Die Infektionszahlen steigen weiter rapide an

Global mehr als 30.000 Tote, über 640.000 Corona-Kranke

Samstag, 28. März 2020 | 20:43 Uhr

Weltweit sind mehr als 30.000 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die renommierte Johns-Hopkins-Universität in den USA registrierte am Samstag 30.248 Todesfälle. Den Angaben zufolge haben sich 649.904 Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. In Italien wurde die Schwelle von 10.000 Todesopfern überschritten.

Die Zahl der Coronavirus-Toten in Italien kletterte innerhalb von 24 Stunden um 889 auf insgesamt 10.023 Tote, teilte der Zivilschutz mit. Die Zahl der Infizierten in Italien stieg von 66.414 auf 70.065. Der Prozentsatz der Neuinfizierten fiel gegenüber Freitag von sieben auf fünf Prozent. 3.856 Patienten befanden sich auf der Intensivstation, 12.384 Patienten sind inzwischen genesen, das sind 1.434 mehr als am Freitag. Italien ist das europaweit am stärksten von der Coronavirus-Epidemie betroffene Land.

Als neues Epizentrum nach Anzahl der Infizierten kann mittlerweile die USA gelten. In den Vereinigten Staaten war am Freitag ein Anstieg der Fallzahlen um 18.000 vermeldet worden, womit die 100.000er-Grenze überschritten wurde. Bereits mehr als jeder sechste der weltweit positiven Fälle kommt aus den USA. In der Zahl der Todesopfer liegen die USA mit klar mehr als 2.000 Personen an fünfter Stelle. Italien, Spanien, China und der Iran betrauerten – zumindest vorerst – noch mehr Corona-Tote.

Auch in Deutschland steigt die Zahl der Infizierten rasant. Laut einer Auswertung der Deutschen Presse Agentur waren bereits mehr als 54.000 Menschen infiziert. Die Zahl der Toten näherte sich der 400er-Marke, mittlerweile ist jedes Bundesland betroffen. Trotz der eigenen Misere flogen die Deutschen über eine Luftbrücke per Bundeswehr sechs Intensiv-Patienten aus Italien zur Behandlung nach Nordrhein-Westfalen. Italiens Zivilschutz hatte um Hilfe gebeten.

Im ebenfalls schwer vom Virus betroffenen Spanien ordnete die Regierung die Schließung aller “nicht lebenswichtigen” Unternehmen für zwei Wochen angeordnet. Dies teilte Regierungschef Pedro Sanchez am Samstagabend in Madrid mit. Eine ähnliche Regelung gilt auch in Italien. Sanchez kündigte damit einhergehend eine weitere Verschärfung der bereits seit zwei Wochen geltenden Ausgangsbeschränkungen an. Ab Montag sollen alle Arbeitnehmer, die keine unbedingt notwendigen Arbeiten verrichten, zwei Wochen lang zu Hause bleiben, erklärte der spanische Regierungschef in einer Fernsehansprache.

Als weltweit siebentes Land hat am Samstag Großbritannien die Marke von 1.000 Todesopfern überschritten. Mehr als 17.000 Infizierte zählt das Land von Premierminister Boris Johnson, der am Freitag ebenso positiv getestet worden war wie Gesundheitsminister Matt Hancock. Auch Thronfolger Prinz Charles hatte sich mit Sars-CoV-2 infiziert. Nicht zuletzt wegen des Anstiegs in Großbritannien ist die Gesamtzahl der Todesopfer in Europa auf mehr als 20.000 gestiegen.

Mit mehr als dem Doppelten der Fallzahlen wie die Briten ist aktuell der Iran konfrontiert. Hier stieg die Anzahl der Todesopfer auf mehr als 2.500 sowie die Infektionsfälle über die Marke von 35.400. Hingegen wurde in China, früheres Epizentrum der Krise, die Isolation in Wuhan beendet. Die Millionen-Metropole, Hauptstadt der Provinz Hubei, gilt als Ausgangspunkt der Ausbreitung des Coronavirus. Die Einreise ist wieder erlaubt, die Ausreise bis vorerst 8. April noch nicht.

Schärfere Maßnahmen in der Corona-Bekämpfung wurden in Russland beschlossen. In Moskau sind seit Samstag alle Einkaufszentren, Restaurants und größeren Parks für mindestens eine Woche geschlossen. Das gab es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Noch gab es mit 1.264 vergleichsweise wenig positive Fälle in Russland. In Mexiko rief Präsident Andres Manuel Lopez Obrador nach längerem Zögern dazu auf, soziale Kontakte möglichst zu vermeiden.

Von der EU-Kommission verlautete mittlerweile, dass an einer gemeinsamen Exit-Strategie aller EU-Staaten zur schrittweisen Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen gearbeitet würde. Laut Kommissionschefin Ursula von der Leyen folge man in diesem Zusammenhang der Ratschläge von Medizinern und Wirtschaftsfachleuten. Noch sei man in der Feuerlösch-Phase, dann komme eine Wiederaufbau-Phase.

Von: apa