Aktivisten in Minneapolis fordern Gerechtigkeit für Floyd

Gutachter entlastet Polizisten in Floyd-Prozess

Mittwoch, 14. April 2021 | 07:32 Uhr

Im Prozess um den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd hat ein Sachverständiger die Gewaltanwendung durch den angeklagten Polizisten Derek Chauvin als “gerechtfertigt” bezeichnet. Seiner Ansicht nach habe der 45-Jährige “mit objektiver Angemessenheit” und “den aktuellen Standards der Strafverfolgung” entsprechend gehandelt, sagte der pensionierte Polizeiausbilder Barry Brodd am Dienstag vor dem Gericht in Minneapolis. Brodd war von der Verteidigung geladen worden.

Die Frage, ob gegen Floyd “tödliche Gewalt” eingesetzt worden sei, verneinte der 30 Jahre lang in der Strafverfolgung tätige Brodd. Der weiße Polizist Chauvin hatte bei dem Einsatz im Mai 2020 dem festgenommenen Floyd minutenlang das Knie auf den Nacken gedrückt. Die Staatsanwaltschaft macht den Sauerstoffmangel infolge dieser Fixierung für Floyds Tod verantwortlich.

Chauvins Anwalt Eric Nelson argumentiert hingegen, der Afroamerikaner sei an den Folgen einer Drogen-Überdosis oder aufgrund einer Herzerkrankung gestorben. “Die Beweise werden zeigen, dass Herr Floyd an einer Herzrhythmusstörung starb, die in Folge von Bluthochdruck, seiner Herzerkrankung, der Einnahme von Methamphetamin und Fentanyl sowie des Adrenalins in seinem Körper auftrat, was alles dazu beitrug, ein bereits geschwächtes Herz weiter zu gefährden”, sagte Nelson.

Die Staatsanwaltschaft geht hingegen davon aus, dass die Menge an Fentanyl und Meth, die Floyd vor seinem Tod genommen hatte, nicht tödlich war. Chauvin ist vor dem Gericht im US-Bundesstaat Minnesota wegen Mordes und Totschlags angeklagt. Dem 45-Jährigen drohen bis zu 40 Jahre Haft, falls er für den am schwersten wiegenden Vorwurf, “Mord zweiten Grades”, verurteilt wird.

Der Prozess gegen Chauvin hatte im März begonnen. Der weiße Polizist hatte Floyd am 25. Mai 2020 neuneinhalb Minuten lang das Knie auf den Nacken gedrückt, obwohl der Afroamerikaner wiederholt klagte, er bekomme keine Luft mehr (“I can’t breathe.”). Floyds auf einem Handyvideo festgehaltener Tod sorgte weltweit für Empörung und löste in den USA beispiellose Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt aus.

Von: APA/AFP

Kommentare

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8 Kommentare auf "Gutachter entlastet Polizisten in Floyd-Prozess"


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Dolomiticus
Dolomiticus
Superredner
1 Monat 1 Tag

Gutachter aus Polizeikreisen werden immer für die Polizei stimmen. Gutachterprozesse laufen immer so ab: ich sage A, du sagst B und der Richtersenat muss zwischen A und B entscheiden.

Faktenchecker
1 Monat 1 Tag

Richtersenat? erkläre mal bitte.

Das ist ein Geschworenengericht!

Robby91
Robby91
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

Wennse den Polizischt et insperrn isch des a Freikorte für olla Rassischtn !!!
Säbm taurschts et longe bis zin nägschtn Foll 😦😦

Krabbe
Krabbe
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Glasklare linksextreme Logik! Egal was tatsächlich gewesen ist, Lügen bis sich die Balken biegen und Hauptsache nicht den Rechten nicht in die Hände spielen.

inni
inni
Superredner
1 Monat 1 Tag

Nach minutenlangen verzweifelten Klagen des Opfers wegen Atemluftmangel ist die unnachgiebige Haltung des Polizisten als Mord einzustufen … unbedingt!

Offline
Offline
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Bis auf die, bis jetzt 3, berechtigten 👎 für den “Tatsachen-Überprüfer”, bin ich von den Anderen schockiert.

jack
jack
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

gefilmt von einem handy ,die ganze zeit hört man das opfer das er ka luft krieg, dann stirbt und trotzdem net genue beweise?
na guet Amerika zum schamen
und beim nächsten foll verwechselt die polizistin die pistole mit dem elektroschocker und erschiesst einen jungen mann
na guet , und sowos wert net verurteilt🙈🙈

DontbealooserbeaSchmuser
27 Tage 8 h

Ach du hast also den kurzen Schnipsel des Videos gesehen, der in den Nachrichten gezeigt wurde?

Vielleicht solltest du mal das ganze Video anschauen?

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