Feuerwehrmänner nahe Kalamos im Einsatz

Heftige Flammen bei Athen – Schwere Waldbrände in Südeuropa

Montag, 14. August 2017 | 16:54 Uhr

Dramatische Waldbrände treiben Tausende im Süden Europas in die Flucht. Besonders schwer betroffen war am Montag Griechenland. Etwa 45 Kilometer nordöstlich von Athen beschädigte ein Feuer Dutzende Ferienhäuser. Augenzeugen berichteten von bis zu 20 Meter hohen Flammen und beißendem Rauch. Auch in Portugal wüten wieder Brände, die teils außer Kontrolle zu geraten drohten.

Aus Griechenland waren am Montag Bilder der Zerstörung zu sehen. Der Brand war am Wochenende in einer bewaldeten Region ausgebrochen. Erschwert wurden die Löscharbeiten von Windböen und Rauchschwaden, die sogar Kreta erreichten, wie Satellitenbilder zeigten. Tausende Menschen hatten in der Nacht ihre Häuser verlassen und in Sicherheit gebracht werden müssen. Die meisten harrten entlang der Strände aus. Am Montag musste ein Kloster evakuiert werden. Die genaue Zahl der zerstörten Häuser blieb zunächst unklar: “Wir müssen jetzt löschen und nicht Bilanz ziehen”, sagte ein Feuerwehrsprecher im Rundfunk.

Waldbrände waren am Wochenende auch im Westen Griechenlands ausgebrochen. Betroffen waren vor allem Inseln im Ionischen Meer, Zakynthos und Kefalonia. Diese Brände wurden am Montag zum Teil unter Kontrolle gebracht.

In Portugal war besonders schlimm das Zentrum und der Norden des Landes betroffen, wie portugiesische Medien berichteten. Mehr als 3.000 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Sorgen bereitete vor allem das Feuer in einem Wald nahe der Kleinstadt Vila de Rei. Dutzende Menschen wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht.

Auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika bemühte sich die Feuerwehr am Montag, nach den schweren Wald- und Gebüschbränden verbliebene Hitzestellen zu löschen. Laut einem Bericht des Senders France Bleu könnte Ende der Woche Wind eventuelle Brandherde neu anfachen. “Wir versuchen, so schnell wie möglich zu machen”, sagte ein Feuerwehrmann. Auf der Halbinsel Cap Corse nördlich von Bastia waren in den vergangenen Tagen 1.800 Hektar Vegetation in Flammen aufgegangen.

In Italien sind nach Angaben von Behörden besonders die sizilianischen Orte Messina, Catania und Enna sowie auf Sardinien Costa Rei, Porto Pozzo, Arbus und Santa Giusta betroffen. Reisende müssen sich wegen der Brände auch in der Toskana und in der Region Emilia Romagna darauf einstellen, dass Umleitungen oder Sperren den Verkehr beeinträchtigen.

Der Sommer in Italien ist 2017 ungewöhnlich trocken, was die Waldbrandgefahr erhöht. Bis Juli sind dem Umweltschutzverband Legambiente zufolge rund 750 Quadratkilometer Wald- und Wiesenfläche in Flammen aufgegangen. 2016 waren es zum Vergleich im ganzen Jahr rund 480 Quadratkilometer.

Von: APA/dpa