, weil er nach Angaben seines Verteidigers seine Anhörung nicht ordentlich hatte vorbereiten können. Die Staatsanwaltschaft habe der Verteidigung Details zu den Vorwürfen vorenthalten und eine Verschiebung der Sitzung der Grand Jury abgelehnt, kritisierte Brafman.

“Wir werden uns bald formell dafür einsetzen, dass die Anklage fallengelassen wird, und sollte dieser Fall tatsächlich vor Gericht kommen, rechnen wir mit einem Freispruch für Herrn Weinstein”, erklärte der Staranwalt. Im Falle eines Prozesses werde sein Mandant auf nicht schuldig plädieren.

Laut Brafman handelt es sich bei dem mutmaßlichen Opfer der genannten Vergewaltigung um eine Frau, die zehn Jahre lang eine einvernehmliche sexuelle Beziehung zu Weinstein unterhalten habe. Diese Beziehung habe auch nach der Vergewaltigungsanzeige im Jahr 2013 angedauert.

Weder Polizei noch Staatsanwaltschaft haben die mutmaßlichen Opfer in dem Verfahren namentlich genannt. Es ist aber bekannt, dass die Anzeige wegen erzwungenen Oralsex im Jahr 2004 von der damals aufstrebenden Schauspielerin Lucia Evans erstattet wurde.

Nach der Verlesung der Anklage am Freitag war Weinstein unter Auflagen freigekommen: Er musste eine Million Dollar (859.697,39 Euro) als Kaution hinterlegen, sich eine elektronische Fessel anlegen lassen und seinen Pass abgeben. Bis auf Weiteres darf er sich nur noch in den Bundesstaaten New York und Connecticut aufhalten. Im Falle einer Verurteilung drohen dem 66-Jährigen zwischen fünf und 25 Jahre Haft. Die nächste Anhörung wurde für den 30. Juli angesetzt.

Mehr als hundert Frauen, darunter zahlreiche Stars wie Angelina Jolie und Gwyneth Paltrow, werfen Weinstein vor, sie sexuell belästigt oder gar vergewaltigt zu haben. Der einstige Hollywoodmogul versichert aber, der Sex sei immer einvernehmlich gewesen.

Von: APA/dpa

Kommentare

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3 Kommentare auf "Geschworenengremium erhob Anklage gegen Weinstein"


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Dagobert
Dagobert
Superredner
23 Tage 7 h

So wie der ausschaut glaube ich gerne, dass er Gewalt anwenden musste, um eine Frau in sein Bett zu kriegen!

Dublin
Dublin
Kinig
23 Tage 5 h

…hat Zahnstein der Weinstein… 😅

Tantemitzi
Tantemitzi
Superredner
23 Tage 14 h

jo endlich!  Hoffentlich lernen itz die gonzn ondon präpotenten Arsche, dass sie domit auhearn missn!  Selche Typen moan Macht mocht sexy und jede Frau tramp dovon von so oan ongibaggot zi wern!  Wenn oanmol in so a Situation worsch, noa woasch a wie schrecklich des isch!  Ischs dein Chef, a Geschäftspartner vom Chef, a wichtigo Kunde……. noa konnsch ihm net amol glei oane schmiern! Als Frau musch noa vosuichn die irgendwie aus der Situation aussaziwuzzln ohne jemand zi “beleidigen”. Du musch nämlich noa wiedo mit den orbeiten!  

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