UNO-Generalsekretär kritisiert magelhafte Hilfe für Katastrophengebiete

Guterres: Hilfe für Karibik nach Wirbelstürmen zu gering

Mittwoch, 04. Oktober 2017 | 17:59 Uhr

Die Weltgemeinschaft hat die von Wirbelstürmen verwüsteten Karibikinseln nach Ansicht von UNO-Generalsekretär Antonio Guterres nicht ausreichend unterstützt. “Ich muss leider berichten, dass die Reaktion alles in allem schlecht gewesen ist. Ich dränge Geber, in den kommenden Wochen großzügiger zu reagieren”, sagte Guterres am Mittwoch zu Reportern in New York.

Die Welt sei verpflichtet, kleinen Inselstaaten zu helfen, die sich an “unausweichliche Klimaauswirkungen” anpassen, erklärte Guterres. In den vergangenen Wochen hatten die ungewöhnlich starken Hurrikane “Harvey”, “Irma” und “Maria” Teile der Karibik und der USA schwer verwüstet. Seitdem hätten die Vereinten Nationen und deren Partner unter andere 16 Tonnen Lebensmittel, drei Millionen Tabletten zur Trinkwasseraufbereitung, 3.000 Wassertanks und 2500 Zelte in die Region geliefert, sagte Guterres. Die UN hätten Geberländer für die kommende Zeit um Spenden von rund 114 Millionen Dollar (97 Mio. Euro) gebeten.

Guterres will am Samstag in die Region reisen, um sich auf den Inseln Antigua, Barbuda und Dominica ein Bild vom Ausmaß der Zerstörung zu machen. UNO-Angaben zufolge könnte der Wiederaufbau bis zu eine Milliarde Dollar (851 Mio. Euro) pro Insel kosten.

Mexiko schickt unterdessen Hilfsgüter und Einsatzkräfte in das von Hurrikan “Maria” verwüstete US-Außengebiet Puerto Rico. Unter anderem würden 30 Tonnen Trinkwasser und Gelsenspray auf die Karibikinsel gebracht, teilte das mexikanische Außenministerium am Mittwoch mit. Zudem werde ein Team der Elektrizitätswerke nach Puerto Rico reisen, um beim Wiederaufbau des Stromnetzes zu helfen.

“Maria” hatte Puerto Rico vor zwei Wochen frontal getroffen und schwere Verwüstungen angerichtet. Die meisten Bewohner haben keinen Strom. Es fehlt an Lebensmitteln, Trinkwasser und Medikamenten. Er rechne mit Schäden von mehr als 90 Milliarden US-Dollar (76,58 Mrd. Euro), sagte Gouverneur Ricardo Rossello.

Lokale Behörden in dem US-Außengebiet hatten zuletzt die aus ihrer Sicht schleppende Hilfe aus Washington kritisiert. Wegen der zerstörten Infrastruktur gelangen Hilfsgüter häufig nicht zu den Betroffenen. US-Präsident Donald Trump besuchte am Dienstag (Ortszeit) erstmals das Katastrophengebiet und machte sich ein Bild von der Lage.

Von: APA/dpa

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