70.000 Euro Schmerzengeld

Graz muss nach Missbrauch in Jugend-WG Schmerzengeld zahlen

Dienstag, 06. Februar 2018 | 12:20 Uhr

Jahre zurückliegende sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen in einer Grazer Jugend-Wohngemeinschaft haben am Zivillandesgericht zur Verurteilung der Stadt Graz geführt. Die Verhandlung hatte bereits im Oktober des vergangenen Jahres mit einem Schuldspruch geendet, wurde nun aber erst öffentlich bekannt. Die Stadt muss rund 70.000 Euro Schmerzengeld an zwei betroffene Mädchen zahlen.

Vasiliki Argyropoulos, Leiterin der Grazer Kommunikationsstelle, bestätigte am Dienstag einen Bericht der ORF Radio Steiermark, wonach der Schuldspruch rechtskräftig ist. Den beiden Schwestern wurde das Geld vom Zivillandesgericht zugesprochen und man habe dagegen auch kein Rechtsmittel eingelegt: “Wir haben es anerkannt, weil Kinder zu Schaden gekommen sind und das tut uns leid”, sagte Argyropoulos auf APA-Nachfrage. Sie betonte aber, dass es weder Ermittlungen der Staatsanwaltschaft noch ein strafrechtliches Verfahren gegen die Mitarbeiter des Sozialamtes gegeben habe. Vier verschiedene Prüfverfahren hätten keine Hinweise gebracht, dass die Mitarbeiter der Stadt Graz die Übergriffe hätten verhindern können.

Von Ende 2009 oder Anfang 2010 an sollen sich drei Burschen, die mit vier Mädchen in der damals städtischen Jugend-WG zusammen lebten, an ihren jungen Mitbewohnerinnen vergangen haben – teils allein, teils gemeinsam. Erst als sich 2013 eine damals Zwölfjährige ihrer Mutter anvertraute, kam alles ans Licht. Die geständigen Burschen wurden zu bis zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Von: apa