Die Warnung ist nicht neu - aber immer noch sehr notwendig

Handy am Steuer lenkt ab und verzögert Reaktionsfähigkeit

Freitag, 15. Juni 2018 | 09:06 Uhr

Ablenkung ist die Hauptursache tödlicher Verkehrsunfälle. Grund ist insbesondere das Handy. In einer Umfrage des Ifes-Instituts im Auftrag der Asfinag gab erst kürzlich ein Drittel der Befragten an, das Handy am Steuer zu nützten – obwohl es verboten ist. Doch neben der Ablenkung erschwert die Mobiltelefonnutzung auch die Reaktion in gefährlichen Situationen.

Wie sich das Handy auf die Fahrsicherheit auswirkt, haben Journalisten bei einem Training auf Einladung der Asfinag im ÖAMTC-Fahrtechnikzentrum Teesdorf ausprobiert. “Das Handy am Steuer birgt zwei Gefahren – zum einen natürlich die Ablenkung. Aber in einer Notsituation ist es auch gefährlich, nur mit einer Hand reagieren zu können. Denn hier habe ich eigentlich alle Hände voll zu tun”, sagte Roland Frisch, Pkw-Chefinstruktor der ÖAMTC-Fahrtechnik.

Auf zwei Strecken merkten selbst erfahrene Lenker, wie gefährlich die Handybenützung ist. Auf einer Kurvenkombination mit einer Kuppe – inklusive folgendem Rutschbelag – bekamen die Fahrer zudem die Aufgabe, beim Telefonat mit dem Instruktor rückwärts in Dreierschritten zu zählen. “Je näher die Testpersonen der Kuppe kamen, desto stockender wurde gezählt”, resümierte Frisch.

Die eigentliche Herausforderung stand erst bevor – Notbremsung kombiniert mit Ausweichen vor simulierten Hindernissen. Plötzlich auftauchende Plastikstangen wurden überfahren und teilweise sogar überhaupt ganz übersehen, weil die Lenker mit Handy und Bremsen – ohne ins Gras zu fahren – beschäftigt waren. Auf der Fahrbahn zu bleiben gestaltete sich wahrlich als Herausforderung.

“Beim Telefonieren fehlt mir zur Bedienung des Fahrzeugs eine Hand. Und in einer Notsituation brauch ich einfach beide Hände”, betonte der Fahrtechnik-Experte. Bei der zweiten Testfahrt über die Schleuderplatte drehten sich nicht wenige Fahrzeuge um die eigene Achse und rammten die Wasserfontänen, welche Hindernisse simulierten. Wichtigstes Ziel war auch hier auf der Fahrbahn zu bleiben. Wieder zeigte sich – das Handy am Steuer lenkt ab und verzögert die Reaktion, laut Experten um rund zwei Sekunden. Das ist genau jene Zeit, die in Gefahrensituationen entscheidend ist.

“Immer, wenn ihr das Gefühl habt, ihr seid Passagiere und nicht mehr Herr über das Fahrzeug, sofort bremsen, auskuppeln und gegenlenken”, erklärte Frisch. “Bei einem plötzlich auftretenden Hindernis gibt es zwei verschiedene Reaktionsmöglichkeiten, die beide gleich schlecht sind”, sagte Fahrtechnik-Zentrumsleiter Georg Scheiblauer. “Entweder steht der Mund offen, sonst gibt es keine Reaktion, die Lenker sind wie paralysiert”, erklärte er. Die zweite Reaktion sei die “Überreaktion, also wenn beispielsweise unkontrolliert das Lenkrad verrissen wird”. Dies könne etwa auch passieren, wenn ein Hase über die Straße läuft. “Richtig reagieren kann gelernt werden, indem man es immer wieder probiert”, sagte Scheiblauer.

Das Fahrtechnik Zentrum Teesdorf ist rund 25 Kilometer vom südlichen Stadtrand Wiens entfernt. Es ist rund 30 Hektar groß – das entspricht 40 Fußballplätzen. Mit seinen Hightech-Einrichtungen ist das Zentrum die führende Anlage Europas. Bis zu zehn Kurse können gleichzeitig abgehalten werden.

Von: apa

Kommentare

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14 Kommentare auf "Handy am Steuer lenkt ab und verzögert Reaktionsfähigkeit"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Lana77
Lana77
Tratscher
1 Monat 8 Tage

A sette Quatsch. Es nägste wos nor verboten werd isch sicher es Radio, Navi oder der Beifohrer. Lenkt olles lai in Fohrer ob!

JvS-105
JvS-105
Grünschnabel
1 Monat 7 Tage

@Lana77:

das Radio arbeitet von alleine, das Navi sollte vor Fahrtbeginn programmiert werden und arbeitet dann auch alleine.

Es ist HAARSTRÄUBEND, wie viele es nicht schaffen, auf ihrer Fahrspur zu bleiben – nur weil ihr Blick verschämt nach unten rechts fällt. 

Neumi
Neumi
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

Nicht vergessen, das Navi zu erwähnen. Dieses ist Ablenkungsursache Nr. 2.

Dublin
Dublin
Kinig
1 Monat 7 Tage

…manche tian ah Zeitung lesen… 😀

JvS-105
JvS-105
Grünschnabel
1 Monat 7 Tage

ich weiss ja nicht, wie es anderen geht – aber mein Navi lenkt mich nicht ab, im Gegenteil: es unterstützt ungemein und erlaubt es sogar, sich besser auf die Strasse zu konzentrieren.

Gut, bei meinem Navi kommen auch keine SMS, Facebook-Posts, WhatsApp-Meldungen oder sogar Anrufe rein..

der echte Aaron
der echte Aaron
Superredner
1 Monat 7 Tage

@Dublin
Bei diesen Schleichheiten was man heutzutage nur mehr fahren darf, geht das auch locker.

oli.
oli.
Universalgelehrter
1 Monat 7 Tage

Wer heute noch keine Freisprecheinrichtung hat , soll zahlen bis er schwarz wird.
Angeberei mit Handy am Ohr , die Zeiten sind OUT .

Mistermah
Mistermah
Universalgelehrter
1 Monat 7 Tage

Bei den zulässigen Geschwindigkeiten kann man inzwischen nebenher eine ganze Schachpartie spielen bis man sein Ziel erreicht. Die größte Gefahr ist das man beim autofahren einschläft.

aufpasser
aufpasser
Grünschnabel
1 Monat 7 Tage

seits sel erscht iatz draukemen. guat morgn.

aristoteles
aristoteles
Tratscher
1 Monat 7 Tage

strengste strafen sind hier gefordert

anonymous
anonymous
Superredner
1 Monat 7 Tage

Alles lenkt ab,rauchen,navi,plaudern Schalter u knöpfen bedienen usw. Dann müssen wir im auto sitzen wie ein Stein

der echte Aaron
der echte Aaron
Superredner
1 Monat 7 Tage

Aso jetzt auf einmal ist das Handy nr.1 bei den Unfällen. Sonst ist es immer abwechslungsweise Alkohol oder überhöhte Geschwindigkeit, je nachdem welche Strafe man erhöhen will.   

Pro
Pro
Grünschnabel
1 Monat 7 Tage

So dumme Kommentare do…🙈

As Handy lenkt ob selnisch Fakt!

amme
amme
Superredner
1 Monat 7 Tage

wegen dem hon i ein motorrad verkauft.nur mehr zombis unterwegs

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