Pro Waschgang können Millionen Mikroplastikfasern ins Abwasser gelangen

Greenpeace: Meeresverschmutzung durch Synthetik-Kleidung

Donnerstag, 10. August 2017 | 11:44 Uhr

Billige Kunstfasern in der Kleidung haben katastrophale Auswirkungen auf die Weltmeere. Beim Waschen der Kleidung gelangen nämlich zigtausende Mikroplastikfasern ins Abwasser und in weiterer Folge bis in die Ozeane, warnt Greenpeace. Laut einem aktuellen Bericht der Umweltschutzorganisation enthalten bereits 60 Prozent aller Textilien Polyester.

Die Plastikfasern seien so klein, dass sie von handelsüblichen Waschmaschinen nicht gefiltert und auch von Kläranlagen nur unzureichend aufgehalten würden, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung von Greenpeace Österreich. Das Plastik lande direkt in den Meeren. “Eine Fleecejacke kann pro Waschgang bis zu eine Million Mikroplastikfasern verlieren, ein Paar Nylon-Socken immerhin 136.000”, erklärte Nunu Kaller, Konsumentensprecherin der Organisation. Laut einer von Greenpeace zitierten EU-Studie spülen allein Europas Waschmaschinen jährlich 30.000 Tonnen Synthetik-Fasern ins Abwasser. Von Kläranlagen würden laut internationalen Studien zwischen 60 und 90 Prozent davon gestoppt.

Die Verschmutzung der Meere durch Mikroplastik habe inzwischen epidemische Ausmaße angenommen. “Die winzigen Plastikpartikel wurden bereits an entlegenen Sandstränden, in der Arktis und sogar in der Tiefsee nachgewiesen. Laut wissenschaftlichen Untersuchungen gibt es inzwischen Buchten, in denen sechsmal mehr Mikroplastik als Plankton schwimmt”, so Kaller. Problematisch sei dabei unter anderem, dass sich an den Plastikpartikeln, die von Meeresbewohnern gefressen werden, Schadstoffe anlagern können. Plankton sei davon genauso betroffen wie große Meeressäuger. Durch den Verzehr von Fisch könne Mikroplastik kann auch in menschliche Körper gelangen, warnt Greenpeace.

Kleidung aus Polyester ist billig, verführt zum raschen Kauf und wird daher in immer größeren Mengen produziert. In den Jahren 2000 bis 2016 sei der Einsatz von Polyester in der Textilindustrie weltweit von 8,3 auf 21,3 Millionen Tonnen gestiegen, berichtete die Umweltschutzorganisation. Gleichzeitig habe sich die Textilproduktion insgesamt verdoppelt, mit einem Polyesteranteil von 60 Prozent. Für 2030 werde sogar ein Anteil von 70 Prozent prognostiziert.

Greenpeace urgiert eine Trendwende, um wegzukommen vom Fast-Fashion-Trend. Textil-Konzerne müssten statt auf Wegwerf-Mode vermehrt auf umweltfreundlich produzierte und langlebige Kleidung setzen.

Von: apa

Kommentare

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10 Kommentare auf "Greenpeace: Meeresverschmutzung durch Synthetik-Kleidung"


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berthu
berthu
Tratscher
9 Tage 7 h

Und warum wird das in den Kläranlagen nicht gefiltert? Wunderte mich schon lang, wie das viele Plastik ins Meer kommt. Also müßten unsere Flüsse nach den Kläranlagen auch belastet sein, oder geht das über die Luft? Oder es sind noch andere geheime Kanäle-Bypässe?

unter
unter
Tratscher
9 Tage 6 h

Nicht jedes Dorf auf der Welt hat das Glück in einem Land zu liegen, wo man sich Kläranlagen leisten kann.

iglabnix
iglabnix
Tratscher
9 Tage 5 h

@unter noa sollns baumwollkleidung onkegn

berthu
berthu
Tratscher
9 Tage 5 h

@unter  Ok- ist nicht nur Geldsache. Dort fehlt es zuerst mal an Wissen -Bildung und Umweltverständnis.
Aber genau das können wir hier in Südtirol nicht ausgleichen, genausowenig die Luft, auch wenn wir vier Katalysatoren ins Auto bauen. Und außerdem ist das Problem an der Wurzel…unser Verpackungswahn – gesetzlich vorgeschrieben anstatt verboten! Soviel zur Sinnhaftigkeit vieler Gesetze!

unter
unter
Tratscher
9 Tage 3 h

@iglabnix Was ich damit sagen wollte: Wenn jemand tagtäglich schauen muss, dass er überlebt, interessiert es den sicherlich nicht, ob Plastikfasern ins Meer gelangen.
Jemand der sich Kleidung leisten kann hats leicht so einen Spruch zu bringen wie du.

unter
unter
Tratscher
9 Tage 3 h

@berthu 
Der Kommentar von dir kam mir vor, als würdest du Kläranlagen als eine Selbstverständlichkeit sehen. Vielleicht bei uns, hast auch recht, aber weltweit gesehen sicherlich nicht. Ja bestimmt ist es nicht nur Geldsache, leider hängt davon sehr viel ab.

iuhui
iuhui
Superredner
9 Tage 8 h

der homo ist so sapiens, das er sich selber ausrottet!

ThunderAndr
ThunderAndr
Universalgelehrter
9 Tage 8 h

Na toll! Also mehr stinken und weniger Waschen ?

iglabnix
iglabnix
Tratscher
9 Tage 5 h

Owaschn mogschte schu odo bisch du a aus syntetic?

Mistermah
Mistermah
Superredner
9 Tage 1 h

Greenpeace?? Dieser Verein kuscht vor den global player und gehört verboten. Wahre Projekte werden weder beachtet noch unterstützt. Siehe Projekt zweier dänischer Studenten zur Befreiung von Plastik der Meere. Wo ist Greenpeace da??

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