He Jiankui muss ins Gefängnis

Haftstrafen für chinesische Forscher wegen “Gen-Babys”

Montag, 30. Dezember 2019 | 10:00 Uhr

Mehr als ein Jahr nach der Geburt der vermutlich ersten genetisch veränderten Babys ist der chinesische Wissenschafter He Jiankui zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Wegen illegaler medizinischer Methoden seien gegen ihn drei Jahre Haft sowie eine Geldstrafe in Höhe von drei Millionen Yuan (383.000 Euro) verhängt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Montag.

He hatte nach eigenen Angaben das Erbgut von Zwillingsschwestern verändert und damit weltweit Entsetzen ausgelöst. Das Urteil wurde von einem Gericht in Shenzhen gefällt. Laut Xinhua wurde He schuldig gesprochen, “illegal” Genmanipulationen bei menschlichen Embryos “zum Zweck der Reproduktion” ausgeführt zu haben. Nach Angaben von Xinhua wurde außer den bereits bekannten Zwillingen noch ein drittes Baby nach vorherigen Veränderungen des Erbguts geboren. Es handelt sich um die erste offizielle Bestätigung des dritten Designerbabys.

Das Gericht verurteilte auch zwei Kollegen Hes. Zhang Renli muss für zwei Jahre ins Gefängnis und eine Geldstrafe in Höhe von einer Million Yuan bezahlen. Qin Jinzhou erhielt eine Haftstrafe von 18 Monaten, die für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Zudem erhielt er eine Geldstrafe in Höhe von 500.000 Yuan.

Die drei Verurteilten hätten nicht über die nötigen Voraussetzungen verfügt, um als Ärzte zu arbeiten, urteilte das Gericht. Sie hätten wissentlich chinesisches Recht und die ethischen Prinzipien des Landes verletzt. Stattdessen hätten sie “persönlichen Ruhm und Vorteil” angestrebt.

Die 2018 geborenen Zwillinge mit den Pseudonymen “Lulu” und “Nana” waren dem chinesischen Forscher zufolge durch künstliche Befruchtung gezeugt worden, wobei das sogenannte Crispr/Cas9-Gentechnikverfahren zur Erbgutveränderung, auch “Genschere” genannt, zum Einsatz kam. He erklärte damals, er habe die DNA des Zwillingspaares so verändert, dass die beiden Mädchen vor einer Ansteckung durch ihren HIV-infizierten Vater geschützt seien. He sprach damals von einem “Durchbruch” im Kampf gegen Aids, doch weltweit stieß sein umstrittenes Experiment auf Ablehnung.

Von: APA/ag.

Kommentare

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7 Kommentare auf "Haftstrafen für chinesische Forscher wegen “Gen-Babys”"


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Costa
Costa
Superredner
1 Monat 21 Tage

Selbst die Entdeckerinnen der CRISPR/Cas9 Methode stehen einem Einsatz am Menschen kritisch gegenüber, weil trotz des ernorm gestiegenen Einsatzes dieser Methode sie noch nicht sicher genug für die Anwendung in der Humanmedizin ist. In den kommenden Jahren werden sich aber ganz andere Möglichkeiten auftun, wie die Heilung von Krankheiten, die auf der Fehlfunktion eines Gens beruhren. Da muss die Politik sich sputen angemessene Rahmenbedingungen für diese Therapiemöglichkeiten zu schaffen, damit so was wie in China sich nicht wiederholt.

ma che
ma che
Superredner
1 Monat 21 Tage

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis mit dieser Methode genetisch bedingte Krankheiten eliminiert werden können. Aber keine Angst, da wird die Pharmaindustrie schon was einzuwenden haben, sonst geht denen ja jede Menge Geld verloren

Costa
Costa
Superredner
1 Monat 21 Tage

@ma che
Immer, wenn Big Pharma konspirativ ins Spiel gebracht wird, sollte man nicht vergessen, dass die Forschung in klinischen Einrichtungen betrieben wird und Forscher auch Ehrgeiz haben, ihre Ergebnisse zu publizieren.

Rider
Rider
Tratscher
1 Monat 21 Tage

Richtiig so! Aufs schlimmste bestrofn sowos! Und stott der geldstrofe, lebenslong gebn!

Iatz woll
Iatz woll
Grünschnabel
1 Monat 21 Tage

Meiner Meinung eindeutig einer der wichtigsten Grenzen überschritten, ethisch nicht vertrebar.

genau
genau
Universalgelehrter
1 Monat 21 Tage

Seltsam….

Welche Interessangrupoen da wohl ihre Finger im Spiel hatten?

amme
amme
Universalgelehrter
1 Monat 20 Tage

soll er bei ihm selber experimente mochn

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