Großbritannien führt Abgabe für überzuckerte Getränke ein

Heftige Kritik von Foodwatch an Coca Cola

Mittwoch, 04. April 2018 | 13:38 Uhr

Die deutsche Verbraucherorganisation Foodwatch hat Coca-Cola für die Vermarktung zuckerhaltiger Getränke heftig kritisiert. Der Weltmarktführer bei Limonaden trage auch in Deutschland eine “entscheidende Mitverantwortung” für die Zunahme von Krankheiten wie Fettleibigkeit und Diabetes, betonte Foodwatch am Mittwoch.

Der Verein forderte die deutsche Regierung auf, eine Herstellerabgabe für überzuckerte Getränke einzuführen. Eine solche Abgabe gilt von Freitag an in Großbritannien.

Der US-Konzern wehrte sich gegen die Vorwürfe. “Übergewicht ist ein komplexes Phänomen. Einfache Antworten sind verlockend, aber sie lösen das Problem nicht”, sagte Patrick Kammerer, Mitglied der Geschäftsleitung von Coca-Cola Deutschland. Man dürfe sich nicht nur auf ein Lebensmittel und einen Inhaltsstoff konzentrieren.

Foodwatch beleuchtet in einem 100-seitigen Bericht das Geschäft von Coca-Cola. Der Getränkeproduzent verstehe es “wie kaum ein anderer Konzern, ein positives Image zu kreieren, auch und gerade bei jungen Menschen”, sagte der Autor des Reports, Oliver Huizinga, in Berlin. Dabei seien die Zuckergetränke von Coca-Cola “flüssige Krankmacher”. Fußballstars im Fernsehen und populäre Videodarsteller im Internet-Kanal YouTube sprächen besonders Kinder und Jugendliche an.

Coca-Cola entgegnete, man investiere überproportional viel in die Werbung für Getränke ohne oder mit weniger Zucker. Man werbe zudem nicht in Medien, die sich mehrheitlich an Kinder unter zwölf Jahren richten. Diese Selbstverpflichtung werde regelmäßig von unabhängigen Dritten überprüft.

Nach Angaben von Foodwatch zeigen 80 Prozent der unabhängig finanzierten Studien einen Zusammenhang von Übergewicht und dem Konsum von Zuckergetränken. Dagegen kämen 80 Prozent der von der Lebensmittelindustrie bezahlten Untersuchungen zu einem gegenteiligen Ergebnis. Coca-Cola versuche zudem, durch Lobbyarbeit Werbeverbote und Sondersteuern zu torpedieren.

Coca-Cola-Manager Kammerer wies darauf hin, dass der Konzern den Zuckergehalt bereits reduziere – in Europa werde er bis 2020 durchschnittlich um zehn Prozent verringert. “Für jedes klassische Erfrischungsgetränk bieten wir schon seit Jahren mindestens eine Variante ganz ohne Zucker an”, ergänzte er. Ziel sei es, “dass wir bis 2025 die Hälfte unseres Absatzes mit Getränken ganz ohne Zucker oder mit weniger Zucker erzielen”.

Von: APA/dpa

Kommentare

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6 Kommentare auf "Heftige Kritik von Foodwatch an Coca Cola"


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Gredner
Gredner
Superredner
14 Tage 22 h

Wieso ist Coca Cola der Bösewicht? In 100 ml Cola sind 10,6 g Zucker. In den Fruchtsäften sind es oft deutlich mehr. Ein lokaler Hersteller schreibt z.B. auf seine Succo-di-Pesca Tetrapaks: 15 g !!!

Dublin
Dublin
Kinig
14 Tage 9 h

…für Diabetiker und solche die es werden wollen sehr empfohlen… 😅

Neumi
Neumi
Universalgelehrter
13 Tage 9 h

@Dublin Diabetiker wissen, dass sie keine Fruchtsäfte trinken dürfen.
Für ein Glas Orangensaft (ohne Zuckerzusatz) werden mindestens 3 Orangen benötigt.
Welcher Diabetiker bei Verstand isst innerhalb kurzer Zeit 3 Orangen?

Paul
Paul
Superredner
15 Tage 2 h

genau….

StreetBob
StreetBob
Tratscher
14 Tage 20 h

So!! Darauf eine Eisgekühlte Coca Cola!!! Ein Erfrischungsgetränk mit 132 Jähriger Geschichte…. zum Wohl !!!!

Neumi
Neumi
Universalgelehrter
14 Tage 7 h

Dir Firma bietet halt ein gutes Ziel, aber es gibt zig andere Hersteller, die mindestens genau so schlimm sind.

Was den Kommentar zu Fruchtsäften angeht: Früchte haben immer viel Zucker, das muss auch auf der Packung angegen sein. Was an ZUSÄTZLICHEM Zucker mit reinkommt ist selten eigens angegeben.

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