Der 61-Jährige bekannte sich nicht schuldig

Getötete Pensionistin: Prozess gegen Vater und Sohn vertagt

Mittwoch, 24. August 2016 | 13:45 Uhr

Der Prozess wegen Mordes gegen einen 61-jähriger Tiroler und dessen Sohn im Fall einer 2007 getöteten Pensionistin ist am Mittwoch am Landesgericht Innsbruck auf den 30. September vertagt worden. Mehrere Zeugen waren zum Verhandlungstermin nicht erschienen. Ursprünglich war der Prozess für zwei Tage anberaumt. Beide Angeklagte bekannten sich vor Richter Josef Geisler nicht schuldig.

Die Staatsanwaltschaft warf dem 61-Jährigen und seinem 30-jährigen Sohn vor, die 68-jährige Pensionistin in ihrer Wohnung mit einem Polster erstickt zu haben. Die Ermittler der Spurensicherung des LKA stellten damals an die 90 DNA-Fragmente in der Wohnung und im Auto der Pensionistin sicher. “Die Spuren lieferten jedoch zunächst keinen Treffer”, erklärte Staatsanwältin Adelheid Steiner in ihrem Eröffnungsplädoyer die Geschichte des Falls. Erst nachdem der Erstangeklagte gemeinsam mit seinem Sohn 2014 einen Geldtransporter überfallen hatte und deswegen festgenommen worden war, habe man den beiden einige der gefundenen Spuren zuordnen können.

Schuh- und Fingerabdrücke, sowie DNA-Spuren der beiden Angeklagten seien am Tatort gefunden worden. “Wenn man die Puzzleteile zusammensetzt, ergibt sich für mich ein klares Bild”, meinte Steiner. Der 61-Jährige erklärte sich die Spuren durch Handwerksarbeiten, die er in der Wohnung des Opfers durchgeführt hatte. “Ich war sicher vier oder fünf Mal in ihrer Wohnung, um etwas zu reparieren”, so der Beschuldigte. Sein Sohn habe ihm dabei geholfen. Der 30-Jährige folgte der Erklärung seines Vater. Was die Staatsanwältin ihm vorwerfe, sei lächerlich, empörte er sich in seiner Einvernahme.

Verteidiger Markus Abwerzger meinte indes in seinem Eröffnungsplädoyer, dass die Staatsanwaltschaft in der Anklage eine Geschichte ohne “Tatsachensubstrat” konstruiere. “Der Sachverhalt, wie ihn die Staatsanwältin geschildert hat, ist erfunden. Es gibt keinerlei Beweise dafür”, sagte Abwerzger in Richtung der Geschworenen. Alle von den beiden Angeklagten gefundenen Spuren würden sich durch ganz normale Handwerkstätigkeiten erklären lassen.

Gerichtsmediziner Walter Rabl wies in seinem Gutachten Erstickung als Todesursache aus. Zusätzlich sei die Frau jedoch noch vor dem Eintritt des Todes mit einem “kräftigen Griff” gewürgt worden. Dies würden ein Bruch des Zungenbeins und entsprechende Einblutungen beweisen. “Das Würgen alleine hätte aber nicht zum Tod der Frau geführt”, erklärte Rabl auf eine entsprechende Frage einer der Geschworenen. Eine Reihe an zusätzlichen Verletzungen würde zudem zeigen, dass sich das Opfer noch zur Wehr gesetzt habe, betonte der Gerichtsmediziner.

Von: apa

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