Turbulenter Prozessbeginn

Glyphosat-Prozess gegen Monsanto begann mit Eklat

Dienstag, 26. Februar 2019 | 07:20 Uhr

Der große US-Rechtsstreit um mögliche Krebsgefahren glyphosathaltiger Produkte der Bayer-Tochter Monsanto hat turbulent begonnen. Die Auseinandersetzung vor Gericht gipfelte am Montag darin, dass der zuständige Bundesrichter Vince Chhabria der Klägerseite mit Sanktionen drohte.

Die Anwältin des Klägers Edwin Hardeman, der Monsantos Unkrautvernichter Roundup für seine Erkrankung an Lymphdrüsenkrebs verantwortlich macht, habe sich nicht an die vorgegebene Prozessordnung gehalten, so Chhabria. Der Richter warf der Klägeranwältin vor, gezielt vom festgelegten Thema abgewichen zu sein.

Chhabria hatte im Jänner entschieden, das Verfahren in zwei Teile zu trennen – zunächst geht es darum, ob Monsanto-Produkte krebserregend sind. Nur wenn die Klägerseite dies ausreichend belegen kann, würde die Frage verhandelt, ob das Unternehmen Risiken verschwiegen hat. Die Anwältin habe sich an diese vorgegebene Linie in ihrem eröffnenden Statement aber nicht gehalten. Chhabria verdonnerte sie per gerichtlicher Anordnung, noch im Laufe des Tages eine schriftliche Erklärung zu ihrem Verhalten abzugeben.

Für die Leverkusener Bayer AG, die Monsanto vergangenes Jahr für rund 63 Milliarden Dollar (55 Mrd. Euro) übernommen hatte, ist der Rechtsstreit hochbrisant. Denn es handelt sich um einen “Bellwether Case” genannten Musterfall in einem Massenverfahren, der richtungsweisend für viele weitere Klagen ist. Insgesamt ist Bayer mit rund 9.300 US-Klägern konfrontiert, Hunderte Fälle unter dem Bundesgesetz sind bei Richter Chhabria in San Francisco gebündelt.

Kläger Hardeman beschuldigt Monsanto nicht nur, mit dessen Verkaufsschlager Roundup, der das umstrittene Herbizid Glyphosat als Wirkstoff enthält, seine Krebserkrankung verursacht zu haben. Er wirft dem Saatgutriesen auch vor, die Gefahren des Produkts vertuscht zu haben. Der Konzern hatte bereits im vergangenen September eine Niederlage in einem anderen Fall vor US-Gericht erlitten, legte dagegen aber Berufung ein und weist die Anschuldigungen zurück.

“Während wir großes Mitgefühl mit Herrn Hardeman haben, unterstützt die umfangreiche wissenschaftliche Forschung zu glyphosat-basierten Herbiziden über vier Jahrzehnte hinweg die Schlussfolgerung, dass Roundup nicht für seine Krankheit verantwortlich ist”, teilte Bayer in einem Stellungnahme zum Prozessauftakt mit. Der Konzern beruft sich auf über 800 Studien, die belegen sollen, dass der Unkrautvernichter sicher ist – bei vorschriftsgemäßer Anwendung.

Die US-Kläger stützen sich ebenfalls auf diverse Studien, zuvorderst auf die Internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Monsantos Unkrautvernichter 2015 als “wahrscheinlich krebserregend” für Menschen einstufte. Beim ersten Prozess vor Chhabrias Gericht sollen jetzt etliche Experten zum Thema gehört werden. Es steht ein regelrechter Anhörungsmarathon an – in den nächsten Wochen soll an je vier Tagen pro Woche rund sechs Stunden lang verhandelt werden. Insgesamt geht das Gericht davon aus, dass der Prozess vier bis fünf Wochen dauern wird.

Von: APA/dpa

Kommentare

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23 Kommentare auf "Glyphosat-Prozess gegen Monsanto begann mit Eklat"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Tabernakel
1 Monat 16 h

Ein Dank an die Malser.

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
1 Monat 13 h

die Minusdrücker dürfen sich gerne weiter vergiften….

Aurelius
Aurelius
Superredner
1 Monat 12 h

@iuhui
leider vergiften sie uns mit

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
1 Monat 9 h

@Aurelius
leider ja

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
1 Monat 9 h

@typisch
nein, ich glaube an die Forscher von Monsanto 😂🤣😁😂🤣 Bauchweh vor lauter lachen!!! 😂🤣😂😁
Aber wenn’s um Impfen geht, dann ist die WHO heilig, oder?

typisch
typisch
Kinig
1 Monat 8 h

@iuhui
Ich traue niemanden aber trotzdem frag mich immer wo die ganzen vergifteten frühzeit gestorbenen bauern sind die mit dem gift direkt arbeiten.
Warum flurid gesund ist, aber auf zahnpasta eine altersfreigabe drauf steht. Was möchte gern bio esser so im kosmetikschrank oder putzkasten haben. Wie viel umweltfreundlicher elektroautos wirklich sind. Wann endlich das erdöl fertig ist. Ob es so viel exestierendes geld gibt um alle schulden auf dieser welt zu tilgen. Warum man bemannt vor 50 jahren auf dem mond war und danach nicht mehr…… Alles fragen die offen bleiben

peterle
peterle
Superredner
1 Monat 8 h

@iuhui
Sind Obst uns Weinbauern. Sie haben die Sitution immer noch nicht erkannt. Erst wenn Sie selber durch das Ausbringen zur Kasse gebeten werden ist ein Umdenken möglich.
Ach ja die Minusdrücker können mich mal-Alles ausser vergiften.

Tabernakel
27 Tage 23 h

Ja – schwer zu verstehen. Für Dich.

Tabernakel
27 Tage 22 h

Alte Sache.

16. Mai 2016, 16:52 Uhr Aktualisiert am 16. Mai 2016, 19:38 Uhr Quelle: ZEIT ONLINE, Reuters, stü, asw

Meine Empfehlung:

https://www.bund-naturschutz.de/archiv/aktionen/gemeinsam-gegen-glyphosat/glyphosat-und-krebs-gekaufte-wissenschaft.html

Tabernakel
27 Tage 22 h

Wenn Du einen Furz lässt, drehst Du Dich also um und kontrollierst ob der auch wirklich von Dir ist?

Tabernakel
27 Tage 21 h

Zugegeben, man sieht sie nicht auf den ersten Blick.
Du findest die auf dem Gottesacker.

Johnarch
Johnarch
Tratscher
1 Monat 14 h

Wenigstens gibt es bei uns im “Heiligen Land” das Problem nicht!! Können alle beruhigt sein, auch wenn auf Kinderspielplätzen Rückstände gefunden wurden, kein Problem!! Fleißig weiter Gift versprühen, alles vernichten was nach “Unkraut” aussieht, weiter so liebe “Landschaftspfleger”.

Landschaftspfleger
Landschaftspfleger
Superredner
1 Monat 9 h

Als naturnah arbeitender Bergbauer und wahrer Landschaftspfleger muss ich mich dagegen wehren mit Spritzmitteln und Gift in Verbindung gebracht zu werden. Das einzige was ich am liebsten vergiften würde, sind Großraubtiere, da ich ich aber mit allen Tieren schonend umgehe, hoffe ich diese Bestien werden alle “nur” erschossen.!!!

Johnarch
Johnarch
Tratscher
27 Tage 21 h

Bestien?? Alles Bestien vernichten!! Was bleibt übrig?? Der brave “Landschaftspfleger” mit seinem Gift und seiner Scheiße an der er früher oder später selbst drauf gehen wird!

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
27 Tage 21 h

@Landschaftspfleger
deine Kommentare sind einfach nur mehr peinlich…

Aurelius
Aurelius
Superredner
1 Monat 12 h

Glyphosat ist Roundup und ist Krebserregend….

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
1 Monat 9 h

ihr Minusdrücker könnt ja damit auch den Salatteller abrichten, schmeckt gut und ist sicher gesund!

peterle
peterle
Superredner
1 Monat 8 h

@iuhui
Der Salatteller ist für die Minusdrücker wie ein Jungbrunnen.

Neumi
Neumi
Universalgelehrter
1 Monat 12 h

Ob’s schädlich ist oder nicht, sei dahingestellt.
Hierzulande hätte man es aber nicht verwenden müssen.
Das Getreide, für das es vorrangig entwickelt wurde, wird hier gar nicht angebaut.

Pacha
Pacha
Tratscher
1 Monat 11 h

Ach welch ein Zufall, Bayer hat gerade Monsanto übernommen und die Prozesse gehen los. Die Amis sind fein herausen und die Deutschen können wieder “plechen” 😂

Tabernakel
27 Tage 22 h

Der Richter versucht bereits in den ersten Minuten die Kläger Mundtot zu machen. Warum…?

Landschaftspfleger
Landschaftspfleger
Superredner
1 Monat 15 h

Ob das alles über die Bühne geht, ohne sich anzugiften ???

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